top agrar plus Projekt "DigiSchwein"

Digitalisierung: „Die finale Entscheidung trifft der Tierhalter“

Im Projekt „DigiSchwein“ entwickeln Forscher ein sensorbasiertes Frühwarnsystem für Schweinehalter. Soll dies das Auge des Landwirts ersetzen?

Über die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung im Schweinestall sprach top agrar mit Dr. Marc-Alexander Lieboldt von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Er koordiniert das Forschungsprojekt "DigiSchwein".

Wieso hinkt die Schweinehaltung ­anderen Branchen in puncto Digitalisierung hinterher?

Lieboldt: Grundsätzlich ist die Landwirtschaft Vorreiter in der Digitali­sierung. Vor allem Milchviehhalter nutzen schon lange einzeltierbezogene Daten. Beim Schwein ist das anders. Die Branche ist zwar schon lange erfolgreich im Bereich Stallklima digital unterwegs. Der Trend geht jedoch hin zu einzeltierbezogenen Daten.

Viele Sensoren lassen sich aber nicht direkt am Schwein befestigen. Also muss man sie in der Umgebung des Tieres positionieren. Hinzu kommt, dass Sensoren wie Kameras zwar am Markt verfügbar, aber nicht explizit für den Stalleinsatz entwickelt wurden. Ihre Praxistauglichkeit wollen wir daher testen.

Was ist das Ziel des Forschungs­projektes „DigiSchwein“?

Lieboldt: Ziel des Projektes ist es, eine Art Frühwarnsystem für Tier­halter zu entwickeln. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen will in der Versuchsstation in Wehnen mit zahlreichen Projektpartnern aus Wissenschaft und Wirtschaft klären, welche Sensoren sich im Stall einbauen lassen, welche Daten gesammelt und verknüpft werden können und wie sich die Daten per Software auswerten lassen. Landwirte sollen dadurch Veränderungen im Verhalten bzw. der Tiergesundheit deutlich früher im Bestand erkennen und daraufhin Entscheidungen im Management treffen können.

Welche Sensoren sind in Wehnen ­verbaut und wie gut funktionieren sie im praktischen Einsatz?

Lieboldt: Zur Grundausstattung an ­jedem Tier gehört eine Radiofrequenz-Identifikations (RFID)-Ohrmarke. Das RFID-Signal ist grundlegend, um einzeltierbezogene Daten zu erheben. Bei den Sauen setzen wir zudem spezielle Sensorohrmarken ein, die die Temperatur und Beschleunigung messen. Das könnte Betriebsleitern künftig die Rauscheerkennung erleichtern bzw. rund um die Abferkelung unterstützen.

In der Haltungsumgebung der Tiere sind weitere Sensoren verbaut: 3D-­Kameras zur optischen Vermessung, Wärmebildkameras, Mikrofone zur Geräusch- und Hustendetektion. ­Zudem sind die...

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