Gentechnikdebatte

EU-Agrarminister sehen CRISPR/Cas zunehmend als Chance

Bundesagrarministerin Julia Klöckner warnte in Brüssel vor einer neuen Debatte um GVO. Die Mehrheit der Länder ist offen für CRISPR/Cas. Kritiker verweisen auf das Vorsorgeprinzip und den Ökolandbau.

Die meisten EU-Mitgliedstaaten begrüßen eine Abkehr von strengen Zulassungsauflagen und Kennzeichnungspflichten für CRISPR/Cas. Die bestehenden Regelungen passten nicht mehr zu neuen Züchtungstechniken, erklärte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides laut aiz.info im EU-Agrarrat.

Um die Chancen der neuen gentechnischen Methoden wahrzunehmen, müssten sie aus der bestehenden Freisetzungsrichtlinie für GVO herausgenommen werden. Die Genschere werde für die Züchtung von krankheitsresistenten Sorten gebraucht, weshalb ein besserer gesetzlicher Rahmen für die neue Technik wichtig für den Green Deal sei, führte Kyriakides aus.

"Die neue Technik hat grünes Potenzial", betonte die niederländische Landwirtschaftsministerin Carola Schouten. "Wir dürfen nicht in eine ideologische Falle treten", warnte die deutsche Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner vor einer Wiederholung der Debatte um GVO.

Etwas anders lag der Akzent in der Aussprache im Rat laut aiz.info bei Ungarn, Griechenland und Slowenien. Diese Länder verwiesen auf das Urteil des Europäischen Gerichts, das eine Gleichbehandlung von GVO und den neuen Züchtungstechniken fordert. Die Kritiker verwiesen zudem auf das Vorsorgeprinzip und auf den Schutz des Biolandbaus, in dem jede Form von gentechnischer Züchtung verboten sei.


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