Entwurf zur Haltungsverordnung dringend anpassen!

Der Arbeitskreis Ferkelerzeugung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes fordert eine Korrektur wichtiger Passagen im Entwurf der Nutztierhaltungsverordnung.

Die geplante Änderung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung stellt die Sauenhalter vor größte Herausforderungen. Denn die im Verordnungsentwurf vorgesehenen baulichen Veränderungen des Deckzentrums und der Abferkelbuchten sind in dieser Form für viele Tierhalter nicht umsetzbar. Deshalb fordern die Ferkelerzeuger in Westfalen-Lippe Bund und Länder auf, den Entwurf der Nutztierhaltungsverordnung dringend anzupassen.

Geforderte Buchtenfläche reduzieren

Beispiel Buchtenfläche: Nach dem derzeit vorliegenden Entwurf soll die Abferkelbucht eine für die Sau uneingeschränkt nutzbare Bodenfläche von mindestens 5 m2 aufweisen. Das würde bedeuten, dass jede Bucht insgesamt mindestens 7 bis 8 m2 groß sein müsste. Derartige Buchtengrößen passen jedoch nicht zu den Abmessungen bestehender Abferkelställe. Neubauten wären unvermeidlich.

Untersuchungen aus Deutschland und Österreich zeigen jedoch, dass Abferkelbuchten mit einer Gesamtfläche von 5,5 m2 optimal funktionieren. Die Ferkelerzeuger im Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) fordern deshalb sogenannte Bewegungsbuchten mit einer Gesamtfläche von 5,5 m2 bzw. einer für die Sau nutzbaren Bodenfläche von 3,5 m2/Muttersau.

Bestandsschutz für bestehende Ställe

Zudem sieht der Entwurf der Nutztierhaltungs-VO vor, dass für bestehende Ställe nach Ablauf von 12 Jahren ein Betriebs- und Umbaukonzept erstellt werden muss, einschließlich einer Baugenehmigung. 15 Jahre nach Inkrafttreten der Verordnung müssen die neuen Vorgaben dann auch von Betreibern bestehender Ställe eingehalten werden.

Unter den aktuell diskutierten Änderungen im Bau-, Umwelt- und Düngerecht werden die notwendigen Genehmigungen jedoch kaum realisierbar sein. Die Ferkelerzeuger im WLV plädieren deshalb für einen dauerhaften Bestandsschutz bestehender Abferkelställe. Neue Vorgaben sollten nur für Neubauten gelten. Zudem müssen bauwillige Landwirte durch ein umfassendes Investitionsprogramm unterstützt werden!

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Artikel geschrieben von

Henning Lehnert

Redakteur Schweinehaltung

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Diskussionen zum Artikel

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von Eckhard Meyer

Entwurf zur Haltungsverordnung dringend anpassen!

Bewegungsbuchten werden nicht besser, wenn man sie immer größer macht. Trotzdem kann man die Funktionsfähigkeit nicht (nur) auf die Größe reduzieren. 5,5 m² sind aus unserer Sicht zu wenig: 1. Ein optimaler Aktionsradius für die Sau ergibt sich bei einer Gesamtfläche der Abferkelbucht von 6,0 bis 7,0 m². 2. Die Sau kann sich besser ablegen und Rollbewegungen koordinierter machen, wenn die Bewegungsfreiheit moderat begrenzt ist. Ein Aktionsraum von 5 m² wie er derzeit noch diskutiert wird ist bautechnischer Irrsinn und erhöht nachweislich die Saugferkelverluste. 3. Für die Saugferkel müssen optimale Fluchträume gestaltet werden. Dazu sollte das Verhältnis von Bewegungsraum der Sau und Fluchträumen für die Saugferkel ein Verhältnis von 1,5: 1 nicht wesentlich überschreiten. Fluchträume müssen sich an allen Seiten der Bucht befinden, so dass die Saugferkel die Möglichkeit haben im Kreis zu laufen. Empfehlung: Abferkelbuchten mit 5 m² Bodenfläche für die Sau, führen zu etwa 8 m² großen Abferkelbuchten. Diese provozieren bis zu 8 % höhere Ferkelverlustraten. Abferkelbuchten sollten insgesamt eine Fläche von mindestens 6 m² haben, und an allen Wänden Flucht-räume für die Saugferkel haben.

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