Kaniber: „Schlag für die Bauern, Bärendienst für den Tierschutz“

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat die heutige Entscheidung des Bundesrats zur Ferkelkastration scharf kritisiert.

Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat die heutige Entscheidung des Bundesrats, die Frist für den Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration nicht zu verlängern, scharf kritisiert.

„Ein Verbot ab Januar gefährdet nicht nur unsere heimische Ferkelerzeugung, es wäre auch ein Bärendienst für Verbraucher und Tierschutz“ sagte die Ministerin. Nach ihren Worten stehen so nämlich zahlreiche Ferkelerzeuger gerade im süddeutschen Raum vor dem Aus. Zu erwarten sei dann eine drastische Zunahme der Ferkelimporte aus Ländern mit geringeren Tierschutz-Standards und Ferntransporte über Hunderte von Kilometern. Kaniber sieht deshalb jetzt den Bund gefordert, rasch eine Gesetzesinitiative zur Fristverlängerung auf den Weg zu bringen.
   
Der Ministerin zufolge gibt es gerade für kleinere Betriebe nach wie vor kein praktikables Betäubungsverfahren. Die ab Januar erlaubten Alternativen Impfung und Eingriff unter Vollnarkose seien ebenso wie die Ebermast nur für wenige und vor allem größere Betriebe geeignet.
Forschungsvorhaben für weitere alternative Methoden wie etwa die örtliche Betäubung mit einem Lokalanästhetikum sind der Ministerin zufolge zwar auf den Weg gebracht, Ergebnisse und praxisgerechte Lösungen aber noch nicht absehbar.
Bayern hatte deshalb eine Bundesratsinitiative gestartet, um die Übergangsfrist nochmals zu verlängern, bis derartige Alternativen vorliegen. Der Vorstoß fand ebenso wie ein vom Freistaat gemeinsam mit Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Nordrhein-Westfalen ausgehandelter Kompromiss jedoch keine Mehrheit.

Bauernverband SH ruft Mitglieder zu Anpassung auf

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Artikel geschrieben von

Silvia Lehnert

Redakteurin SÜDPLUS

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Diskussionen zum Artikel

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von Willy Toft

Eine Katastrophe für die Ferkelerzeuger, da hat Frau Kaniber recht!

Das Bundesministerium muss nun endlich hier einen Schlusspunkt setzen, damit die Unsicherheit aufhört!! Die Ferkel kommen sonst aus dem Ausland, und Deutschland schafft sich wieder mal ein Stück weiter ab!

von Bernd Müller

Herr Eichler

Welche Lösung haben Sie denn? Wenn jetzt beschlossen wird, dass 2023 nur noch E-Autos zugelassen werden, meinen Sie, dass wir das in 5 Jahren umsetzen werden, zumal es in Europa sonst niemanden interessiert...

von Thomas Eichler

Der Beschluss zur betäubunglosen Ferkelkastration wurde 2013 getroffen. Warum ist nun das fristgerechte Umsetzen dieses Beschlusses ein Schlag für die Bauern? Nach mehr als fünf Jahren? Alle Beteiligten haben den Beschluss wohl jahrelang ignoriert und einfach nichts getan. Jetzt kommt das böse Erwachen...

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