Stallbau

"Pig & Click": Verbraucher als Stallplaner

Das digitale Tool "Pig & Click - Build your own pig farm" zeigt Verbrauchern die Komplexität der Schweinemast und die Dilemmata der Nachhaltigkeit. Ziel ist es, eine höhere Wertschätzung zu erzeugen.

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Nur wenige Verbraucher sind sich bewusst, welch komplexe Entscheidungen Landwirte treffen müssen, um ihre Schweinemastbetriebe in der aktuellen Krisenzeit weiter rentabel zu betreiben. Welche Nachhaltigkeitsfaktoren sie dabei beachten müssen und vor welchen Dilemmata sie oftmals stehen, weiß kaum ein Verbraucher.

Innerhalb des Wissenschaftsjahrens 2020/21 hat das Team der Biologiedidaktik der Universität Osnabrück die Selbstlernplattform "Pig & Click - Build your own pig farm" ins Leben gerufen. Während sich der Nutzer durch die digitale Hoflandschaft klickt, erzählt Pig & Click die Geschichte der beiden Junglandwirte Mia und Finn. Durch dieses interaktive "Scrollytelling" lernen Teilnehmende spielerisch die Komplexität der Schweinefleischproduktion kennen. Sie unterstützen Mia und Finn beim Planen eines Stallumbaus.

Während die Charaktere der Geschichte hilfreiche Informationen liefern, entscheiden die Nutzer welche Standards ein möglicher neuer Stall benötigt. Dabei müssen sie unter anderem entscheiden, wie viel Platz das einzelne Tier, welche Art eines Auslaufs gebaut wird und welche Beschäftigungsmaterialen sinnvoll wären. Wie sich die Entscheidungen auswirken, zeigt ein Netzdiagramm.

Mehr Verständnis und Wertschätzung für Landwirte

Übergeordnetes Ziel des Projektes sei es, Verbrauchern die Komplexität des Systems "Massenschweinehaltung" näher zu ringen, beschreibt das Projektteam auf der eigenen Homepage. Dadurch solle jeder Nutzer mehr Verständnis und eine höhere Wertschätzung für die Arbeit der Landwirte entwickeln.

Um fachliche Expertise sicherzustellen, entstand das gesamte Material in enger Zusammenarbeit mit dem Landwirtschaftlichen Bildungszentrum Echem der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Im Rahmen des Hochschulwettbewerbs 2021 "Wissenschaft im Dialog" erhielt das Projekt eine Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie durch die Alfred Toepfer Stiftung des Förderfonds Zukunftsgerechte Landnutzung.

Das Projekt soll in Zukunft auch bei Jugendlichen mehr Verständnis für die Landwirtschaft erzeugen. Dafür stellt das Team um Dr. Florian Fiebelkorn und Elena Folsche in Zukunft auch Unterrichtsmaterialien für Schulen zur Verfügung.

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