Öffentliche Beteiligung

BMEL verlängert Frist für Ackerbaustrategie

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die Frist für die öffentliche Beteiligung an der Ackerbaustrategie bis zum 31. August verlängert. Als Grund gibt es eine starke Beteiligung an.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) weitet die öffentliche Kommentierung seiner Ackerbaustrategie um einen Monat bis zum 31. August aus. „Wegen der starken Beteiligung und des anhaltenden Interesses haben wir uns entschlossen, die Diskussion auf unserer Beteiligungsplattform noch bis Montag, 31. August 2020, zu ermöglichen“, heißt es beim BMEL. Eigentlich sollte die Plattform, auf der die Kommentare eingegeben werden können, am 28. Juli schließen.

Bürger und Verbände können Stellung nehmen

Auf einer eigenen Online-Plattform können sich alle Bürgerinnen und Bürger an dem Diskussionsprozess beteiligen. Dafür ist eine Registrierung notwendig. Die Verbände sind hingegen gebeten, schriftlich zu der Ackerbaustrategie Stellung zu nehmen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hatte im Dezember 2019 ihr Diskussionspapier zur Ackerbaustrategie 2035 vorgestellt. Darin sind sechs Leitlinien und zwölf Handlungsfelder für den Ackerbau der Zukunft bis zum Jahr 2035 mit Zielen und Maßnahmen zusammengefasst.

5-gliedrige Fruchtfolge bis 2030

Laut der Strategie solle es unter anderem gelingen, bis zum Jahr 2030 das Kulturpflanzenspektrum auf mindestens fünf verschiedene Kulturpflanzen je Ackerbaubetrieb zu erhöhen. Außerdem soll es bis 2030 ein Humusgleichgewicht in allen Ackerböden geben. Zum Pflanzenschutz heißt es in der Strategie: „Ziel ist es, bis 2030 die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, die nicht als ‚lowrisk-Produkt‘ im Sinne des EU-Pflanzenschutzrechts eingestuft sind, deutlich zu reduzieren“. In dem Papier ist der Ausstieg aus der Anwendung von Glyphosat bis Ende 2023 enthalten. Zum Thema Biodiversität hebt die Ackerbaustrategie den "Aufbau von regional abgestimmten biodiversitätsfördernden Maßnahmen" in Anlehnung an das „Niederländische Modell“, wo Landwirtschaft, Umwelt und Verwaltung eng zusammenarbeiten, heraus.

Abstimmung in der Bundesregierung läuft noch

Wann und ob es für die Ackerbaustrategie einen Kabinettsbeschluss der Bundesregierung geben wird, hatte Klöckner bei der Veröffentlichung der Strategie offengelassen. Ihr käme es auf die inhaltliche Diskussion über die Maßnahmen an, hatte sie damals angekündigt. Der Diskussionsprozess dürfe nicht „abgewürgt“ werden, sagte sie. Beim bundeseigenen Thünen-Institut hat das BMEL allerdings bereits eine Folgenabschätzung für die in der Ackerbaustrategie vorgeschlagenen Maßnahmen in Auftrag gegeben. Die Große Koalition hatte in ihrem Koalitionsvertrag Anfang 2018 geschrieben, dass sie eine gemeinsame Ackerbaustrategie vorlegen werde.

Die Ackerbaustrategie gibt es hier als Download:

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Diskussionen zum Artikel

von Ulrich M. Sorg

Wenn ich diese Kommentare lese, denke nach, was diese Herrschaften so denken beim Schreiben

Da es mittlerweile der Politik, auch den Agrarpolitikern bewusst wurde, dass die Landnutzung, so wie diese in den letzten Jahrzehnten betrieben wurde, nicht zukunftsfähig ist, weil auch nicht nachhaltig, was die Wissenschaft vielfältig seit belegte, ist es nur an der Zeit, dass sich die ... mehr anzeigen

von Stefan Gruss

Dir Landwirtschaft hat sich über Jahrtausende in Deutschland zu einer der führenden weltweit entwickelt! Warten wir doch mal die nächsten 15 Jahre Planwirtschaft ab wo wir dann stehen . Aber ich bin mir sicher auch sie werden es schon früher merken.

von Walter Rothenbacher

Ackerbaustrategie

Keiner kennt sich im Ackerbau besser aus als wir Landwirte. Ich denke wir sind Profis und wissen was wir tun. Wir haben unsere Felder von unseren Väter übernommen und werden diese auch bestens bewirtschaften und so weiter geben. Für was braucht man denn eine staatliche ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Diese drastische Wortwahl ist angemessen und erforderlich !

von Stefan Gruss

Wie weit müssen wir uns noch erniedrigen lassen ?

Liebe Bauern, verschwendet nicht eure Zeit um euer eigen Grab zu schaufeln. Nutzt die Zeit besser um euer Umfeld auf zu klären, sagt den Leuten (Verbrauchern) welche Folgen diese ideologische Öko-Diktatur für sie haben wird. Mit welchen Fake News (vor 80 Jahren nannte man dies ... mehr anzeigen

von Andreas Gerner

Ich vermute einen anderen Grund für die Verlängerung.

Nicht die "starke Beteiligung", sondern weil denen bisher nicht genug kritische Nichtlandwirte und Ideologen ihren Senf dazugegeben haben. Jetzt wird noch mal die Werbetrommel gerührt und Ende August sitzen dann die NABU Jünger massenweise an den Tastaturen.

von Wilhelm Grimm

Strategie oder Idiotie ?

Das ist hier die Frage !!!

von Renke Renken

Klare Antwort:

Dort sind nur ideologisch verblendete und Vollidioten dran am wirken, eine fünfgliedrige Fruchtfolge in kleinen viehhaltenden Betrieben, die nebenbei 20 oder 30 ha Ackerland bewirtschaften, vollständige Idiotie, sonst nichts

von Wilhelm Grimm

Wie soll das denn gehen ?

5-gliedrige Fruchtfolge, in besonders bevorzugten Kleinbetrieben als verbindliche Vorschrift. ?Aber auch die Großen sind damit in der Regel überfordert.

von Bernhard ter Veen

DAS

ist für mich -als fachlich nach dem derzeitigen Stand- ausgebildeter und praktizierender Landwirt und BetriebsBeWirtschafter und ...wohlbemerkt... Steuerzahler, die EINDEUTIGE KAMPFANSAGE an die Selbstständige Betriebsführung. Die Akademisierung der Bertrieblichen Abläufe hin zur ... mehr anzeigen

von Wilhelm Grimm

Habt ihr nur ein einziges mal erlebt,

dass auf Landwirte gehört worden ist ? 5% Landwirte mit Anhang unterliegen den gezielt manipulierten Massen natürlich immer. Anschließend wird argumentiert, dass der Bürger es so gewollt hätte. Was für ein billiger Betrug, Frau Ministerin. Und der DBV nickt ab???? Da ist eine ... mehr anzeigen

von Frank Sieweke

unbedingt durchlesen!

Die Unterpunkte "Zielkonflikte" sagen schon sehr deutlich, wo es hingehen soll.... Weniger Dünger, Pflanzenschutz, dafür mehr Gentechnik. Damit werden die Landwirte dann endgültig in die Abhängigkeit von bestimmten Konzernen gedrängt, da diese geschlossene Anbausysteme entwickeln und ... mehr anzeigen

von Bernd Nienhaus

Liebe Politiker

...und alle möchtegern Naturschützer. Hört bitte dann auch einmal auf die Landwirte (Fachleute)! Wir haben uns schon oft beteiligt und sind leider häufig enttäuscht worden. Bitte endlich Regelungen mit uns und nicht gegen uns.

von Heinrich Albo

Liebe Berufskollegen

Und Praktiker meldet euch dort !!!!

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