Holzwirtschaft

Bayerischer Staatswald: niedrigste Borkenkäferschäden seit 2017 erwartet

Die Bayerischen Staatsforsten rechnen in einer ersten vorläufigen Bilanz mit weniger Borkenkäferschäden als in den Vorjahren. Dabei zeichnet sich ein Nord-Süd-Gefälle ab.

Einer Mitteilung der Bayerischen Staatsforsten zufolge, gebe es in den Staatswäldern bereits den vierten Monat in deutlich weniger Borkenkäferschäden als in den Vergleichsmonaten der letzten Trockenjahre. Allerdings sei die Lage in Nordbayern – besonders im Frankenwald, aber auch in Unter- und Mittelfranken – durch Trockenheit, Hitze und Borkenkäferbefall weiterhin angespannt. Für Südbayern rechnen die Bayerischen Staatsforsten ab dem Herbst wegen des deutlich geringeren Schadholzanfalls auch mit einer Belebung des Holzmarktes.

Bayernweite Käferholzzahlen im August unter dem 5-Jahresschnitt

Laut Statistik wurde im August 2020 mit rund 210.000 fm etwa ein Viertel weniger Käferholz gebucht als im August 2019. Zudem liegt die Menge unter dem 5-Jahresschnitt von 223.000 fm/Jahr. Auch kumuliert liegen die Werte für den Zeitraum Mai-August 2020 um 22 % niedriger: 517.000 fm statt 667.000 fm im Jahr 2019.

Klimabedingtes Nord-Süd-Gefälle

Die Borkenkäferzahlen für den gesamten Staatswald sind insgesamt rückläufig. Allerdings zeichnet sich ein deutliches Nord-Süd-Gefälle ab. Während sich in der Mitte und im Süden Bayerns die Borkenkäferschäden durch zahlreiche Niederschläge und der dadurch gestiegenen Abwehrkraft der Bäume weit hinter den Vorjahren zurückbleiben, entwickelt sich besonders der Frankenwald durch ungleiche Niederschlagsverteilung und Hitze zum „bayerischen Käferhotspot“. Der heiße und im Norden viel zu trockene August hat leider dazu geführt, dass sich die Situation in Nordbayern weiter verschärft hat. Im Süden hingegen beruhigt sich die Lage. Wir rechnen damit, dass hier im Herbst die Nachfrage nach frischem Nadelholz auch wieder spürbar ansteigen wird“, erklärte ein Sprecher der Bayerischen Staatsforsten.

Mehr Personal für die Borkenkäfersuche

Zur Eindämmung der Borkenkäferschäden ist das frühzeitige Erkennen von noch grünen Bäumen entscheidend und nicht die Aufarbeitung bereits dürrer Bäume, aus denen die Käfer schon ausgeflogen sind. Die frisch befallenen Bäume sind nur mit intensiver Suche zu finden, da sie ausschließlich durch unauffällige Merkmale wie ausgeworfenes Bohrmehl am Stamm zu erkennen sind. Aus diesem Grund sollen neben eigenen Mitarbeitern, die bereits in den stark betroffenen Betrieben im Norden unterstützen, auch vermehrt externe Helferinnen und Helfer eingestellt werden, die nach diesen Borkenkäferbäumen suchen. Die Helfer werden von den Mitarbeitern der Bayerischen Staatsforsten geschult und ausgerüstet – bspw. mit einer eigens entwickelten Borkenkäfer-App für Smartphones.

Das Nord-Süd-Gefälle bei den Borkenkäferschäden wird eindrucksvoll durch den Dürremonitor des Helmholtz-Instituts untermauert. Während im Süden aktuell auch in tieferen Bodenschichten ausreichend Wasser vorhanden ist, zeigt sich, dass die Böden im Norden durch fehlende Niederschläge deutlich zu trocken sind. Das hat Auswirkung auf die Vitalität der Bäume, die sich bei ausreichender Wasserversorgung besser gegen den Borkenkäfer wehren können als bei Hitze und Trockenheit


Diskussionen zum Artikel

von Erwin Schmidbauer

Da wurde geschlafen

Wenn man sich die teilweise großen Schadenflächen ansieht, dann muss man erkennen: die Staatsforsten haben teilweie gepennt. Statt von Anfang an auf Borkenkäfersuche zu gehen und die ersten Bäume aufzuarbeiten hat man offensichtlich darauf gewartet, bis die Fläche für die ... mehr anzeigen

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