Österreich

Normande-Rinder: Futterneid im Spermageschäft? Plus

Immer mehr Bauern in Österreich entdecken das Zweinutzungsrind Normande. Wir stellen es vor und erklären, warum sich Rinderhalter gegenüber dem Verband benachteiligt fühlen.

Die französische Zweinutzungsrasse Normande wird in Österreich immer beliebter - siehe Bericht unten. Diesen Erfolg will man mancherorts möglicherweise kleinreden.

Wenn gekreuzte Normadetiere bei den Viehmärkten in das Segment Kreuzungen reiner Milchrassen verräumt werden, sinkt der statistische Durchschnittspreis der Normandetiere. „Dieser liegt dann meilenweit von reinen Fleckviehkreuzungen entfernt“, ärgert sich Alfred Mandl, „und mit diesen nach unten manipulierten Durchschnittspreisen der Normandetiere geht die Rinderzucht zu den Betrieben hinaus und macht die Rasse schlecht.“

Zudem stoßen dem Biobauer und zugelassenen EU-Rindersamendepot-Betreiber die expliziten Hinweise auf Normandeblut bei den Versteigerungen sauer auf: „Limousin- oder Weißblaue Belgier-Einkreuzungen, deren Nachzucht teils überhaupt nicht zuchttauglich ist, werden gar nicht erwähnt.“

Die Rinderzucht Steiermark (RZSTM) sieht sich zu Unrecht gescholten. Grundlage der Rassenkürzel und Segmentierung in den Katalogen seien die AMA-Daten, so deren Geschäftsführer Reinhard Pfleger.

Mandl und der Verband sind alte Bekannte. So brachte Mandl vor einigen Jahren die EU-rechtswidrigen LK-Spermamonopole zu Fall. Nachdem er nun Generalimporteur für den wichtigsten Normande-Spermavertreiber Evolution geworden war, wurde versucht, dagegen zu intervenieren.

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Hype um Normande-Rinder

Schöne Optik, beste Milchinhaltsstoffe und schmackhaftes Fleisch – das verspricht das Profil der französischen Normande-Rinder. Wir haben uns bei zwei steirischen Landwirten erkundigt, warum sie auf diese Zweinutzungsrasse setzen. Von Teresa Gastegger.

Wer ein Normande-Rind in Österreich sucht, muss mitunter tief in die Tasche greifen. Über 1.000 € erzielte letzten Mai ein Normande-Kalb (gekreuzt mit Red Holstein) aus dem Milch- und Zuchtbetrieb Leitold.

„Käufer gibt es in Österreich ohne Zweifel. Durchschnittlich bekommen wir für Normande-Kreuzungen den doppelten Preis wie für unsere Red Holsteins“, bestätigt Betriebsführer Bernhard Leitold. Mit seinem Sohn Florian führt der 51-Jährige einen konventionellen Heumilchbetrieb in Gaal (Steiermark) – seit 2015 auch mit Normande-Rindern.

Aktuell haben die beiden drei Kälber, eine laktierende Kuh und vier Jungtiere mit Normande-Genen. Doch das ist nur ein Teil der Herde. 50 Milchkühe versorgen die beiden in ihrem Liegeboxenlaufstall. Darunter sind auch Fleckvieh- und Red Holstein-Rinder. Um die Aufzucht der 30 Jungtiere kümmert sich ein Partnerbetrieb.

„Warum wir auch auf Normande setzen? Bei einem Treffen mit Berufskollegen wurde diese französische Zweinutzungsrasse diskutiert“, erinnert sich Bernhard Leitold. „Und das weckte auch mein Interesse.“

Das Aussehen begeistert

Der Grund für den Hype um diese Rasse liegt für ihn vor allem in der schönen Optik: „Da geht man doch gerne in den Stall, wenn dich so ein prächtiges Tier erwartet. Die Fellfarbe ist ganz individuell. Steht eine Normande-Geburt ins Haus fragen wir uns immer, welche Flecken das Kalb wohl haben wird. So etwas Außergewöhnliches wollen auch andere Bauern und schaffen sich Normande-Rinder an“, berichtet Jungbauer Florian.

Aber nicht nur den Bauern gefallen die schwarz-braunen Flecken, ist sich Leitold Senior...


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