Baden-Württemberg

ZG Raiffeisen steigert Unternehmensumsatz

Leichter Umsatzrückgang im Bereich Pflanzliche Produktion, dafür steigende Umsätze in den Geschäftsbereichen Energie und Technik.

Bei der Bilanz-Pressekonferenz präsentierte die ZG Raiffeisen die Zahlen aus dem Geschäftsjahr 2019. Trotz anhaltend schwieriger Rahmenbedingungen für die gesamte Agrarbranche stieg der Umsatz der ZG Raiffeisen eG um 2 % auf 471,3 Mio. EUR. Der Gruppenumsatz konnte um 4,2 % auf 1.159,9 Mio. EUR gesteigert werden. Einzelne Sparten, darunter besonders der Bereich Energie entwickelten sich gut, das Betriebsmittelgeschäft litt hingegen.

„Einkommensdruck und die scharfe gesellschaftspolitische Diskussion haben zu einer tiefen Verunsicherung in der Landwirtschaft geführt“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Ewald Glaser bei der Bilanz-Pressekonferenz. Die Landwirte reagierten mit Flächenreduzierungen bei Sonderkulturen und Investitionszurückhaltung, führte Glaser weiter aus. Er beobachte die Entwicklung mit Sorge und sehe den Obst- und Gemüsegarten Baden in Gefahr. Die Genossenschaft hat im Jahr 2019 2,7 Mio. EUR weniger mit dem Vertrieb von Phytomedizin, Saatgut und Spezialprodukten für den Obst- und Weinbau erwirtschaftet.

Geschäftsbereich Vermarktung

Im Geschäftsbereich Vermarktung konnte der Umsatz mengenbedingt um 2,9 % auf 236,6 Mio. EUR gesteigert werden. Die Erfassungsmenge lag mit 485.000 Tonnen 8,5 % über dem Vorjahr. Beim Körnermais war nach dem dürrebedingten Einbruch 2018 wieder ein Anstieg um 15 % auf 157.000 Tonnen zu verzeichnen.

Geschäftsbereich Pflanzliche Produktion

Im Geschäftsbereich Pflanzliche Produktion musste mit minus 0,7 % wiederum ein leichter Umsatzrückgang hingenommen werden. „Während der Umsatz bei Phytomedizin um 4 % gesteigert werden konnte, mussten wir bei Spezialprodukten, insbesondere bei Weinbaubedarfsartikeln, einen Rückgang um 12 % und bei Saatgut von 6 % hinnehmen“, erläuterte Glaser. „Der Umsatzrückgang ging einher mit einem Rohertragsrückgang von 10 %. Diese Entwicklung hat uns darin bestärkt, die 2018 begonnene Umstrukturierung des Betriebsmittelgeschäftes zu forcieren mit der klaren Zielsetzung einer weiteren Kostenreduzierung.“

Geschäftsbereiche Tiernahrung und Technik

Die ZG konnte die positive Entwicklung der Vorjahre fortsetzen und den Umsatz um 2,4 % auf 63,7 Mio. EUR steigern.

Im Geschäftsbereich Technik sind die Beteiligungsunternehmen ZG Raiffeisen Technik, Agrom Riedhausen, Agrom Meißenheim, Agrom Billigheim, Abendschein, ZG Raiffeisen Technik Immobilien (ehemals SDF), LCBW Agrarroboter, ZG Raiffeisen Technik Romania und Techniques Agricoles im Elsass zusammengefasst. Mit 575 Mitarbeitern, davon 100 Auszubildenden, an 47 Standorten konnte ein Umsatz von 185,5 Mio. EUR erzielt werden. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine Steigerung um 10,9 %.

Geschäftsbereich ZG Raiffeisen Märkte

Der Geschäftsbereich ZG Raiffeisen Märkte konnte den Umsatz um 4,8 % auf 102,4 Mio. EUR steigern. Dabei verzeichneten die französischen Trèfle Vert-Märkte einen Umsatzzuwachs um 5 % auf 14,1 Mio. EUR. Wachstumstreiber waren Heimtiernahrung und regionale Lebensmittel.

Geschäftsbereich Energie

„Der Umsatz des Geschäftsbereichs Energie stieg kräftig um 4,5 % auf 345,4 Mio. EUR. Allein das operative Ergebnis der ZG Raiffeisen Energie GmbH konnte von 2,1 Mio. EUR im Jahr 2018 auf 4,2 Mio. EUR verdoppelt werden“, erklärte Dr. Ewald Glaser. „Zusammen mit dem Beteiligungsunternehmen Honeck-Waldschütz Energie GmbH lieferte der Geschäftsbereich Energie im vergangenen Jahr 4,7 Mio. EUR an die Mutter ZG Raiffeisen ab. Wir können heute mit Fug und Recht sagen, dass der Geschäftsbereich Energie gestärkt aus der Krise 2017 hervorgegangen ist.“

Ausblick auf das Geschäftsjahr 2020

„In den ersten 5 Monaten des Jahres 2020 ist der Umsatz der ZG Raiffeisen-Gruppe gegenüber dem Vorjahr um 3,3 % auf 466,2 Mio. EUR gesunken. Der Rohertrag der ZG Raiffeisen-Gruppe liegt in den ersten 5 Monaten mit 79,3 Mio. EUR um 10,8 Mio. EUR über dem Vorjahr“, berichtete Glaser. „Als systemrelevantes Unternehmen mussten wir in den vergangenen Monaten keine Niederlassung schließen und konnten einen normalen Geschäftsverlauf gewährleisten.“

Da die Kosten unterproportional um 5,1 Mio. EUR gestiegen seien, ergebe sich ein Jahresüberschuss für die ersten 5 Monate in Höhe von 6,6 Mio. EUR, der 4,4 Mio. EUR über dem Vorjahr liegt.

Auch in diesem Jahr sei wegen relativer Trockenheit einmal mehr nur von einer unterdurchschnittlichen Ernte auszugehen. Und wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen infolge der Corona-Krise weiter entwickeln, sei nicht abzusehen. „Das bislang erwirtschaftete Polster gibt uns da ein Stückweit Sicherheit“, betont Glaser.


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