Interview

Wann liefert das DMK endlich? Premium

Niedriger Milchpreis, schlechte Stimmung: Viele Mitglieder des Deutschen Milchkontors (DMK) sind unzufrieden. Geschäftsführer Ingo Müller bezieht Stellung.

Dieses Interview ist als erstes beim Wochenblatt für Landwirtschaft & Landleben erschienen.

Herr Müller, 2017 erreichte der DMK-Milchpreis den Bundesschnitt. 2018 lag er wieder darunter, 2019 vermutlich auch. War 2017 nur ein Strohfeuer?

Müller: Kein Strohfeuer. 2017 hatten wir sehr gute Marktpreise für genau die Produkte, die wir produzieren. Deshalb konnten wir höhere Milchpreise zahlen, teilweise besser als manche Markenmolkerei aus Bayern. Vergangenes und auch dieses Jahr sieht das anders aus.

Warum fällt es dem DMK so schwer, wettbewerbsfähige Milchpreise zu zahlen?

Müller: Unser Milchpreis hängt zu zwei Dritteln vomMarkt ab, zu einem Drittel von internen Verbesserungen. Rund 80 % unserer Verarbeitung geht noch in Standardprodukte wie Käse, Butter und Pulver. Deshalb sind wir von den allgemeinen Rohstoffverwertungen abhängig. Und diese waren 2018 schlechter als 2017 und sind 2019 nochmals schlechter als 2018.

Ihre Nachbarmolkerei Ammerland zahlt aktuell einen um 4 Cent/kg höheren Grundpreis. Können Sie noch ruhig schlafen?

Müller: Das ärgert mich. Und es tut mir leid für die landwirtschaftlichen Betriebe, die Existenznöte haben. Aber: Ich kann noch in den Spiegel schauen. Denn alle Schritte zur Verbesserung, die ich angekündigt habe, sind eingeleitet. Das DMK hat noch viel Potenzial – dieses werden wir heben. Und man muss auch sagen, dass die Grundpreisdiskussion den Blick verfälscht: Wir haben 14-tägiges Milchgeld, zahlen einen Logistikbonus sowie Zuschläge für die Inhaltsstoffe. Da sind viele DMK-Landwirte näher dran als die genannten 4 Cent/kg.

Zum Jahreswechsel mussten Sie den Verlust von mehr als 1 Mrd. kg Milch verkraften. Wie sehr schmerzt das noch?

Müller: Nicht so sehr wie viele vermuten. Vermutlich belasten uns die höheren Fixkosten momentan durch die geringere Milchmenge noch etwas. Aber die Werklohnverträge laufen jetzt an, dadurch haben wir die Menge wieder ausgeglichen. Die Frage ist doch: Würde es uns besser gehen, wenn wir stattdessen noch 1 Mrd. kg zusätzliche Milch in schlechten Verwertungen zu Standardprodukten hätten?

Sind alle Werke ausgelastet?

Müller: Wir strukturieren um. Die Standorte Rimbeck und Bad Bibra haben wir bereits geschlossen, Rügen ebenfalls. Parallel fahren wir den Pulverturm in Beesten sowie die Babynahrungproduktion in Strückhausen neu an. Das dauert etwas und kostet Geld. Zudem bauen wir die Kooperation mit FrieslandCampina in Georgsmarienhütte sowie Arla in ...

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Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerd Uken

Wer nicht fragt bekommt auch keine Antwort

https://nord24.de/landkreis-cuxhaven/michpreis-bauern-im-cuxland-sind-stinksauer

von Gerd Uken

Oktober Milchpreis steht auch ....

Wenn sie dann überdurchschnittlich übers ganze Jahr auszahlen wollen, müssen ja noch eine ordentliche Schippe drauf legen !!

von Rudolf Rößle

Großen

solange die großen Genossenschaften nicht mehr Wertschöpfung/ Liter Milch erwirtschaften, können sich die Privaten genüsslich in ihrem Liegestuhl zurücklehnen und ihre Gewinne genießen.

von Andreas Schlueter

Wasserkopf und Co

Als die DMK gegründet wurde aus Nordmilch und Humana haben ca.10.000 Bauer die Milch geliefert bei ca. 5.600 Angestellten. .Heute liefen ca. 6.500 Bauern die Milch bei ca. 7.500 Angestellte bei weniger verarbeiteter Milch Falls noch Fragen auftauchen sollten wo das Milchgeld beibt

von Egge Mansholt

Im Westen nichts neues

Diese Versprechen hab ich schon vor 30 Jahren gehört. Gehalten wurde nichts. Glücklicherweise konnte ich damals als freier Lieferant sofort die Kurve kriegen und wechsel. Das meiste Geld, was den Lieferanten zusteht versickert in dem übergroßen Wasserkopf. Fragt doch mal, was denn der Ingo da bei euch so verdient. Ihr werdet vom Glauben abfallen.

von Sebastian Rach

Das wird nie was.

Thomas Stürtz hat mal salopp bei der Gründung der DMK gesagt, Das steht für Dauerhaft Mehr Kohle. Meiner Meinung steht DMK für Dauerhafte Milch Krise

von Gerd Uken

„ Wir sind auf Kurs“

Wenn denn alles so gut wäre, dann müssten doch mind.1 Mrd kg wieder dazu kommen? Nein sie verarbeiten Milch von F/C bei DOC um die Werke auszulasten. Genauso warmes mit A Wäre, die haben ein neues Mozerella Werk in Jeerenven gebaut mussten aber die Milch der Emlichheimer ab 1.1. schon nehmen -die wurde aber sehr wahrscheinlich in Coesfeld verarbeitet....... Ich kann mir nicht vorstellen das in der Werklohnverarbeitung das große Geld verdient wird! Ich empfinde es auch als Fr.... zu sagen er könnte sich noch im Spiegel anschauen. Gerade 1 mal Bundesdurchschnitt erreicht dabei wollte man überdurchschnittlich auszahlen. Die anderen freut es da ja der Leuchtturm schon im Voraus den unbefriedigenden Milchpreis immer bekannt gibt. Zu guter letzt hat sich die DMK keinen Gefallen damit getan mit den nachträglichen Audits bei den verloren gegangenen Milchlieferanten.

von Norbert Post

Zustandserläuterung

Genossenschaften und so war die idee von Raiffeisen, sollen Angebot und Nachfrage bündeln und dadurch den Bauern bessere Einkommen bescheren. Die DMK ist ja heute schon eine gewinnorientierte GmbH- da ist Genossenschaft nur noch imaginäre Deckmäntelchen was die Bauern bei der Stange halten soll. Jeder weiß doch, dass Massen von austauschbaren Waren keine Erträge bringen- wo ist da die Idee? Dann zu sagen wir haben die 1 Mrd kilo Abgang gut verkraftet, ist doch nur Häme- so macht dem Motto, ihr dummen Bauern könnt uns nichts anhaben... ja ja ja. Ganz ehrlich bin ich der Meinung, dass man DMK verkaufen sollte, genauso wie Westfleisch und Agravis und mit neuen Ideen- regionale Vermarktung, Verbraucherorienterung- wieder neu anfangen. Das wärs doch, schlechter kanns nicht werden

von Karl-Heinz Mohrmann

Ich kann nur hoffen das weitere Milliarden kg Milch in Kündigung stehen. Etwas anderes verstehen diese Herren nicht. Unverschämtheit

von Karl-Heinz Mohrmann

Diesen der Nordmilch oder jetzt der DMK Chefs höre ich seit 20 Jahren. Nie hat DMK die ganzen Versprechungen eingelöst. Zum kotzen. Wie gerne wäre ich bei einer anderen Molkerei.

von Martin Siekerkotte

Ingo

Ist der,der immer lacht seinen mitgliedern hilft es nicht . Der Aktuelle Auszahlungspreis ist eine Unverschämtheit Fude u Seran Produziert auf eigenen Betrieben schon selber Milch wie viel kapital ist da von den Landwirten eingeflossen DMK ist nicht mehr zu retten sofort liquidieren das runter Prügeln des Milch preis muss ein ende haben U Julia Artikel 148 umsetzen

von Carl Becken

DMK Milchpreis

Zu den Zuschlägen der DMK, bei uns DOC, ist zu bemerken, das die Summe aller durchschnittlchen Zuschläge in Höhe von 1.95.- cent vom Grundpreis abgezogen und einbehalten werden. Der GVO Zuschlag ist eine Extra Leistung und mit Kosten für die Betriebe verbunden und wird trotzdem immer wieder mit in den Preisvergleich einbezogen, welches nicht korrekt ist. Bei der DMK lebt man seit Generationen von der Zukunft !

von Ottmar Ilchmann

Ganz einfach:

Nie!

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