Steak, Burger und Wurst

Fleischersatzprodukte: EU-Dachverbände warnen vor irreführenden Bezeichnungen

Sechs EU-Dachverbände des landwirtschaftlichen Berufsstandes und der Fleischverarbeiter sowie -vermarkter werfen den Herstellern von Fleischimitationen eine „aktiv betriebene Marktverzerrung“ vor.

Die Verwendung von Bezeichnungen wie „Steak“, „Burger“ oder „Wurst“ für auf pflanzlichen Rohstoffen basierenden Fleisch- und Milchersatzprodukten haben sechs EU-Dachverbände des landwirtschaftlichen Berufsstandes, der Fleischverarbeiter und -vermarkter scharf kritisiert. In einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Erklärung warnen unter anderem die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (COPA) und ländlichen Genossenschaften (COGECA) sowie die Europäische Vieh- und Fleischhandelsunion (UECBV) vor einer Vereinnahmung traditionell aus Fleisch bestehender Spezialitäten durch in der Regel ernährungsphysiologisch „weniger wertvollere“ pflanzliche Ersatzprodukte. Obwohl man anerkenne, dass pflanzliche Erzeugnisse unter Umständen eine Proteinquelle darstellten, hätten diese nicht den gleichen Nährwert wie die tierischen Produkte, die man zu imitieren versuche. Daher sei auch die Darstellung, es handle sich bei den Fleischersatzprodukten um die gesündere Alternative, nicht zu akzeptieren. Darüber hinaus geben die Unterzeichner der Erklärung zu bedenken, dass der vegetarische Fleischersatz häufig hohe Gehalte an Zusatzstoffen, Salz, Zucker und Fett enthalte. Den Herstellern von Fleisch- und Milchimitationen werfen die Dachverbände deshalb eine „aktiv betriebene Marktverzerrung“ vor. Des Weiteren wird die „tiefe kulturelle Verwurzelung“ von Fleischbezeichnungen wie Speck, Schinken, Carpaccio, Steak, Filet, Koteletts oder Salami betont. Viele dieser Spezialitäten wiesen aufgrund der „harten Arbeit“ von Landwirten und Metzgern sowie der unterschiedlichen Bedingungen der verschiedenen Regionen einen „einzigartigen Charakter“ auf.

Anerkennung für die Arbeit der Landwirte gefordert

Die sechs EU-Dachverbände pochen daher mit Nachdruck auf einen Schutz dieser Bezeichnungen gemäß dem Vorbild der geschützten geografischen Angaben (g.g.A.) und geschützten Ursprungsbezeichnungen (g.U.). Die Hersteller von Fleisch- und Milchersatzprodukten werden aufgefordert, neben der von ihnen immer hervorgehobenen, eigenen Kreativität, auch „fair zu sein“. Eine Branche, die sich dem „Mainstream“ anpassen wolle, dürfe ihre Markstellung nicht dadurch ausbauen, indem sie ihr Marketing auf bestehende Produkte und auf einen Kampf gegen diese konzentriere. Für den europäischen Vieh- und Fleischsektor sei dies kein Kampf gegen, sondern ein Aufruf zur rechtmäßigen Anerkennung und Achtung der Arbeit von Millionen europäischer Landwirte und Arbeitnehmer, heißt es in der Erklärung. Diese hielten die ländlichen Gebiete am Leben und versorgten die Bürger mit hochwertigen Milch- und Fleischerzeugnissen, die von allen Generationen als Teil des europäischen kulinarischen Erbes und einer ausgewogenen Ernährung genossen und konsumiert würden.



Diskussionen zum Artikel

von Wilfried Maser

erschreckend

wie wenig wenn überhaupt unser Bauernverband dagegen unternommen hat, damit Bezeichnungen von unseren Lebensmitteln nicht für Panschereien missbraucht wurden. Das gleiche gilt für die Metzger- und Molkerei- Vertretungen!!!

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