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Trockenfutter: Hygiene ist kein Selbstläufer!

Lesezeit: 5 Minuten

Verschimmelte Futterreste beeinträchtigen die Tier­gesundheit. Wie Sie die ­Hygiene beim Trockenfutter ­verbessern, erläutert Martin Breuer, Erzeugerring Westfalen.


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Nicht nur bei Flüssigfutter kann es zu Hygieneproblemen kommen. Auch bei Trockenfutter können Verunreinigungen durch Vogelkot oder Schimmelnester den Schweinen auf den Magen schlagen. Die Folgen: Minderleistungen durch eine eingeschränkte Futteraufnahme, Schwächung der körpereigenen Abwehr durch Pilztoxine und im Extremfall sogar Totalausfälle.


Die größten Probleme ergeben sich dort, wo Futter mit Vogelkot oder Kondenswasser in Kontakt kommt. Kondenswasser entsteht im Winter, wenn warme Luft auf kältere Oberflächen trifft. Aus Feuchtigkeit und organischem Material entsteht dann Schimmel. Dies kann in Außensilos der Fall sein, aber auch in der Futtermaschine, in den Rohrleitungen oder im Futterautomat. Schimmelbildung lässt sich insbesondere in Außensilos niemals ganz verhindern, sondern allenfalls reduzieren.


Die folgenden Tipps zeigen Ihnen, wie Sie diese Probleme vermeiden.


Sauberes Getreide verfüttern


Verfüttern Sie grundsätzlich nur gereinigtes Getreide. Denn verunreinigtes Futter kann zum Aufblähen und plötzlichen Verenden der Tiere führen. Besonders gefährdet sind frohwüchsige Herkünfte. Zudem sollten Sie die Schmachtkörner herausreinigen, da sie besonders stark mit Toxinen belastet sein können.


Idealerweise reinigen Sie das Getreide mit einem Windsichter (siehe Bild ganz rechts) bereits beim Einlagern. Denn auch die Lagerqualität leidet durch Verunreinigungen (siehe kleines Bild). Kostengünstiger ist das Reinigen vor dem Mahlen. Dann reicht ein Windsichter mit deutlich geringerer Leistungsfähigkeit.


g Verunreinigungen durch Vogelkot verhindern


In Hallen gelagertes Getreide lockt Vögel an. Über den dabei anfallenden Vogelkot gelangen insbesondere Salmonellen übers Futter ins Schwein. Daher sollten Sie offene Hallenseiten mit Toren oder Windnetzen bestücken. Sinnvoll ist es, das Futter zusätzlich mit Folie abzudecken. Zwischen Dach und Außenwand verhindern Lüftungsprofile (siehe Bild), dass die Vögel in die Halle gelangen können.


g Saubere Anschnittfläche bei Flachsilos


Wenn Sie Feuchtgetreide oder CCM in Flachsilos lagern, kann sich bei Hitze an der Anschnittfläche schnell Schimmel bilden. Um die Oberfläche so klein wie möglich zu halten, sollten Sie den Anschnitt grundsätzlich sauber, glatt und fest halten. Im Sommer ist das Besprühen der Anschnittfläche mit Propionsäure sinnvoll, um Schimmelbildung vorzubeugen. Ideal ist ein täglicher Vorschub von mindestens 10 cm. Bei der Anlage des Siloplatzes sollten Sie dies berücksichtigen. Außerdem sollten Sie die Anschnittfläche gegen starken Sonneneinfall beschatten.


Schimmelbildung im Außensilo reduzieren


In Außensilos entsteht Schimmel vorrangig an der Silodecke (siehe Bild) und an undichten Stellen zwischen Silo und Auslauftrichter, wo Wasser von außen eindringt. Bei Silos, die selten oder nie voll befüllt werden, kann sich Schimmel auch schnell an den Silowänden oberhalb des Futters bilden. Denn dort lagert sich bei jeder Befüllung viel Staub ab, der in Verbindung mit Kondenswasser schimmelt. Daher sollte die Silogröße stets das vollständige Befüllen ermöglichen. Dann reinigt herabrutschendes Futter die Wände mechanisch. Die Kondensatbildung können Sie verringern, indem Sie Außensilos im Schatten platzieren.


Außensilos regelmäßig reinigen lassen


Damit neues Futter nicht durch alte Schimmelreste verunreinigt wird, müssen die Silos regelmäßig von innen gereinigt werden. Doch Vorsicht: Das Einatmen der geruchlosen Schimmelsporen ist sehr gefährlich. Daher sollten Sie das Reinigen an Profis vergeben. Ideal ist die vollautomatische Reinigung mit einem Reinigungsroboter (siehe Bild). Das dazu im Silo erforderliche „Mannloch“ lässt sich auch nachträglich problemlos einbauen. Die Luke eignet sich auch optimal, um die Hygiene im Siloinneren zu kontrollieren.


Futtermaschine und Umlenkrollen abdichte


In Futtermaschinen und Umlenkrollen der Futterkette, die außerhalb von Gebäuden installiert sind, kann sich leicht Kondenswasser bilden. Am besten ist die Futtermaschine im Vorraum untergebracht. Und um die Umlenkrollen gegen eindringendes Regenwasser zu schützen, sollten Sie die Verkleidung wie im Bild sorgfältig mit einer guten Dichtungsmasse abdichten.


Zudem ist es sinnvoll, die Futtermaschine regelmäßig mit einem Industriestaubsauger von altem Futter zu befreien. Denken Sie jedoch daran, die Maschine vorher auszuschalten!


g Sacksilos sind hygienischer


Hygienischer als Außenbehälter sind Trevirasilos, die im Gebäude­inneren untergebracht sind. Die leeren Silos sind durch Ausklopfen ganz einfach sauberzuhalten. Schimmelbildung ist hier in der Regel kein Thema. Aus hygienischen Gründen sollten Sie die Silos jedoch nach etwa 15 Jahren erneuern. Denn im Laufe der Zeit sammeln sich massenhaft Milben an, die die Futterhygiene ebenfalls beeinträchtigen.


i Abnehmbare ­Fallrohre


Nach dem Ausstallen müssen Sie die Automaten und die Fallrohre auch von innen mit dem Hochdruckreiniger gründlich waschen. Die Deckel der Automaten sollten dazu – sofern vorhanden – abnehmbar sein. Die Öffnung muss groß genug sein, um den Automaten bequem reinigen zu können.


Die Fallrohre dürfen Sie mit dem Hochdruckreiniger nicht von unten reinigen. Denn dann drücken Sie Schmutz und Reinigungswasser in die Futterkette und verursachen dort Schimmelbildung. Die Fallrohre sollten sich daher zum Reinigen schnell und komplett abnehmen lassen.


Kondenswasser an Wasserleitungen beachten


An den Wasserleitungen im Abteil bildet sich regelmäßig Kondenswasser. Kritisch ist es daher, wenn die Wasserleitung bei Breiautomaten im Automaten verlegt ist und Futterkontakt hat. Achten Sie zudem darauf, dass die Leitungen unterhalb der Stalldecke so geführt werden, dass das Kondenswasser nicht in Automaten oder Tränkeschalen tropfen kann.


Automaten mit Deckel sind aus hygienischen Gründen geeigneter als offene Automaten: Sie schützen das Futter besser vor der Stallluft und dem Tropfwasser.

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