Milchpreis

SPD-Agrarsprecher kritisiert Milchpreissenkungen

"Die bekanntgewordenen Milchpreissenkungen des Discounters Aldi sind ein katastrophales Signal für Milchbauern", erklärt Johannes Funke, Agrarsprecher der SPD-Brandenburger.

Die halbjährlichen Kontraktverhandlungen zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel sind beendet. Das Ergebnis: Die Preise für Trinkmilch gehen um 1 bis 2 ct/kg zurück. Als einzige Handelskette hatte Discounter Aldi nach den Protestaktionen der Bauern bei der letzten Verhandlung einem Aufpreis von 5 Cent pro Liter zugestimmt. Nun gerät Aldi wieder in die Kritik.

Johannes Funke, Agrarsprecher der SPD-Fraktion im Brandenburger Landtag, sagte: „Die jüngst bekanntgewordenen Preissenkungen des Discounters Aldi für ausgewählte Milchprodukte sind ein katastrophales Signal für die Brandenburger Milchbauern." Die Entscheidung von Aldi habe ausstrahlende Wirkung auf den gesamten Lebensmitteleinzelhandel und könne negative Einkommenseffekte für die Brandenburger Milchbauern bis weit in das nächste Jahr zur Folge haben.

„Ich erwarte von der Landesregierung, dass diese kurzfristig entsprechende Gespräche mit Vertretern der Branche aufnimmt und Strategien zur Bewältigung der aktuellen Situation sowie zu Perspektiven der Milchbranche im Land erarbeitet“, so Funke. Dabei dürfe der Blick auf die durchaus positiven Rahmenbedingungen nicht verloren gehen. „Die Berliner und Brandenburger erwarten auch in Zukunft ein regionales Angebot an Milchprodukten. Daneben sind natürlichen Voraussetzungen zur Milchproduktion in Brandenburg wegen des hohen Grünlandanteils weiterhin günstig. Daran ändern auch die klimatischen Veränderungen nur wenig.“

„Dass die Lage der Milchbauern so besorgniserregend ist, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass allein in diesem Jahr etliche Betriebe die Milchproduktion bereits aufgegeben haben“, erklärt Funke. Beim gegenwärtigen Preisniveau sei zudem eine angemessene Entlohnung für die äußerst verantwortungsvolle Tätigkeit der Mitarbeiter gefährdet. Dieser Trend dürfe sich aus ganz vielfältigen Gründen nicht fortsetzen. Der Erhalt von Arbeitsplätzen im ländlichen Raum und die Sicherung von Familieneinkommen zählten unter anderem dazu.


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Diskussionen zum Artikel

von Willy Toft

Leute, bremst die Produktion, und droht mit Lieferstopp!

Wir können nicht mehr, zu diesen desaströsen Preisen Milch produzieren! Sonst kommt es nicht rüber, und der Handel macht munter weiter mit dem Preisdruck! Falls dann Milch von Sonstwo herkommt, werden wir Mittel und Wege finden, das zu unterbinden! Steht auf, und lasst Euch nicht wie ... mehr anzeigen

von Gerd Uken

Nicht Wöchnerinnen

Sondern Milcherzeuger

von Gerd Uken

Wenn 35% der Milch an den LEH

verkauft werden und davon nur 15% Trinkmilch sind wieviel wirkt sich das auf den Erzeugerpreis aus? Wenn Wöchnerinnen ständig unter Deckungspreis erzeugen wieviel werden dann wohl noch aufgeben? Können die Molkereigeschäftsführer das eigentlich mit ihrem guten Gewissen vereinbaren ... mehr anzeigen

von Heinrich-Bernhard Muenzebrock

.

Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis! - das ist Markt.

von Egge Mansholt

Darum muß die Menge runter

von Gerhard Steffek

Wo ist das Problem?

Wenn, wie es üblich ist, die noch bestehenden Betriebe begierig die freiwerdenden Flächen der aufgebenden Betriebe übernehmen und fleißigst weiterproduzieren und schön brav ihre Milch abliefern, dann hat doch ALDI kein Problem damit. Auch nicht die Molkereien, da die dann sogar ihre ... mehr anzeigen

von Renke Renken

Was wollen

die Bauern eigentlich? Die Preise sind schlecht, keiner kommt damit auf Dauer zurecht, also sollen die Discounter gefälligst mehr zahlen, würde der Erzeugerpreis jetzt aber um 4 bis 5 ct steigen, produzieren glei h alle wieder ein paar Prozent mehr, die der Markt nicht verwerten kann, ... mehr anzeigen

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