Schweinefleischmarkt

US-Schweinefleischerzeugung zuletzt deutlich unter Vorjahresniveau

Das Schlachtaufkommen von Schweinen in den USA lag im Juli rund 13 % unter dem Vorjahresmonat. Analysten zufolge sinkt die gesamte Schweinefleischerzeugung in diesem Jahr somit um 1,7 %.

Im ersten Halbjahr 2021 sind in den USA mehr Schweine als im Vorjahreszeitraum geschlachtet worden, der allerdings von coronabedingten Kapazitätsengpässen in den Fleischbetrieben geprägt war. Doch nun wandelt sich das Bild. Nach Angaben des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) lag das Schlachtaufkommen im Juli um 13 % unter dem des Vorjahresmonats.

Dieser deutliche Rückgang hat selbst die Analysten aus Washington überrascht, die daraufhin in ihrer Augustprognose die voraussichtliche Schweinefleischerzeugung für 2021 deutlich nach unten korrigierten. Die Experten erwarten nunmehr eine Produktion von 12,62 Mio t; das wären 217.000 t oder 1,7 % weniger als 2020 und der erste Rückgang seit sieben Jahren.

Mehr Sauenschlachtungen und Probleme mit PRRS

Andere Analysten, wie das große Zuchtunternehmen Genesus, gehen wegen vermehrter Sauenschlachtungen und Problemen mit dem Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome (PRRS) von einer noch höheren Abnahme der Erzeugung aus. Das USDA setzte aufgrund des geringeren Angebots auch seine Exportprognose für dieses Jahr herab. Mit 3,36 Mio t soll zwar noch fast 2 % mehr Schweinefleisch ausgeführt werden als im Rekordjahr 2020, doch war im Juni noch mit einem Anstieg von 3,7 % gerechnet worden.

Zwar entwickelten sich im ersten Halbjahr 2021 die US-Exporte zu den Hauptkunden Mexiko mit einem Plus von 22 % und nach Japan mit 7 % sehr dynamisch; doch China einschließlich Hongkong kaufte gut ein Fünftel weniger Ware in den USA. Im Juli wurde sogar 50 % weniger Schweinefleisch in die Volksrepublik als im entsprechenden Vorjahresmonat geliefert, womit sich der negative Absatztrend verstärkte. Das liege neben der dortigen Produktionszunahme auch an den hohen Angebotspreisen und der immer noch stärkeren Zollbelastung der USA im Vergleich zu Wettbewerbern, erläuterte das Ministerium.

Gesunke Inlandsnachfrage

Die gestiegenen Preise für Schweinefleisch dämpften auch die Inlandsnachfrage, die ohnehin unter den Folgen der Corona-Pandemie leide. Die Washingtoner Experten erwarten, dass der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch an Schweinefleisch von 23,6 kg im vergangenen Jahr auf 22,8 kg in diesem abnimmt. Der noch sehr unsicheren Prognose für 2022 zufolge soll die US-Schweinefleischerzeugung dann um 1 % zunehmen, während die Exporte um etwa 1,5 % niedriger erwartet werden.


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