Dürre2018: Mit Hochdruck gegen Hitze im Kuhstall Premium

Wenn Ventilatoren nicht mehr ausreichen, soll Wassernebel die Kühe kühlen. top agrar-Redakteurin Anke Reimink zeigt, was die Hochdruck-Vernebelung leistet, was die Hersteller bieten und wie sich die Technik in der Praxis bewährt.

Wenn Ventilatoren nicht mehr ausreichen, soll Wassernebel die Kühe kühlen. top agrar-Redakteurin Anke Reimink zeigt, was die Hochdruck-Vernebelung leistet, was die Hersteller bieten und wie sich die Technik in der Praxis bewährt. Ein Ratgeber aus der top agrar 6/2017, Spezialprogramm Rind: Heiße Sommertage, an denen kaum ein Wind weht, sind selbst für moderne, offene Rinderställe eine Herausforderung. Schnell steigt das Thermometer deutlich über die Wohlfühl-Temperatur von Rindern. Schon ab 24 °C und einem Luftfeuchtegehalt von 65 % droht Hitzestress. Das bedeutet Leistungseinbußen und eine sinkende Futteraufnahme mit möglichen Gesundheitsfolgen. Um das zu vermeiden, bieten sich bautechnische Lösungen an,  wie Ventilatoren oder Wärmedämmung (top agrar 6/2016, ab Seite R 28). Darüber hinaus gibt es Systeme, die mit Wasser die Kühe kühlen sollen. Man unterscheidet grundsätzlich Niederdruck- und Hochdruckverfahren. Niederdruck-Anlagen oder sogenannte „Kuh-Duschen“ versprühen das Wasser mit einem Druck von 3 bis 5 bar. Das Wasser regnet auf die Kuhhaut und kühlt die Tiere so direkt. Die Technik ist relativ einfach aufgebaut. Die Hochdruck-Düsen sind direkt vor Ventilatoren oder an Rohren montiert. Die Kosten hängen insbesondere von der Anzahl der Düsen ab. Die Hersteller versprechen eine Kühlleistung von bis zu 15 °C, abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Wasser verdunstet   Technisch aufwendiger sind Hochdruck-Anlagen (Marktübersicht Seite R 23). Diese kühlen die Kühe indirekt über die Luft. Dazu blasen spezielle Hochdruck-Düsen Wasserpartikel in die Luft. Das Wasser verdunstet und entzieht der Umgebungsluft Energie. So kühlt sich die Luft um mehrere Grad Celsius ab. Dabei gilt: Je feiner die Tröpfchen sind, umso besser nimmt die Luft das Wasser auf und umso effektiver ist die Kühlung. Die Anbieter der Hochdruck-Anlagen versprechen winzige Tropfen von 2 bis 10 µm (1 µm = 0,001 mm). Dazu sind kleinste Düsenöffnungen und ein Druck von 50 bis 80 bar nötig, den ein Kompressor erzeugt. Daran lassen sich je nach Modell bis zu 100 Düsen anschließen. Zudem sind druckstabile Edelstahlleitungen, ein Wasserfilter und bei kalkhaltigem Wasser eine Enthärtungsanlage nötig. Weil die Luft den feinen Nebel gut aufnimmt, soll das Hochdruck-System die Temperatur um 5 bis 10 °C absenken können – abhängig von der Luftfeuchtigkeit. Gleichzeitig sollen Tiere und Oberflächen trocken bleiben. Zusätzlich soll der Wassernebel Staub- und Geruchspartikel binden und Fliegen vertreiben können. ...

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von Udo Carstensen

Eine einfache, günstige und trotzdem hilfreiche Lösung

ist das Aufstellen von Rasensprengern auf dem Dach. Durch Verdunstungskälte wird die Thermik im Stall verbessert...

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