EU-Parlament

Ulrike Müller fordert wolfsfreie Zonen im Alpenraum

Aktuell gibt es 105 Wolfsrudel in Deutschland. Das bedeutet eine erhebliche Populationszunahme im Vergleich zum Zeitraum 2017/18, als 77 Rudel, 40 Paare und 3 Einzelwölfe nachgewiesen wurden.

Die europäische Wolfspopulation war am Donnerstag Thema einer öffentlichen Anhörung im Europaparlament. Die Anhörung sollte zu einem besseren Verständnis des derzeitigen Wolfvorkommens in der EU führen, um daraus mögliche Änderungen für das künftige Wolfsmanagement abzuleiten.

Ulrike Müller, seit 2014 Abgeordnete der FREIEN WÄHLER im Europäischen Parlament, fordert anlässlich dieser Neubewertung eine konkrete Folgenabschätzung bezüglich der Artenvielfalt: “Gerade wenn Weidehaltung aufgrund von Wolfsangriffen in besonders schützenswerten Gebieten aufgegeben wird, müssen wir die Biodiversität im Blick behalten!"

Müller verweist darauf, dass die bestehende Kulturlandschaft nur durch die Beweidung mit Schafen, Ziegen und Rindern so schön ist: "Fällt eine solche Beweidung weg, verbuschen diese Areale und es gehen auch die kräuterreichen Wiesen zurück. Deshalb will ich wolfsfreie Zonen im Alpenraum erreichen. Dafür brauchen wir ein klar geregeltes Entnahmemanangement.”

Interessensausgleich zwischen Tier und Mensch

Der Wolf ist nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union sowie nach dem deutschen Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt. Müller warnt davor, ihn deshalb als harmlos zu unterschätzen. Der Schutzstatus des Wolfes müsse mit den Interessen und dem Sicherheitsbedürfnis der Menschen vor Ort ausgeglichen werden: “Wir sehen ja, wie rasant sich die Population entwickelt. Der Wolf breitet sich beileibe nicht nur auf aufgegebene Agrarflächen aus, und er ist alles andere als harmlos. Wenn hier nicht gegengesteuert wird, brauchen wir bald eine Verordnung mit Schutzstatus für Bergbauern!”

Die Redaktion empfiehlt

2018/19 gab es deutschlandweit 105 Wolfsrudel (VJ 77). Die meisten davon leben in Brandenburg in 41 Rudeln. 22 Wolfsrudel sind es in Sachsen, 21 in Niedersachsen und 100 Tiere in Sachsen-Anhalt.

Der DJV bemängelt aktuelle Wolfsdaten und die Informationspolitik des BfN: Die zugrunde liegende Systematik bilde nicht den realen Bestand ab. Für das Frühjahr 2020 seien knapp 1.800 Wölfe...


Diskussionen zum Artikel

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von Dirk Hansen

Zusätzlich...

wünsche ich das aber auch für die Halbinsel Eiderstedt, bzw schleswig-holsteinische Westküste und die gesamten Landesschutzdeiche....

von Dirk Hansen

Gut Gemacht!

Habe mein Kreuz 2014 an der richtigen Stelle gesetzt!

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