Forschung

Lemken bringt 2024 „Carbon Farming“-Pflug auf den Markt

Lemken kündigt einen Carbon Farming Pflug an, der Verdichtungen aufbricht und gleichzeitig humosem Oberboden in die Schächte einmischt. Die erhöhte Wasserzugänglichkeit soll 5 % mehr Ertrag bringen.

Gemeinsam mit dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) hat Lemken die Idee eines „Carbon Farming“-Pflugs entwickelt. Die ZALF-Forschungsarbeiten zu den Ertrags- und Klimawirkungen der sogenannten partiellen Krumenvertiefung werden über die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe vom Bundesagrarministerium finanziert. Am Ende soll eine serienreife Maschine zur Kohlenstoffanreicherung in Ackerböden stehen, kündigt Lemken an.

So funktioniert der Pflug

Der Carbon Farming-Pflug soll meliorativ, also verdichtungslösend und dementsprechend bodenverbessernd eingesetzt werden. Mit wechselnd tief arbeitenden Pflugkörpern erzeugt er in jeder zweiten Pflugfurche einen Schacht unterhalb des Bearbeitungshorizonts, in den humoser Oberboden eingebracht wird. Analysen historischer Versuche am ZALF zeigten, dass mehr als die Hälfte dieses Humus erhalten bleibt und so die langfristige Bindung des CO2 gesichert ist, berichtet der Landtechnikhersteller.

Der nach oben beförderte, humusärmere Unterboden mischt sich mit dem Oberboden und wird über den Kohlenstoffeintrag der Kulturpflanzen in wenigen Jahren zu neuem, humusreichem Oberboden. In der Summe würde sich also der Humusvorrat in den so bearbeiteten Böden erhöhen und die Bodenfruchtbarkeit steige.

Pflug

Das Verfahren kann nach fünf Jahren diagonal zur Hauptarbeitsrichtung wiederholt werden. (Bildquelle: Pressebild)

Pflanzen gelangen besser an Wasser

Das Aufbrechen von Verdichtungen und das gleichzeitige Einbringen von humosem Oberboden in die Schächte ermöglicht es den Pflanzenwurzeln, tiefere Bodenhorizonte zu erschließen und das dort vorhandene Wasser und die Nährstoffe zu nutzen. Dadurch könnten die Erträge bereits im ersten Jahr um bis zu 5 % ansteigen, erhofft sich Lemken.

Diesen Effekt hätten Fachleute bereits in den 1960er bis 1980er Jahren festgestellt. Aktuelle Feldversuche des ZALF bestätigten dies. Das Verfahren kann nach fünf Jahren diagonal zur Hauptarbeitsrichtung wiederholt werden.

Neben diesen Vorteilen könne die neue Carbon Farming Technologie den Landwirten zusätzliche Einnahmequellen durch den Handel mit CO2-Zertifikaten eröffnen, heißt es. Eine in Zukunft mögliche Steuer für CO2-Emissionen werde vermieden und die Wettbewerbsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe verbessert.

Der Carbon Farming Pflug wird übrigens durch das iQblue connect Modul in der Lage sein, Arbeitsdaten ortsspezifisch zu erfassen und die angelegten Schächte in Tiefe und Position genau zu dokumentieren. Er kommt Mitte 2024 auf den Markt.


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