Welche Perspektiven hat das Grünland?

In Oldenburg diskutierten jetzt 120 Landwirte, Wissenschaftler und Naturschützer gemeinsam unter dem Titel "„Welche Perspektiven hat das Grünland?“".

[Bild downloaden] Die Referenten der Grünlandtagung (von links): Gerd Lange (Landwirtschaftskammer), Thomas Fartmann (Uni Osnabrück), Rainer Buchwald (Uni Oldenburg), Tim Eiler (Landwirtschaftskammer), Ulrike Thiele (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW), Arno Krause (Grünlandzentrum). Foto: Grünlandzentrum (Bildquelle: Werkbild)

In Oldenburg diskutierten jetzt 120 Landwirte, Wissenschaftler und Naturschützer gemeinsam unter dem Titel „"Welche Perspektiven hat das Grünland?“". Denn nicht nur die Zahl landwirtschaftlich genutzter Gras- und Weideflächen ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gesunken, auch die Interessen von Milchviehhaltern auf der einen und Naturschützern auf der anderen Seite sind nicht immer identisch. Die Tagung veranstalte das Grünlandzentrum und die Universität Oldenburg.

„"Viele Probleme überschneiden sich und daran müssen wir arbeiten"“, schickte Rainer Buchwald (Uni Oldenburg) bei seiner Begrüßung vorweg. Grünland sei nicht nur ein unverzichtbarer Lebensraum für eine artenreiche Pflanzen- und Tierwelt, der darüber hinaus auch eine wesentliche Bedeutung für Wasser- und Nährstoffspeicherung und für den Klimaschutz habe, sondern auch landschaftsprägendes und kulturelles Erbe, für dessen Erhaltung es sich zu kämpfen lohne. Zur Diskussion stellte er die Einführung von mindestens fünf Meter breiten Randstreifen auf landwirtschaftlich genutztem Grünland zur gezielten Förderung des Artenreichtums. Wie ein solcher Mehraufwand für Landwirte honoriert werden könnte, musste unbeantwortet bleiben. „"Wir werden wohl Kompromisse machen und vorhandene Gelder klug verteilen müssen"“, gab Hartmut Schlepps, Landvolk Niedersachsen, zu bedenken.

Weidehaltung bestimme das Image der Gesellschaft, sagte Arno Krause (Grünlandzentrum): „"77 Prozent der Deutschen können sich ein Bild ohne weidende Kühe nicht ".“ Fakt sei aber, dass seit 1980 die Anzahl der Milchkühe um 17 Prozent abgenommen habe, die der Milcherzeuger sogar um 83 Prozent. Die Milchmenge pro Kuh stieg hingegen um 27 Prozent an. „"Wenn der Trend sich fortsetzt, wird die Weidehaltung weiter abnehmen"“, warnte Krause. Um Weidehaltung als naturnahe Haltungsform mit ihren positiven Einflüssen auf Umweltschutz, Tierwohl und Biodiversität zu stärken und die Vielfältigkeit der Produktionssysteme in der Milchwirtschaft zu erhalten, führte das Grünlandzentrum 2015 das Label „PRO WEIDELAND“ ein. "Das Label regelt die Vorgaben für Weidemilch, für die es EU-weit keine einheitlichen Kriterien gibt. Bei Verbrauchern gelte es als Label der Wahl für Weidemilch und sei das einzige, das einen De-Facto-Standard geschaffen habe", erläuterte der Grünlandzentrum-Geschäftsführer. Hinter dem Label steht als Abbild der Gesellschaft eine große Gemeinschaft aus Stakeholdern, zu der Vertreter aus Landwirtschaft, Umwelt- und Tierschutz sowie Wissenschaft und Politik zählen.

Artikel geschrieben von

Patrick Liste

Redakteur Rinderhaltung

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Arbeiten auf einer 840.000-Hektar-Farm

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Diskussionen zum Artikel

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von Werner Danzeisen

Wollen Kühe auf der Weide sehen?, und der Wolf liegt friedlich daneben und frisst auch Gras?

Vielleicht sollten manche Leute mal "Gras" zur Bewustseinserweiterung rauchen.

von Andre Heinemann

Derogation

Das ist das wirklich hilfreiche Instrument. Nitratprobleme werden auf dem Acker verursacht, aber das Grünland wird bestraft. Es brauch kein Geld oder sonstige Regelungen. Sorgt dafür, dass der Wirtschaftsdünger da hin kommt, wo er passt. Die Milchviehhalter müssen Gülle abgeben, aber Mineraldünger streuen, um die Qualitäten zu sichern. Das hat nichts mit Nachhaltigkeit, Kreisläufen oder sonst etwas zu tun. Das Grünland hat halt keine Lobby: Gänse, keine Derogation, Streichung AGZ, usw.

von Hermann Stroemer

230 kg

organische N-Düngung/ ha DGL zulassen und gut ist. Der N-Bedarf steht dem schließlich nicht entgegen .Dann wird das Grünland von selber mehr. Ist nur zu einfach und bringt keine Arbeitsplätze in der Zertifizierungs- und Kontrollindustrie...

von Gerd Uken

Hab da mal gegoogelt

http://www.proweideland.de/verbraucher/ziele Was daraus denn geworden? Für 2018 gabs wohl kein Fördergeld mehr..... Einzigen nutzen hatten bislang die Vermarkter der Weidemilch so wie es aussieht.

von Hans Nagl

Problem des Grünland !

Am Grünland ist doch für die Industrie nichts verdient, kein Saatgut ( Mais ) jedes Jahr, kein Pflanzenschutz darum hat das Grünland wenig Lobby.

von Gerd Uken

Die Politik gibt es ja so vor

Einen Mehrerlös gibt es nicht. Die Molkerei zahlt keine 5 Cent pro kg mehr ....... Weideprämie kann nicht beantragt werden also werden wir hier auch Emsländische Verhältnisse bekommen-da sucht man vergebens weidende Kühe......ich war 2 Tage mit dem Fahrrad dort unterwegs, 4 Rinder bei einem Waldkaffe in der Grafschaft sonst nur Mais u. Kartoffeln die Kühe standen in Boxenlaufställen, daneben eine BGA. Das ist die Wirklichleit

von Ottmar Ilchmann

Geniale Terminwahl

Die allermeisten Grünlandbauen waren wohl bei bestem Erntewetter auf ihren Höfen unabkömmlich.

von Steffen Hinrichs

Was hilft es dem Bauern und wo war er in der Runde ?!

"Pro Weide " bringt dem weidehaltenden Bauern trotzdem kein Mehrerlös ein und so wird sich aus wirtschaftlichen Gründen die Weidehaltung weiter verabschieden .

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