Aulendorfer Wintertagung

"Dem Klimawandel können wir nicht ausweichen" Premium

Während man in Madrid über globale Lösungen gegen den Klimawandel diskutiert, zeigten Fachexperten des LAZBW in Aulendorf erste konkrete Maßnahmen für Rinderbetriebe auf.

"Wir können dem Klimawandel nicht ausweichen, unsere Äcker und Ställe sind nicht verpflanzbar und alternative Nutzungen sind schwer. Daher müssen wir uns jetzt mit den Anpassungsreaktionen beschäftigen. Jeder muss sich aktiv um seinen eigenen Beitrag dazu bemühen", forderte Franz Schweizer, Direktor des LAZBW in Aulendorf, die Teilnehmer der traditionellen Aulendorfer Wintertagung auf. Wie dramatisch die Situation bereits ist, zeigte Roland Roth von der Wetterwarte in Bad Schussenried in seinem eindringlichen Vortrag. "Wir brettern mit Vollgas in ein Klima mit mehr Extremen in alle Richtungen." Bis jetzt sei dagegen noch kaum etwas unternommen worden. Eher das Gegenteil sei der Fall. "Der Klimaschutz ist vor allem eine Frage der Verkehrspolitik. Und hier wird viel zu wenig getan. Wir brauchen eine radikale Änderung."

Für eine bessere Anpassung des Grünlands an den Klimawandel liegt der Schlüssel laut Prof. Martin Elsäßer vor allem in der Artenzusammensetzung. "Leguminosen sind das Gebot der Stunde, so dass man komplett auf mineralischen Stickstoff verzichten kann." Rohrschwingel und Knaulgras kämen als trockentolerantere Arten ebenfalls in Frage. Allerdings müsse man die schlechtere Verdaulichkeit beachten. Darüber hinaus müssten die Grasschnitte künftig in das beste Zeitfenster gelegt und nicht zu tief gemäht werden. "Das gilt letztlich auch für die Beweidung, denn wenn die Rinder das Gras zu tief abfressen, sind die Reservestoffe weg und es wächst...

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Diskussionen zum Artikel

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von Frau Willburger

Jungtierverluste

Ich möchte kurz klarstellen: Ich habe nicht von einer Verlustrate bei Jungtieren von 62 % gesprochen. Mir ging es in meinen Auswertungen unter anderem darum, ob es einen Einfluss der Temperaturen auf die Tierverluste gibt. Die Auswertungen ergaben, dass bei extremer Kälte, was in Baden-Württemberg einer mittleren Wochentemperatur von unter minus 4 °C entspricht, die Jungtierverluste um ca. 60% höher lagen, als in Wochen mit optimalen Temperaturen. Dies liegt meines Erachtens vor allem daran, dass neugeborene und kranke Kälber sich nur schlecht an Kälte anpassen können.

von Georg Summerer

Ja Ja, der Prof. Ellsäßer und die Frau Jilg

haben die beiden auch den Mumm und sagen das den Naturschutzverbänden wenn die mal wieder über uns herfallen weil wir nach deren Ansicht zu früh gemäht haben? Und wenn in unserer Gegend (Voralpenland) gemäht wird dann richtet sich man in der Regel nach dem Wetterbericht und der kann wie das Wetter selbst verdammt unzuverlässig sein! Dieses Jahr hatte man z.B. die Möglichkeit vor dem 1.Mai zu mähen oder 2 Wochen später. Das waren dann entweder 6 Schnitte oder nur 5. Und was ist aus der Bayrischen Eiweißstrategie geworden, früher mähen und mehr düngen und vor allem Grasnachsaat? Klammheimlich eingestampft? Meine Damen und Herren, wenn Sie Ihre aus unserer Sicht ja völlig richtigen Thesen unters Bauernvolk werfen dann müssen Sie diese auch gegenüber der Bevölkerung vertreten und erklären, und uns nicht ständig im medialen Hagel stehen lassen!

von Anton Braun

Erfrierung%

Hab ich richtig gelesen? Verlustrate bis 62% bei Jungtieren unter 24 Monaten. Was versteht Herr Dr. Seeger daunter? Tot der Tiere durch erfrieren???

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