Harter Wettbewerb

Wursthersteller Reinert und Kemper fusionieren

Die Wursthersteller Reinert aus Versmold (Kreis Gütersloh) und Kemper aus Nortrup (Niedersachsen) wollen sich zum zweitgrößten Anbieter in Deutschland zusammenschließen.

Die Familienunternehmen Kemper und Reinert schließen sich zu einem gemeinsamen Unternehmen unter dem Namen TFB „The Family Butchers“ zusammen. Durch den Zusammenschluss entsteht Deutschlands zweitgrößtes Fleischverarbeitungsunternehmen mit einem Jahresumsatz von über 700 Mio. €, teilten die Firmen am Dienstag mit.

Die Inhaberstämme Kühnl und Reinert halten jeweils 50 % der Anteile an dem neu gegründeten Unternehmen, das Dr. Wolfgang Kühnl und Hans-Ewald Reinert als geschäftsführende Gesellschafter führen werden. Der Zusammenschluss soll nach Abschluss der kartellrechtlichen Prüfung voraussichtlich zum Jahreswechsel vollzogen werden.

“The Family Butchers“ wird dann seinen Kunden ein breites Sortiment von Preiseinstiegsprodukten bis hin zu Premium-Herstellermarken anbieten und die Kompetenzen von Reinert als Markenhersteller und Kemper als Private Label-Spezialist bündeln. Das neue Unternehmen umfasst neun Produktionsstätten mit aktuell 2.600 Mitarbeitern. „Wir sind gefordert, Antworten auf die Herausforderungen in der Wurst- und Fleischbranche zu finden. Mit unserem Zusammenschluss entsteht ein starkes Unternehmen mit einer nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit. Wir sind damit für die Anforderungen der Zukunft gerüstet“, erläutert Hans-Ewald Reinert die Gründe für die Fusion.

„Wir bleiben dabei ein Familienunternehmen mit einer klaren, auf Langfristigkeit und Vertrauen ausgelegten Werteorientierung. Und wir wissen dabei um unsere Verantwortung für nachhaltiges Wirtschaften und die Verlässlichkeit für unsere Mitarbeiter und Kunden“, ergänzt Dr. Wolfgang Kühnl. Das neue Unternehmen strebt eine herausragende Rolle in der Branche als Kosten- und Innovationsführer an und versteht sich als Impulsgeber im Veränderungsprozess der Fleisch- und Wurstwarenindustrie.

Laut WDR ist damit klar, dass Tönnies im harten Wettbewerb bei den Wurstprodukten deutlich mehr Konkurrenz bekommen wird.

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Artikel geschrieben von

Alfons Deter

Redakteur top agrar Online

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Diskussionen zum Artikel

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von Gerhard Steffek

Familienunternehmen??

2600 Mitarbeiter und sie bleiben ein Familienunternehmen. Wie groß darf dann ein landwirtschaftlicher Betrieb werden, um noch als familien-, bzw. "bäuerliches" Unternehmen zu gelten. Ich befürchte nur das hier wieder mit zweierlei Maß gemessen werden wird. Dabei wird die Entwicklung aber kein Ende finden. Durch den Zusammenschluß wird sich zwar die Marktmacht des Unternehmens steigern, aber das hat auch Schattenseiten. Die "Marktmacht" gegenüber dem Einzelhandel auszuüben wird nicht so einfach sein. Eher wird sie somit nach unten durchgereicht, was wiederum mehr Druck auf die Erzeugerpreise bedeutet. D.h. das Bauernsterben aufgrund des "Strukturproblems", d.h. zu kleine Betriebe, wird weitergehen und ansonsten kauft man bei den Amis...

von Werner Kriegl

Der Name passt!

Wenigstens können dann die Amerikaner den Namen richtig aussprechen. Reinert ist nämlich die Firma, welche in Zukunft Schweinefleisch aus den USA importieren will. In Deutschland gäbe es nämlich zuwenig und deswegen seien die Preise zu hoch. Da merkt man gleich, was "Innovationsführer und Impulsgeber im Veränderungsprozess der Fleisch- und Wurstwarenindustrie" bedeutet.

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