Chips aus Asien/USA

Coronaeffekt: Landtechnikhersteller klagen über knappe Teile und hohe Preise

Lieferengpässe, explodierende Preise: Der Landtechnikindustrie fehlen Komponenten. Wir haben bei einigen Herstellern nachgefragt.

Stahl, Lager, Hydraulikkomponenten und Computerchips: Derzeit gibt es vor allem in diesen Bereichen extreme Preissteigerungen, Knappheiten und Lieferausfälle. Das trifft die Landtechnik-Branche gerade in einer Phase mit bester Auftragslage. Immer wieder gibt es Meldungen, dass Montagebänder kurzfristig stoppen, weil Teile fehlen. Auch bei Ersatzteilen gibt es Engpässe. Zur aktuellen Situation haben wir uns beim Branchenverband VDMA und verschiedenen Firmen umgehört.

„In einer Mitgliederbefragung haben 45% der Landtechnikunternehmen gravierende Beeinträchtigungen ihrer Lieferketten festgestellt“, berichtete Dr. Bernd Scherer, Geschäftsführer des VDMA, Anfang Mai. Mittlerweile hat sich die Situation weiter verschärft.

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Antony van der Ley, Geschäftsführer Lemken: „Wir brauchen im August 900 t Stahl – unsere Lieferanten haben aber erst knapp die Hälfte zugesagt. Sonderstähle und spezielle Lager sind oft der Engpass. Teils musste die Pflugmontage stoppen, weil Komponenten fehlten.„Dabei haben wir bereits jetzt einen Auftragseingang von 85% des gesamten Vorjahres in den Büchern.“

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Frederik Klein, Marketing-Manager Deutz-Fahr: „Wir arbeiten zurzeit im Normaltakt, aber die Liefersituation mancher vorgelagerten Partner ist angespannt, z.B. bei Felgen. Bisher konnten wir durch frühzeitige Maßnahmen, relevante Engpässe vermeiden. Die Ersatzteilversorgung ist aktuell definitiv gesichert. Wir glauben aber nicht, dass sich die Lage kurzfristig entspannt. Somit wird es weiter schwierig sein, aber wir sind weiter guter Dinge die Liefersituation frühzeitig mit unseren Lieferanten zu koordinieren. Der Auftragseingang ist jedenfalls sehr gut und wir sind sehr zufrieden."

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Niels Veltmann, Geschäftsführer der Kverneland Group Deutschland: „Derzeit laufen alle Kverneland Group Fabriken der Arable Systems und Harvest Systems Division störungsfrei mit erhöhter Kapazität. Aufgrund des hohen Auftragsbestandes betreiben wir die Fabriken im Zwei- oder Dreischichtbetrieb. Die Situation in der Lieferkette ist sehr herausfordernd. Preiserhöhungen bei Rohstoffen, insbesondere bei Stahl und Aluminium, aber auch bei Kunststoffen, sowie verlängerte Vorlaufzeiten bei Hydraulik- und Elektronikkomponenten beeinflussen die Organisation sowie die mittelfristige Planung/Prognose.

Außerordentlicher Fokus und permanente Kommunikation mit den Lieferanten scheint der Schlüssel für die laufende Produktion zu sein. Die nächsten Wochen und Monate werden zeigen, ob wir mit akzeptabler Geschwindigkeit weitermachen und zu viele Verzögerungen für unsere Kunden vermeiden können, die durch unvorhergesehene Umstände und fehlende Komponenten beeinflusst werden.

Der Auftragseingang in der Arable Systems Division ist nach wie vor stabil auf hohem Niveau. Alle Bereiche, konservierende und konventionelle Bodenbearbeitung, Drilltechnik und ganz besonders die Pflanzenschutz- und die...

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