Deutsche Herkunft

5xD: Verbände begrüßen Bekenntnis der Discounter

Letzte Woche haben Aldi und Lidl angekündigt, ihr Schweinefrischfleisch und teilweise die Verarbeitungsware auf deutsche Herkunft umzustellen. Die ISN, der BRS und QS begrüßen die Entscheidung.

Bei den erzeugernahen Verbänden und Organisationen wurden die Ankündigung der Discounter Aldi und Lidl zur Umstellung des Schweinefrischfleischsortiments auf 5xD einhellig begrüßt. Dies sei genau richtig und wichtig für die deutschen Ferkelerzeuger und Schweinemäster, betonte die Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands (ISN). Dem müssten weitere Handelsunternehmen folgen. Gut sei, dass Lidl noch einen Schritt weitergehe und auch einen Teil der verarbeiteten Ware mit einbeziehe. Das sei ein guter Anfang, der nach und nach weiter ausgebaut werden müsse, um die Schweinehaltung in Deutschland zu stärken.

„Damit auch die letzten Lebensmitteleinzelhändler und insbesondere Lebensmittelgroßhändler auf diesen Zug aufspringen, ist es ganz wichtig, dass nun auch die im Koalitionsvertrag anvisierte verpflichtende Herkunftskennzeichnung für alle Schweinefleischprodukte endlich kommt - so wie wir sie seit Jahren fordern", erklärte ISN-Geschäftsführer Dr. Torsten Staack. Politisch sei in der vorherigen Legislaturperiode viel über die Herkunftskennzeichnung diskutiert worden, aber ohne greifbare Resultate.

Ohne Sauen keine Regionalität

Der Bundesverband Rind und Schwein (BRS) sprach von einem „ersten wichtigen Signal für viele deutsche Schweinehalter, deren Existenz aktuell bedroht ist“. Damit werde nicht nur für die deutsche Sauenhaltung, sondern für die gesamte Wertschöpfungskette - zumindest bei Frischfleisch - ein positives Zeichen gesetzt. „Ohne die deutsche Sauenhaltung haben Regionalkonzepte keine Zukunft", betonte der erste stellvertretende BRS-Vorsitzende Paul Hegemann. Damit 5xD aber wirklich ein Erfolg werde, müsse es auch für Verarbeitungsware gelten.

Der BRS sieht die Agrar- und Ernährungswirtschaft in einer Gesamtverantwortung, der gesellschaftlichen Forderung nach mehr Tierwohl und Regionalität nachzukommen. Daher müsse sich die ganze Kette - vom Erzeuger bis zur Ladentheke - zur Einhaltung der höheren Standards bekennen und diese auch umsetzen. Die Vertreter der Arbeitsgruppe „Schwein" im Agrardialog begrüßten ebenfalls die Ankündigung der Handelshäuser ausdrücklich. Zugleich betonten sie, ein essentieller nächster Schritt sei „die faire und mindestens kostendeckende vollkostenbasierende Bezahlung der Produkte“.

QS soll Kennzeichnung kontrollieren

Dass immer mehr Einzelhandelsketten auf 5xD umstellen, sieht auch der Vizepräsident des Landvolkes Niedersachsen, Jörn Ehlers, sehr positiv. „Ich wünsche mir, dass dieses Beispiel Schule macht und sich letztendlich auch im Produktpreis für den Landwirt positiv auswirkt“, so Ehlers. Dies dürfe aber nicht freiwilliges Stückwerk bleiben, sondern die Herkunftskennzeichnung müsse zum verpflichtenden Standard werden. Ein möglicher Partner zur verlässlichen und neutralen Überwachung dieses Standards könnte das System der QS Qualität und Sicherheit GmbH sein. „Das QS-System verfügt über vorhandene Infrastrukturen, was den ambitionierten Zeitplänen der Handelsunternehmen entgegenkommen würde“, so der Landvolkvizepräsident.

Zudem hätte QS so die Möglichkeit, die innerhalb der europäischen Qualitätssicherungssysteme immer unterschiedlicher werdenden Standards über die erkennbare Herkunft kenntlich zu machen. Laut Ehlers wird Transparenz für die Verbraucher immer wichtiger, was den Handelsunternehmen und anderen Marktteilnehmern auch immer bewusster werde.


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