Bayern

Volksbegehren Insektenschutz: "Echte Lösungen oder Lippenbekenntnisse?"

Georg Wimmer, Generalsekretär des Bayerischen Bauernverbandes, kommentiert die Fortschritte bei der Umsetzung der Beschlüsse des Runden Tischs Insektenschutz.

In den nächsten Tagen entscheidet sich: Gelingt es dem Bayerischen Landtag beim Volksbegehren, Bienen und Bauern gleichermaßen gerecht zu werden und ein ausgewogenes Gesetz auf den Tisch zu legen?

Ein Gesetz, bei dem neben der Land- und Forstwirtschaft auch alle anderen Bereiche von Wirtschaft und Gesellschaft den gleichermaßen nötigen Beitrag zum Artenschutz leisten?

Oder waren es doch nur Lippenbekenntnisse, als am „Runden Tisch“ alle betonten, dass Bayern seine Bauern braucht, dass Artenschutz nicht allein Sache der Bauern ist und dass zusätzliche Leistungen der Land- und Forstwirtschaft honoriert werden müssen? Der Bauernverband hat auf allen Ebenen und mit der ganzen Breite seiner Mitglieder, Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in den letzten Monaten unzählige Veranstaltungen und Gespräche mit Vertretern von Politik und Gesellschaft durchgeführt, um bäuerliche Anliegen und Erfahrungen in die Diskussion einzubringen und der Landwirtschaft Gehör zu verschaffen.

Dabei ging es nicht nur darum, die nötige Wertschätzung und den Rückhalt für die Arbeit im Stall und auf den Feldern einzufordern, die unsere heimische Nahrungsmittelversorgung sicherstellt. Es ging uns auch um etwas Grundsätzlicheres: Um die ureigenste Aufgabe der Abgeordneten und der Politik: den fairen Ausgleich zwischen unterschiedlichen Bedürfnissen und Interessen.

Es darf nicht sein, dass am Ende derjenige Recht behält, der am lautesten schreit oder die meisten Unterschriften für ein Anliegen sammelt, das ihn und seine Unterstützer selbst kaum einschränkt, für eine andere gesellschaftliche Gruppe – hier: uns Bauern – aber Einschnitte ins Eigentum und die tägliche Arbeit bedeutet.

Ich rufe alle Landtagsabgeordneten eindringlich auf: Bitte setzen Sie sich bei den abschließenden Beratungen zum Volksbegehren für einen fairen Ausgleich zwischen Landwirtschaft, Gesellschaft und Umwelt ein. Dazu gehört es, dass die Fehler des ursprünglichen Gesetzentwurfes – wie von Ministerpräsident Söder sowie vielen Ministern und Abgeordneten aller Parteien mehrfach angekündigt – korrigiert und tragfähige, rechtssichere sowie praxistaugliche Lösungen auf den Weg gebracht werden. Kurzum: Den schönen Worten der vergangenen Wochen müssen jetzt auch Taten folgen!

Hinweis der Redaktion: Gastkommentare geben nicht in allen Bereichen die Meinung der Redaktion wieder. Wir veröffentlichen sie dann, wenn wir sie für einen interessanten Diskussionsbeitrag zur Weiterentwicklung der Landwirtschaft halten.


Diskussionen zum Artikel

von Klaus Fiederling

Bitte keine Vogelstrauss-Taktik

Die Tatsache, dass sich die Landwirtschaft in der Urproduktion alleine auf die Nahrungsmittelproduktion einschränken lässt -unsere dahingehend bienenfleißige Politik fokussiert allenfalls um die 10% der gesamten Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel- ist und bleibt unsere ... mehr anzeigen

von Harald Finzel

Werter Herr Fiederling; wenn Sie die Diskussion um den Erlös für unsere bäuerlichen Erzeugnisse in den Vordergrund rücken wollen (was ich sehr begrüße!), dann erklären Sie doch bitte, wie Sie das anstellen wollen, angesichts des uneingeschränkten Freihandels von Portugal bis ... mehr anzeigen

von Klaus Fiederling

Bauernselbstmord in Raten

Werter Herr Finzel, was, wenn die seitens unseres Staates nunmehr gestellten Forderungen konsequent erfüllt, ungeachtet dessen aber dem auch von Ihnen gelisteten Prämien-Fass ohne Boden endlich maßvolle Grenzen gesetzt werden, über alle(!) Bewirtschaftungsformen hinweg? In vorderster ... mehr anzeigen

von Harald Finzel

Das einzige, womit man die große Mehrheit überzeugen kann: Der eigene Geldbeutel!

Der Bayerische Bauernverband bräuchte doch nur eine Vollkostenrechnung für den Steuerzahler zu präsentieren, und schon wäre die Meinung der Bevölkerung eine ganz andere. +++ Beispiel BayNatSchG Art. 1a Satz 2 (nach Änderung): "Ziel ist, [...] bis 2030 mindestens 30 %, gemäß den ... mehr anzeigen

von Willy Toft

Hier hat eine Minderheit, mit etwas Überredungskunst viele "Naturliebhaber" zur .....

Unterschrift ermuntert! Das es kein Spiel war, haben auch landw. Bevölkerungsteile und viele Protagonisten erst begriffen, als das Parlament sich damit befassen musste. Wie beim "Zauberlehrling", die Geister die ich rief werde ich nicht mehr los, und das Parlament hat mich bisher noch ... mehr anzeigen

von Hermann Kamm

Tsja lieber BBV

darüber sich jetzt Gedanken zu machen was in den neuen Gesetzestext drin steht, da seit ihr mittlerweile reichlich zu spät dran.!!!!!! Nur zusehen und nix dagegen unternehmen ist halt mal zuwenig.

von Rudolf Rößle

BW

Das Papier der Bienenfreunde wird in BW selbst vom Grünensprecher Herrn Hahn und Bioland als unrealistische Forderungen abgelehnt. Bioland spricht sogar von der Gefährdung der Biobranche. Stur sind nur die Bauern? Ein Märchen, wie es sich herausstellt. Demeter sollte sich genau ... mehr anzeigen

von Hans Nagl

Gastkommentar?

Nichtssagende Zeilen Herr Wimmer. Wir brauchen Fakten Fakten Fakten.

von Erwin Schmidbauer

Kampf ums Überleben

Der Erfolg des Volksbegehrens aber genauso dieser Aufruf zeigt doch nur eines ganz deutlich: Wie unfähig der BBV vor und während des Volksbegehrens agiert hat und wie sehr der BBV Einfluss auf die Politik, selbst auf die der CSU und der Freien Wähler, verloren hat. So ein Aufruf ist ... mehr anzeigen

von Josef Doll

Freiheit für Schnacken

Auch wenn ICH am meisten darunter leiden werde ! Ach ja Urlaub, im Ausland ,weil es bei "UNS" eine <<<<< Schnackenplage>>>> gibt ?? Wie teuer muss Reisen sein ??

von Klaus Fiederling

LW 5.0 - Die Forderung nach virtuellen Bauernleistungen

Der Bauernverband fordert, dass die Landwirte künftig von neuen „virtuellen bäuerlichen Produkten“ leben sollen, die als solche von unserer Gesellschaft definiert sind. Ich vermisse die glasklare Ansage dieser „Einen Stimme“, dass ein Fortbestehen unserer Höfe in vorderster ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Die Demokratie verliert.

Sie ist durch Volksbegehren ausgehebelt worden und unsere Politiker haben nichts gemerkt !!!!!

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