Stallbau

Häppchenfütterung im Abferkelstall Premium

Wenn laktierende Sauen ihr Futter mehrmals täglich in kleinen Portionen erhalten, steigen Futteraufnahme und Milchleistung. top agrar zeigt, welche Techniken die Hersteller anbieten.

Unser Autor: Christian Meyer, LVZ Futterkamp.

Laktierende Sauen sollten während der Säugephase maximal 15% ihres Gewichtes einschmelzen. Verlieren sie mehr, wirkt sich das negativ auf die folgende Trächtigkeit aus. Häufig sinkt die Wurfleistung deutlich ab, weil die Befruchtungsrate schlechter wird. Magern die Sauen extrem ab, dürfen sie in der folgenden Rausche auf keinen Fall wiederbelegt werden. Sie müssen zuerst wieder in Kondition gefüttert werden. Das kostet Geld und zerreißt die Abferkelgruppen.

Um zu verhindern, dass die Sauen während der mehrwöchigen Säugezeit zu viel Körpermasse verlieren und die Milchleistung rapide nachlässt, müssen sie viel Futter aufnehmen. Während der Hauptlaktation benötigen hochfruchtbare Sauen zwischen 7 und 11 kg Futter täglich. Diese Mengen können die Tiere aber nicht in zwei Mahlzeiten fressen. Deshalb muss in mehreren kleineren Portionen gefüttert werden – am besten gleichmäßig über den Tag verteilt. Viele Landwirte stellt das jedoch vor arbeitswirtschaftliche Probleme. Ihnen fehlt die Zeit oder das Personal, um den laktierenden Sauen das Futter häppchenweise in den Trog zu geben.

Volumendosierer nicht ideal

Um die Sauen nicht per Hand füttern zu müssen, setzen viele Ferkelerzeuger im Abferkelstall Volumendosierer ein, die über eine Futterkette automatisch mit Trockenfutter befüllt werden. Diese Lösung hat allerdings zwei Nachteile: Erstens muss der Landwirt den Futterabwurf in der Regel selbst per Hand auslösen und auch die Trogkontrolle ist aufwendig. Zweitens kann die Sau die Futtermenge nicht selbst steuern. Es passiert deshalb immer wieder, dass abends Futterreste im Trog liegen, weil die Sau ihre Tagesration nicht aufgefressen hat. Der Zeitaufwand für die Reinigung der Tröge ist erheblich und die Arbeit lästig.

Die Alternative sind Flüssigfütterungen. Allerdings ist hier das Futtervolumen durch den Wasserzusatz oft so groß, dass die Sauen ihre Tagesrationen ebenfalls nicht auffressen und immer wieder abgestandenes Futter im Trog stehen bleibt. Abhilfe schaffen zwar Trogsensoren, die dem Computer melden, ob der Trog leergefressen wurde. Aufgrund der relativ hohen Investitionskosten lohnen sich Flüssigfütterungen aber meist nur in größeren Sauenbeständen.

Die ad libitum-Fütterung im Abferkelstall hat sich nicht durchgesetzt. Die Technik ist zwar preiswert, die...

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Artikel geschrieben von

Marcus Arden

Redakteur Schweinehaltung

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