Naturschutzauflagen

"FFH bremst mich aus" Plus

Andreas Schanz aus Schwaben sah seine Zukunft in der Milchproduktion. Doch plötzlich sind 53 statt 15 ha seiner Mähwiesen FFH-Gebiet - das Aus für den Plan.

Schnell Gelesen:

  • Milchviehhalter Andreas Schanz hat durch eine FFH-Nachkartierung statt 15 ha plötzlich 53 ha FFH-Mähwiesen.
  • Die Bewirtschaftungsauflagen bremsen seine betriebliche Zukunft als Milchviehbetrieb im Vollerwerb aus.
  • Eine wirtschaftliche Grundfutterleistung ist damit nicht möglich.
  • Ein Flächentausch ist bei einem so hohen Flächenanteil kaum realistisch.
  • Andreas Schanz bleibt nur ein Härtefallantrag oder die komplette Neuausrichtung seines Betriebes.

"Für mich war immer klar, dass ich den Milchviehbetrieb meiner Eltern weiter führe. Geplant war ein neuer Laufstall für 80 Kühe mit Melkroboter", schildert Andreas Schanz (31) aus Römerstein-Donstetten (Lkr. Reutlingen) seine Vorstellungen.

Zum 1. Juli diesen Jahres ist die Hofübergabe geplant, spätestens dann wollte der Landwirtschaftsmeister in die Vollen gehen. Der junge Betriebsleiter träumte von mehr Komfort für die Kühe und von einer besseren Arbeitswirtschaft. Denn bisher molk er gemeinsam mit seinem Vater Christian und Mutter Heide 50 HF-Kühe im Anbindestall mit Rohrmelkanlage.

Über 50 % FFH-Anteil

Die Nachkartierung der Natura 2000-Gebiete in den Jahren 2012/2013, die auch außerhalb der bestehenden FFH-Gebiete stattfand, machten die Träume des jungen Landwirts aber jäh zunichte. Denn dadurch wurden aus seinen bisher 15 ha FFH-Mähwiesen plötzlich 53 ha! Auf einen Schlag sollte nun über die Hälfte seiner 100 ha Grünland extensiv bewirtschaftet werden. Und das bedeutet: deutlich weniger düngen und später schneiden. Damit nicht genug: „Die meisten neu kartierten FFH-Flächen sind so kleinteilig und unförmig, dass wir bei der Bewirtschaftung einen erheblichen Mehraufwand haben“, sagt Schanz (siehe Kartenausschnitte). Zum Teil seien die Flecken nur 100 bis 200 m2 groß. Da ist eine teilflächenspezifische Bewirtschaftung extrem aufwendig und ohne GPS fast nicht möglich.

Der Landkreis Reutlingen verfügt zwar über sehr viel FFH-Flächen, einen solch hohen Anteil wie Andreas Schanz hat jedoch kaum ein anderer Vollerwerbsbetrieb mit Kühen. „Natürlich stellt sich nach der Neukartierung die Frage nach meiner Zukunft in der Milcherzeugung komplett neu, denn mit dieser Futterqualität sind keine...

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