CDU-Niedersachsen stellt Ringelschwanzprämie auf den Prüfstand

Wird die niedersächsische Ringelschwanzprämie, ein Vorzeigeprojekt des ehemaligen grünen Landwirtschaftsministers Christian Meyer, gekippt? Noch ist es zwar nicht so weit. Niedersachsens neue Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast von der CDU will die Maßnahme aber neu bewerten lassen.

Barbara Otte-Kinast, CDU (Bildquelle: Archiv)

Wird die niedersächsische Ringelschwanzprämie, ein Vorzeigeprojekt des ehemaligen grünen Landwirtschaftsministers Christian Meyer, gekippt? Noch ist es zwar nicht so weit. Niedersachsens neue Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast von der CDU will die Maßnahme aber neu bewerten lassen. „Wir müssen abwarten, ob uns solche Prämien wirklich weiterbringen“, sagte die Ministerin dem „Weser-Kurier“. In diesem Zusammenhang fordert die Politikerin strengere Erfolgskontrollen für Tierschutzmaßnahmen. Für den mittlerweile sechs Jahre alten Tierschutzplan werde es einen „Zwischenstopp“ geben, um Landwirte, Tierärzte und Wissenschaftler nach den Erfolgen zu befragen, ließ die Ministerin verlautbaren.

Im ersten Förderjahr von Dezember 2015 bis November 2016 haben insgesamt 86 Betriebe mit gut 80.000 Mastschweinen an dem Ringelschwanz-Projekt teilgenommen. Davon waren 54 konventionelle Betriebe, 13 Neuland- und 19 Öko-Betriebe. Sie erhielten für den Mehraufwand die erfolgsorientierte Prämie von 16,50 € pro Schwein. Die Vor-Ort-Kontrollen im Jahr 2016 hatten ergeben, dass bei den erfolgreich teilnehmenden Betrieben im Schnitt 93 % der Ringelschwänze intakt waren.

Kritiker weisen trotz der auf den ersten Blick positiven Ergebnisse darauf hin, dass es noch viel zu tun gibt. Denn die Erfolgsquoten sind wenig aussagekräftig, solange das System nicht durchgängig ist. Die größte Herausforderung in Sachen Kupierverzicht ist die Ferkelaufzucht, sie wird aber bei der Prämie und damit bei der Berechnung der Quoten nach wie vor nicht berücksichtigt.
 
 

Artikel geschrieben von

Marcus Arden

Redakteur Schweinehaltung

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