Das „Wasserschutzbrot“ nimmt Fahrt auf Premium

Was in Unterfranken als kleines Pilotprojekt zum freiwilligen Gewässerschutz begann, findet immer mehr Nachahmer. Was wurde bisher erreicht und was haben die Bauern davon?

Auf die letzte Stickstoffgabe beim Anbau von Qualitätsweizen verzichten und damit Proteingehalte von nur 11 oder 12 % in Kauf nehmen. Wer nimmt uns denn diese Backqualitäten ab?“ Diese Frage haben sich die beiden Landwirte Markus Niedermüller und Wolfgang Hüsam aus Birkenfeld im Landkreis Main-Spessart gestellt, als sie zum ersten Mal vom Projekt „Wasserschutzbrot“ hörten. In diesem Jahr bauen sie bereits zum dritten Mal gemeinsam mit 14 anderen Landwirten in Unterfranken ca. 950 t Weizen dafür an.

Die Grundidee dahinter

Bei der Mehrzahl der insgesamt 130 ha Anbaufläche handelt es sich um Trinkwassereinzugsgebiete. Denn die Grundidee hinter dem Düngerverzicht ist, gerade in solchen sensiblen Gebieten das Risiko einer Nitratauswaschung ins Grundwasser zu senken. Die Landwirte werden für ihren Ertragsverlust von 5 bis 10 % entschädigt. Bisher in erster Linie von ihrem Wasserversorger, im Idealfall aber auch über höhere Brötchenpreise an der Ladentheke.

Damit das gelingt, sitzt die komplette regionale Wertschöpfungskette mit im Boot und allen wird dabei ein höherer Aufwand abverlangt: Die drei beteiligten Mühlen trennen die Warenströme.Die 15 Bäcker verarbeiten das Mehl und werben mit der Idee beim Kunden. Und die sechs regionalen Wasserversorger beraten und entschädigen die Landwirte, überwachen die Wasserqualität und beugen damit letztlich deutlich höheren Kosten für eine technische Trinkwasseraufbereitung vor.

Hüsam und Niedermüller bekommen von der Trinkwasserversorgung Würzburg GmbH (WVV) 130 €/ha. Für ihren Weizen gab es einen bereits vor der Ernte garantierten Preis von 17 €/dt. „Damit sind unsere Kosten gedeckt. Ziel muss aber sein, dass der Markt das honoriert“, fordert Niedermüller.

Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe, aber auch der Mühlen und Bäcker steigt jährlich. Mittlerweile sind erste Betriebe in Oberfranken dabei. (Bildquelle: Regierung Unterfranken, top agrar)

Dringlichkeit im Gebiet

Ausgangspunkt für das Projekt, das Christian Guschker von der Regierung Unterfranken 2014 initiiert hat, waren die bereits bestehenden ...

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Artikel geschrieben von

Claus Mayer

Redakteur SÜDPLUS

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