Zuletzt aktualisiert am 22.01.22 um 7:00 Uhr

Thema

Carbon Farming

Regenerative Bewirtschaftungsmaßnahmen sollen den Humusaufbau fördern und Kohlenstoff in den landwirtschaftlich genutzten Böden binden. Ein Überblick zum Carbon Farming.

Was ist Carbon Farming?

Carbon Farming ist eine regenerative Bewirtschaftungsform, mit dem Ziel Klimagase aus der Atmosphäre im Boden zu binden und so dem Klimawandel entgegenzuwirken. Dieser ganzheitliche Ansatz verzichtet auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Hierdurch wird die Diversität des Bodenlebens erhöht, die Interaktion zwischen den Pflanzen und den Mikroorganismen im Boden gesteigert und der Humusaufbau gefördert, welcher als Basis der Bodenfruchtbarkeit gilt. Zudem wird die mechanische Bodenbearbeitung im Zuge der regenerativen Landwirtschaft reduziert, um das stabilisierende Wurzelgeflecht nicht zu zerstören und den bereits gebundenen Kohlenstoff im Boden zu erhalten. Gezielte und abwechslungsreiche Fruchtfolgen, der Anbau von Zwischenfrüchten und die Verwendung von Untersaaten dienen der Erosionsminderung und der Ernährung des Bodenlebens, sowie dem Humusaufbau. Dadurch verbleibt Biomasse auf dem Feld und die Kohlenstoffbilanz wird positiv.

CO2-Kreislauf (Bildquelle: f3/Christina Helmer )

Subvention von Carbon Farming

Carbon Farming ist Bestandteil der Initiative der EU-Kommission, bis zum Jahr 2030 Klimaneutralität zu erreichen. Ergebnisse eines zweijährigen, eu-geförderten Modellprojektes zeigen, dass durch gezielte Maßnahmen in der Landwirtschaft Böden als Kohlenstoffsenke agieren können. Carbon Farming kann also eingesetzt werden, um die Biodiversität zu fördern, Ökosysteme zu schützen und derzeitige landwirtschaftliche Praktiken zu verändern. Carbon Farming soll deshalb als „grünes Geschäftsmodell“ künftig gefördert werden.

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