Saugferkel-Management

Preis der Tiergesundheit: Die Gewinner stehen fest

Bei dem von MSD Tiergesundheit ausgelobten „Preis der Tiergesundheit“ waren diesmal innovative Ideen für das Saugferkel-Management gefragt. Am Samstag wurden die Gewinner vorgestellt.

Der Grundstein für eine erfolgreiche Ferkelaufzucht und Mast wird im Abferkelstall gelegt. Deshalb hat der Pharmakonzern MSD Tiergesundheit beim diesjährigen „Preis der Tiergesundheit“, den das Unternehmen bereits zum zweiten Mal vergibt, in der Schweinehaltung den Focus auf das Saugferkel-Management gelegt. Gesucht wurden Konzepte zur Verbesserung der Tiergesundheit und des Tierwohls. top agrar hat in der Juniausgabe (6/2021) ab Seite S28 ausführlich darüber berichtet.

In der Kategorie Schwein haben sich aus Deutschland und Österreich 21 Ferkelerzeuger beworben. Anfang April wählte eine unabhängige Jury aus Wissenschaftlern und Beratern die drei besten Konzepte aus. Am vergangenen Samstag (29.05.21) wurden im Rahmen einer feierlichen Online-Veranstaltung die drei Siegerbetriebe gekürt.

Gesunde Ferkel als Teamleistung

Der erste Preis im Wert von 12.000 € geht an die Geestferkel GmbH in Passow in Mecklenburg-Vorpommern. Dr. Jörg Brüggemann von der LMS Agrarberatung in Schwerin betonte in seiner Laudatio den unglaublichen Teamgeist und Motivation der Mitarbeiter in Passow, die von Betriebsleiterin Katrin Warschies angeführt werden. Die Anlage mit 950 produktiven Sauen gehört zur Geestferkel GmbH von Jörn Ahlers aus dem niedersächsischen Wildeshausen.

Das Engagement und der Ideenreichtum der Mitarbeiter in Passow reichen vom selbstgebauten Brutkasten für schwache Ferkel, über eine Ferkelrutsche, mit der Tiere nach der Erstbehandlung sanft in die Abferkelbucht zurückgleiten, bis hin zu einer Ferkelmüsli-Luzerne-Mischung und selbstgebackenen Ferkelkeksen, die den Tieren die Scheu nehmen sollen.

Darmstabile Ferkel

Der zweite Preis im Wert von 10.000 € geht an Ferkelerzeuger Dr. Albrecht Brandes aus Bad Münder in Niedersachsen. Der 53-Jährige bewirtschaftet in der Nähe von Hameln ein geschlossenes System mit 170 BHZP-Sauen und Ackerbau. Brandes Ziel ist, die Saugferkel optimal zu immunisieren und den Darm der jungen Tiere so zu stabilisieren, dass sie die Aufzucht und Mast ohne Probleme durchlaufen können.

Sein Erfolgsmodell zum Saugferkel-Management reicht von optimal konditionierten Sauen und einer guten Milchleistung über eine frühe Wasserversorgung der Ferkel und das Anbieten von „Kohlewasser“ zur Darmstabilisierung bis hin zum Einstreuen von Gesteinsmehl, das Feuchtigkeit bindet und Wunden schneller abheilen lässt. Seit drei Jahren verzichtet er komplett auf den Einsatz von Antibiotika.

Weniger Stress durch Gruppensäugen

Mit 8.000 € für den dritten Preis wurde die Bewerbung von Florian Hoenmans-Leurs aus Kempen am Niederrhein honoriert. Der 26-Jährige bewirtschaftet mit seinem Vater ein teilgeschlossenes System mit 320 Sauen. Neben einer intensiven Geburtsüberwachung setzen Vater und Sohn auf eine frühe Sozialisation der Tiere durch Gruppensäugen in ihrem im Sommer 2020 fertiggestellten Stall. Die Sauen ferkeln einzeln ab. Nach einer Woche werden dann jedoch die Klappen der Abferkelbuchten geöffnet, so dass alle 100 bis 120 Ferkel einer Abferkelgruppe durcheinanderlaufen können. Durch die frühe Gewöhnung gibt es zum Absetzen keine Rangkämpfe mehr.