Polen: Import von GVO-Soja nur noch bis 2021

Polens neuer Landwirtschaftsminister Jan Ardanowski hat den schnellen Ausstieg aus dem Einsatz gentechnisch veränderter Organismen (GVO) angekündigt. Ardanowski kündigte zwar eine erneute Verlängerung der noch bis 2019 geltenden Ausnahmegenehmigung für genverändertes Importsoja an.

Polens neuer Landwirtschaftsminister Jan Ardanowski hat den schnellen Ausstieg aus dem Einsatz gentechnisch veränderter Organismen (GVO) angekündigt. Ardanowski kündigte zwar eine erneute Verlängerung der noch bis 2019 geltenden Ausnahmegenehmigung für genverändertes Importsoja an.

Er will diese allerdings auf zwei Jahre beschränken. Damit wäre der Einsatz von GVO-Soja spätestens ab Januar 2021 untersagt. Der Minister erklärte, er sehe keinen Grund dafür, dass jährlich Soja im Wert von umgerechnet etwa 900 Mio. Euro importiert werden müsse, wenn Fachleute der Meinung seien, dass die Eigenversorgung auch auf Basis heimischer, garantiert GVO-freier Eiweißpflanzen erfolgen könne.

Zugleich räumte er ein, dass die Inlandsproduktion dem Bedarf aktuell noch deutlich hinterherhinke, führte das aber vor allem auf fehlende Anreize und Vermarktungsstrukturen zurück. Ardanowski erinnerte an das seit Jahren laufende Förderprogramm zum Anbau heimischer Eiweißpflanzen und forderte die Landwirte auf, den Anteil an Leguminosen in der Fruchtfolge zu stärken.

Die Futtermittelindustrie steht nach seiner Auffassung aber ihrerseits in der Verantwortung, den Absatz für die inländisch erzeugten Proteinträger abzusichern und den Einsatz von Importsoja schrittweise zu senken. Polen will gentechnisch veränderte Organismen in der Fütterung schon seit längerem verbieten, stößt dabei aber auf praktische Schwierigkeiten. Zwar wird bereits seit 2006 ein GVO-Verbot für Futtermittel angestrebt. Medienberichten zufolge ist es in den vergangenen zehn Jahren jedoch nicht gelungen, importiertes GVO-Soja in ausreichendem Umfang durch herkömmliche Alternativen zu ersetzen.

Um den Anbau von Leguminosen anzukurbeln, war vor einigen Jahren ein noch bis 2020 laufendes Förderprogramm aufgelegt worden. Gefördert wird im Rahmen des Programms unter anderem die Zucht geeigneter Proteinpflanzen für die heimische Landwirtschaft, der Anbau von Leguminosen sowie eine breitere Nutzung von Rapsschrot im Mischfutter. Diese Anstrengungen haben bislang aber nicht dazu geführt, dass der jährliche Importbedarf an Soja deutlich gesunken ist. Aktuell setzt die polnische Futtermittelindustrie noch rund 2 Mio. t Sojaschrot im Jahr ein.
 


Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen