Aktuelle Forschung

Studie: Weidehaltung reduziert Methanemissionen

Wie stehen die Methanemissionen von weidenden Kühen im Vergleich zu Kühen aus Stallhaltung dar? Die Christian-Albrechts-Universität Kiel hat dazu nun Ergebnisse veröffentlicht.

Forscher der Christian-Albrechts-Universität (CAU) in Kiel haben sich mit der Frage beschäftigt, ob die Milch von weidenden Kühen besser für das Klima ist, als die Milch von Kühen in Stallhaltung. Denn die Weidehaltung gilt laut den Wissenschaftlern international als kostengünstigste Art, den Kühen Futter bereit zu stellen, das nicht in Konkurrenz zur Humanernährung steht. Allerdings rückt die damit verbundene Methanproduktion bei geringerer Milchleistung der verstärkt in die Kritik.

Im Rahmen des EU-Projekts „SusCatt“ hat die Universität über einen Zeitraum von mehreren Jahren Daten von Jersey-Kühen erfasst, die auf der Weide gehalten wurden. Eine Gruppe weidete auf einer einfachen Grünlandmischung aus Weißklee und Weidelgras. Die zweite Gruppe beweidete eine Fläche mit einer diversen Mischung aus acht Arten inklusive Wiesenkräutern und weiteren Leguminosen. Beide Gruppen erhielten täglich eine ergänzende Kraftfuttergabe von 2 kg im Stall. Das entspricht 12 bis 15 % der Trockenmasseaufnahme. Damit den Kühen beider Gruppen immer junges Weidefutter zur Verfügung stand, rotierten sie auf 15 Teilflächen bis zu zehnmal im Jahr.

Überraschende Ergebnisse

Die Milchleistung der weidenden Kühe war mit 29,4 kg Energiekorrigierter Milch (ECM) je Kuh und Tag bei der einfachen und 30,3 kg ECM je Kuh und Tag bei der artenreichen Mischung relativ hoch. Denn zum Vergleich zogen die Wissenschaftler eine andere Studie heran, bei der Jersey-Kühe im Stall standen. Diese hatten ca. 61 % Kraftfutter in der Ration aufgenommen. Die Milchleistung der Stallkühe lag bei 26,7 kg ECM je Kuh und Tag.

Die Wissenschaftler verglichen im nächsten Schritt auch die Methanproduktion der Kühe. Die beiden Weide-Gruppen lagen bei 8 bis 10 g/kg ECM. Diese verhältnismäßig niedrigen Werte sind laut der Wissenschaftler auf die gute Futterqualität und die hohe Futteraufnahme auf der Weide zurückzuführen. Im Vergleich dazu wiesen die Kühe aus der Stallhaltung Werte von 13,4 g Methan je kg ECM auf.

„Mit dieser Arbeit können wir zeigen, dass eine weidebasierte Milchproduktion sehr hohe Milchleistungen mit sehr niedrigen Methanemissionen verbinden und somit zum Klimaschutz beitragen kann“, so Dr. Carsten Malisch, wissenschaftlicher Koordinator der Studie. Zusätzlich falle Import von Futtermitteln falle weg, da der Klee das notwendige Protein liefere. Die Weidehaltung fördere damit zusätzlich die Artenvielfalt.


Diskussionen zum Artikel

von Wilfried Maser

Warum eigentlich,

wird die Weidehaltung von Milchkühe nicht gefördert??? Bei Mutterkühe soll dies doch jetzt kommen. Sind mittlerweile die Milchkuh Herden so groß, dass diese in Weidehaltung nicht mehr händelbar sind??? Oder gibt es um die Milchkuhstallungen keine bzw. nicht genügend Weideflächen???

von Stefan Lehr

@W. Brade

Herr Brade ich stimme Ihrer Antwort voll und ganz zu. Gut Lindhof ist eine gut gefuehrte Einrichtung mit kompetentem Personal. Und im Gegensatz zu den von Ihnen beschriebenen anderen Vorschungs- und Lehreinrichtungen ist man hier sehr praxisnah bei den Forschungsthemen. Aber leider ... mehr anzeigen

von Jürgen Greiner

Fossiles Methan ist unser Problem und nicht das unserer klimaschützenden Kühe - Umweltleistungen der Kühe fair vergüten

Die Weltmethanemissionen betragen rd. 600 Mio. t pro Jahr, davon entfallen nach den Top down-Schätzungen von Prof. Howarth rd. 200 Mio t auf fossile Energieträger, Die Emissionen sind beim Fracking in Amerika fast so hoch wie des Weltrinderbestandes. Ohne Nutzung von fossiler Energie, ... mehr anzeigen

von Wilfried Brade

Richtig und ....

es gibt keine umweltschonendere und vor allem auch effizientere Weidenutzung als mit leistungsstarken Milchkühen oder andere Milch + Fleisch liefernden Wiederkäuern (z.B. Ziegen etc.). Milchkühe auf der Weide liefern Milch und Fleisch und haben genau so die menschliche Zivilisation ... mehr anzeigen

von Ludwig Huber

Pseudowissenschaft? Stand das Ergebnis schon vor der "Studie" fest?

Ich bin ein absoluter Fan der Weidehaltung, aber die Zustimmung für dieses System rechtfertigt keine solche Manipulation des Ergebnisses. 61% Kraftfutter in der Ration mit 26 kg Milchleistung? Was haben die in der Vergleichsgruppe für Mist gemacht? Tatsächlich war es natürlich keine ... mehr anzeigen

von Wilfried Brade

Lieber Herr Huber, kleine Richtigstellung

ich gehöre nicht dem Versuchsteam an. Ich habe auch keine Kooperation mit den Kieler Institut.....Leider hat das Versuchsteam die Pressemitteilung in 'Top agrar' wohl bisher selbst nicht gelesen oder selbst korrigiert....kurz: der in der Orginalarbeit zitierte Versuch mit 61 % ... mehr anzeigen

von Wilfried Herchenbach

Eine Hypothese wird als Fakt verkauft

Eigentlich geht es in der Originalstudie der CAU um den um den Einfluss verschiedener Weidehaltungsformen (einfaches und artenreiches Gründland) auf den Methanausstoß je kg ECM bei Jerseys. (Link: https://www.mdpi.com/2077-0472/11/2/175) Wo in der Studie etwas von vom Vergleich mit ... mehr anzeigen

von Erwin Schmidbauer

Falsche Fixierung auf den Methanausstoß!

Fraglos, der Methanausstoß ist nicht ganz unbedeutend für die Klimamodelle. Aber die Wissenschaft weiss seit über 30 Jahren, dass Methan abgebaut wird zu CO2, aus CO2 entsteht wieder Pflanzenmasse, das Wiederkäuer wieder teilweise in Methan umwandeln lassen. Dieser Kreislauf hat eine ... mehr anzeigen

von Dietmar Weh

Für so eine Scheiße verschwendet man Forschungsgelder!

Da kommt einem grad das kotzen.

von Stefan Lehr

Interessant

Wenn man den Standort dieser Kuehe kennt und dann noch liest, dass die Weide 10 x rotiert im Jahr (Sollte man mal in Nordhessen oder Brandenburg versuchen), dann wird man schon wieder nachdenklich. Wenn die Vergleichsgruppe dabei auch noch 61 %!! Kraftfutter in der Ration hat, wird man ... mehr anzeigen

von Wilfried Brade

Herr Lehr, sehr richtig. Volle Zustimmung!

Wer Weidetierhaltung fordert muss auch für die Begrenzung der Zahl und Größe von Wolfsrudeln in D sein. Da sind bei vielen 'Agrarexperten' und vor allem selbsternannten 'Wolfsschützern' sicherlich noch wesentliche Lernprozesse erforderlich....Und auch bezüglich der standortabhängige ... mehr anzeigen

von Albert Maier

Einzige Erkenntniss hieraus:

Stuss führt stets zu noch mehr Stuss. Der Klimaquatsch fördert die abstrusesten Studien zu Tage!

von Wilfried Brade

Lieber Herr Maier! Möge uns in diesem Jahr eine Dürre erspart bleiben...

vor allem im Interesse der Natur und hier speziell auch unserer Wälder...

von Andreas Gerner

Einfachste Art, gute Ergebnisse zu "erzielen":

Eine schlechte Vergleichsgruppe (geringe Milchleistung) wählen. Wissenschaftlicher Wert: null. Derweil wird anderswo mit einer Winzigkeit Algenbeifütterung der Quantensprung von 82% Methanreduzierung geschafft.

von Wilfried Brade

Ein sehr wertvoller und zukunftsweisender Versuch zur Weidehaltung von Milchkühen. Danke!

Und das Beste daran: es sind als Versuchstiere bewußt nicht die zwischenzeitlich übergroßen, für die Weidehaltung völlig ungeeigneten hochedlen Holsteinkühe genutzt worden. An einer SH-Universität hätte ich zwar erwartet, dass man der lokalen Rasse ‚Angler‘ vor Ort eine ... mehr anzeigen

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