Transformation

Bayer will den Richtungswechsel in der Landwirtschaft

Ohne eine Agrarwende können Umwelt- und Klimaschutz sowie Welternährung nicht mehr geleistet werden, sagt Bayer. Der Konzern will u.a. die Produktion von Weizen transformieren.

Für einen Richtungswechsel in der Landwirtschaft hat sich Bayer-Vorstandsmitglied Rodrigo Santos ausgesprochen. Um den Hunger global zu bekämpfen sowie gleichzeitig das Klima und die Umwelt zu schützen, brauche es ein Umdenken in der globalen Nahrungsmittelversorgung und eine engere Zusammenarbeit zwischen Akteuren auf allen Ebenen, erklärte er kürzlich in Rommerskirchen.

„Der Druck auf die Ernährungssysteme und die Umwelt ist größer denn je. In der Folge leiden weltweit immer mehr Menschen an Hunger“, betonte Santos. Es gelte, die Transformation der Landwirtschaft zu beschleunigen und Lösungen umzusetzen, die gleichzeitig nachhaltiger und produktiver seien. Davon profitierten die Landwirte, die Gesellschaft und das Klima.

Daten statt Ertrag

Bayer will die Wende durch eine Kombination passender Produkte und digitaler Technologien mit nachhaltigen Praktiken wie dem Carbon Farming, bodenschonenden Bearbeitungsverfahren, dem Einsatz von Zwischenfrüchten und Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität unterstützen.

„Künftig werden Landwirte den Erfolg ihrer Betriebe nicht mehr nur am Ertrag messen, sondern auch an den Terabytes an Daten, die auf ihren Feldern erfasst werden, oder an den Tonnen CO2, die in den Böden gebunden werden“, prognostizierte das Vorstandsmitglied.

Erklärtes Ziel von Bayer ist es, die Treibhausgasemissionen in großen Agrarmärkten pro Kilogramm Ernte bis 2030 um 30 % zu senken. Darüber hinaus will das Unternehmen die Umweltauswirkungen von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 ebenfalls um 30 % verringern und zugleich 100 Mio. Kleinbauern helfen, produktiver und rentabler zu wirtschaften.

Hybridweizen und Carbon Farming

Der Konzern hat sich beispielsweise zum Ziel gesetzt, die Produktion von Weizen bis zum Ende dieses Jahrzehnts zu transformieren. Fortschritte bei genetischen Verfahren ermöglichten die Entwicklung von Hybridweizen zu wettbewerbsfähigen Kosten, so das Unternehmen. Diese Hybridweizen erzielten höhere und zugleich stabilere Erträge und seien für einen großen Teil der weltweiten Weizenanbaufläche von rund 225 Mio. ha geeignet.

Ein weiterer Ansatz ist das Carbon Farming. Hier sieht sich Bayer als ein führender Anbieter von Lösungen und Plattformen, die Landwirten helfen, CO2 aus der Atmosphäre zu entfernen und im Boden zu binden. Das Unternehmen will den Landwirten aber noch zusätzliche Vorteile bieten. Die Carbon-Initiative soll neue Einnahmequellen eröffnen, indem sie Carbon-Farming-Aktivitäten vergütet und Zugang zu den globalen Kohlenstoffmärkten verschafft.

Bayer FieldView und weitere digitale Lösungen

Bayer weist zudem auf FieldView hin, eine Plattform für digitale Landwirtschaft. Diese liefert Landwirten auf der ganzen Welt Daten, die über Satelliten, Feldsensoren und intelligente Landmaschinen gewonnen werden und zu einer effizienteren Bewirtschaftung der Felder beitragen sollen.

In einem weiteren Schwerpunkt, den Pflanzenschutzmitteln arbeitet der Konzern daran, die Auswirkungen der Landwirtschaft auf die Umwelt durch digital unterstützte, hochpräzise Applikationsverfahren und neue Pflanzenschutzprodukte mit besseren Umweltprofilen zu verringern. Dazu gehören auch biologische Pflanzenschutzmittel, ein Segment, in dem Bayer nach eigenen Angaben marktführend ist.

Zudem hat der Konzern gezielt in Unternehmen investiert, die an nachhaltigen Alternativen zu Stickstoffdünger arbeiten. Ein Anliegen ist dem Leverkusener Unternehmen auch die Förderung der Biodiversität. Mehr Nahrungsmittel auf weniger Fläche zu produzieren, sei einer der wichtigsten Hebel, um die biologische Vielfalt zu fördern, denn auf diese Weise könnten mehr Flächen unbewirtschaftet bleiben. Dazu beitragen könnten digitale Technologien wie FieldView sowie innovative und zielgerichtete Pflanzenschutzmittel in Verbindung mit einer präziseren Anwendung.


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