Beregnung

Mit Sensoren gegen Trockenstress Premium

Den Wasserbedarf exakt zu bestimmen, ist herausfordernd. Wie Sensoren helfen, untersuchen zwei Projekte in Niedersachsen und Brandenburg.

Unsere Autoren

Dr. Beate Zimmermann und Rainer Schlepphorst, Forschungsinstitut für Bergfolgelandschaften e.V.; Dominic Meinardi, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften; Martin Kraft, Thünen-Institut für Agrartechnologie

Landwirte müssen Wasser künftig sparsamer einsetzen: Für jeden Schlag und jede Kultur ist der richtige Zeitpunkt und die optimale Wassermenge festzulegen. Doch den aktuellen Bewässerungsbedarf, den u.a. die im Wurzelraum gespeicherte Wassermenge bestimmt, kann man nicht mit bloßem Auge erfassen. Auch Bodenfeuchtemessungen oder die klimatische Wasserbilanz lassen nur ungefähre Schlüsse auf den tatsächlichen Wasserbedarf zu.

Infrarot-Sensoren können hingegen den Wasserversorgungszustand der Kulturen sehr genau und zeitnah erfassen und diesen dann mittels Algorithmus in eine Bewässerungsempfehlung umsetzen. Mit diesem Thema beschäftigen sich in Niedersachsen und Brandenburg zwei Projekte der Europäischen Innovationspartnerschaft, kurz EIP. Mehr zu EIP, den Projektteilnehmern und den operationellen Gruppen lesen Sie auf Seite 71.

Zuerst Temperatur messen

Beide Projektgruppen untersuchen den optimalen Einsatz von Zusatzwasser, unter nachhaltigen und ökonomischen Gesichtspunkten. Im Mittelpunkt steht dabei die Temperatur der Pflanzen. Sie gibt Auskunft darüber,

  • ob die Pflanze gerade optimal mit Wasser versorgt ist und somit durch ihre Verdunstung gekühlt wird,
  • oder, ob die Pflanze unter Wassermangel leidet. Dann verdunstet sie nur geringe Mengen und zeigt dies durch eine erhöhte Blatttemperatur.

Die Forscher messen die Pflanzentemperaturen mittels Infrarot-Thermographie. Das ist berührungslos und auf großer Fläche möglich. Hinter dem sperrigen Begriff verbergen sich Sensoren wie z.B. Wärmebildkameras, die die Wärmestrahlung von Objekten erfassen. Die Strahlungsenergie der Pflanzen bzw. Pflanzenbestände lässt sich in Temperaturen umrechnen. In Verbindung mit weiteren Faktoren wie Lufttemperatur, Globalstrahlung und Luftfeuchte kann man aus den Temperaturen schließlich den Wasserversorgungszustand der Kultur ableiten. Der größte Vorteil der Infrarot-Thermographie gegenüber herkömmlichen Methoden besteht darin, dass die Information direkt von den Pflanzen stammt. Alle anderen Einflussfaktoren auf die Wasserversorgung, wie die Bodenbeschaffenheit, werden automatisch berücksichtigt.

Doch die Thermaldaten aus den Sensoren lassen sich nicht ohne Weiteres in praktische Bewässerungsempfehlungen umsetzen. Dazu müssen sie in Kennzahlen des Wasserversorgungszustandes der Kulturpflanzen umgerechnet werden. Diese Kennzahlen ermitteln die beiden Projektgruppen auf unterschiedlichen Wegen.

Team Niedersachsen

Das Projekt „Sensorgestütze Beregnungssteuerung in Kartoffeln“ arbeitet in...

Verpassen Sie nichts mehr!

Erhalten Sie Zugriff auf diesen und alle weiteren relevanten Beiträge sowie auf unsere exklusiven Newsletter. Testen Sie jetzt ganz unverbindlich.

Jetzt 30 Tage gratis testen
Mehr erfahren

Das könnte Sie auch interessieren

Hintergrund und Teams

vor von Friederike Mund , Dr. Beate Zimmermann, Rainer Schlepphorst, Dominic Meinardi, Martin Kraft

Zwei in einem

vor von Ressort Landtechnik

Landkauf: Landwirt und Naturschutz gleichrangig

vor von Ressort Betriebsleitung

App gegen Erdflöhe?

vor von Matthias Bröker, Anne-Katrin Rohlmann

Diskussionen zum Artikel

Kommentar schreiben

Diskutieren Sie mit

Tragen Sie mit Ihrem Beitrag zur Meinungsbildung zu diesem Artikel bei.

Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen