Fütterung

30 % höhere Futterkosten: So steuern Sie gegen

Ferkelerzeugern und Mästern laufen die Futterkosten davon. Wir stellen Tipps vor, wie Sie gegensteuern können.

1. Futterverwertung prüfen

Die Futterverwertung (FVW) ist und bleibt der wirtschaftlich größte Hebel, um die Futterkosten zu senken. Derzeit kosten 100 kg Mastfutter im Durchschnitt gut 35 € inklusive Mehrwertsteuer. Verbessert sich die FVW um 0,1 Punkte, frisst das Schwein etwa 10 kg Futter weniger. Der Landwirt spart dadurch ca. 3,50 € je Tier ein. Das sind bei 5 000 verkauften Schweinen 17.500 € jährlich!

Großen Einfluss auf die Futterverwertung haben z. B. die Tiergesundheit, die Futterqualität, die Futterverluste, aber auch das Mast- sowie das Haltungsverfahren. Wer Jungeber mästet, erreicht oft eine sehr gute FVW von 1 : 2,60 oder niedriger. Gegenüber Börgen brauchen Jungeber 0,3 bis 0,4 kg weniger Futter pro kg Zuwachs. Das bringt bei den aktuellen Futterkosten einen ökonomischen Vorteil von 7 bis 10 € je Tier. Deutlich teurer ist die Fütterung im Außenklimastall. Hier fressen die Schweine in der Regel über 3 kg Futter, um 1 kg Fleisch zu erzeugen. In der Bioschweinehaltung liegen die Werte bei 1 : 3,50 oder noch höher.

2. Rationen halbjährlich analysieren

Wer möglichst günstig füttern will, muss genau wissen, was im Futter enthalten ist. Das weiß man aber nur, wenn man die Futtermischungen regelmäßig analysieren lässt. Sowohl Trocken- als auch Flüssigfutterrationen sollten halbjährlich beprobt werden.

Bei der Flüssigfütterung sowie dem Bezug von Nebenprodukten ist besonders wichtig, den Trockenmassegehalt (TM) bestimmen zu lassen. In der Praxis zeigt sich immer wieder, dass die Werte aus dem Fütterungsrechner nicht mit denen im Trog übereinstimmen. Schon bei 2 % geringeren TM-Gehalten drohen 7 % geringere Zunahmen mit entsprechend steigenden Futterkosten.

Entscheidend ist, dass die Proben richtig gezogen werden: Bei Trockenfutter müssen Teilproben aus mehreren Automaten entnommen werden. Bei Flüssigfutter bieten sich immer drei Proben an: Eine aus dem Anmischbehälter sowie jeweils eine aus dem ersten und letzten Trogventil.

3. Richtig mahlen und ­mischen

Großen Einfluss auf die Futterkosten hat die Mahlfeinheit. Zu grob geschrotetes Futter verdaut das Schwein nicht ausreichend, zu fein vermahlenes Futter kann zu Magengeschwüren führen.

Im Mastfutter sollten nicht mehr als 50 % der Futterpartikel größer als 1 mm sein. Maximal 35 bis 40 % sollten kleiner als 0,5 mm sein.

Bei zu grober Futterstruktur müssen die Drehzahl der Hammermühle erhöht und der Materialzulauf gebremst werden. Bei zu feiner Vermahlung kann die Drehzahl sinken und der Materialzulauf darf erhöht werden. Die Mahlfeinheit sollte mithilfe von Siebkästen kontrolliert werden, in die zunächst etwas Futter eingefüllt und dann horizontal und vertikal geschüttelt wird.

Bei hofeigenen Mahl- und Mischanlagen muss der Sieblochdurchmesser regelmäßig kontrolliert...


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