DLG: EuGH verhindert Züchtungsfortschritte zur Ertragssicherung

Enttäuscht über das Gentechnikurteil des Europäischen Gerichtshofes reagiert Hubertus Paetow, Präsident der DLG. Dringend benötigte neue Züchtungsverfahren zur Ertragssicherung, die gleichzeitig nachhaltig sind, würden jetzt erheblich erschwert. Chemischer Pflanzenschutz werde nicht mehr in allen Fällen erste Wahl sein

Enttäuscht über das Gentechnikurteil des Europäischen Gerichtshofes reagiert Hubertus Paetow, Präsident der DLG. Dringend benötigte neue Züchtungsverfahren zur Ertragssicherung, die gleichzeitig nachhaltig sind, würden jetzt erheblich erschwert.

Chemischer Pflanzenschutz werde nicht mehr in allen Fällen erste Wahl sein. Gleichzeitig scheuten die Hersteller von Pflanzenschutzmitteln angesichts hoher Zulassungsauflagen die teure Entwicklung zielgerichteter, weniger riskanter Wirkstoffe. Nach Auffassung von Paetow könnten innovative Züchtungstechniken hier eine Alternative bieten.
 
Schon immer habe man versucht, die Eigenschaften die Nutzpflanzen durch Züchtung zu verbessern. „Dass unser heutiger Raps als einheimisches Eiweißfuttermittel Soja ersetzen kann, verdanken wir diesen Züchtungsmethoden. Dazu wurden bitterstoffarme Kohlpflanzen in einem langwierigen Prozess in die ertragreichen, aber für die Tiere zu bitteren Rapssorten eingekreuzt. Genau dies ist mit den innovativen Züchtungstechniken möglich – nur eben viel schneller und zielgerichteter. Und je schneller wir unsere Nutzpflanzen durch Züchtung vor Schädlingen schützen, umso eher können wir den Einsatz von Chemie auf dem Acker minimieren“, sagt der DLG-Präsident.
 
Durch die innovativen Züchtungstechniken könnte auch die Nährstoffeffizienz von Pflanzen verbessert werden, was zur Folge hätte, dass Düngemittel besser genutzt werden könnten und weniger Verluste entstehen. Aber auch dem Klimawandel und den entsprechend extremeren Wachstumsbedingungen für Pflanzen könne man mit diesen Methoden höchstwahrscheinlich begegnen. So könnten Kulturpflanzen schneller und effektiver gezüchtet werden, die toleranter gegenüber Trockenheit oder widrigen Bodenbedingungen sind. Dies habe nicht nur Auswirkungen auf den Pflanzenbau in Europa, sondern ermögliche auch die Versorgung mit Nahrungsmitteln in Regionen mit widrigen Wachstumsbedingungen und hohem Nahrungsmittelbedarf.
 
„Mit der EuGH-Entscheidung wird eine große Chance vertan. Jetzt ist die Politik gefordert, das EU-Gentechnikrecht auf seine Praxistauglichkeit hin zu bewerten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, damit neue Züchtungsmethoden im Sinne einer nachhaltigen Landwirtschaft auch in Zukunft zur Verfügung stehen“, so Paetow.

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