Beckum

Frage an Donald Bäcker: Gibt es jetzt jedes Jahr eine Dürre?

Die letzten zwei Dürrejahre haben Bauern und Waldbesitzer aufgeschreckt: Wird das jetzt Normalzustand? Was ist noch Wetter und was schon Klimawandel? Antworten gibt TV-Meteorologe Donald Bäcker.

Mit der Wahl des Meteorologen Donald Bäcker – bekannt aus dem ARD-Morgenmagazin - als Redner beim diesjährigen Landwirte-Forum hat die Volksbank Beckum-Lippstadt den Nerv der Zuhörer getroffen: Müssen wir uns künftig dauerhaft auf Dürren im Sommer einstellen? Ist das schon der menschgemachte Klimawandel? Dazu lieferte der Fachmann am Montag in Beckum (NRW) den anwesenden Bauern zahlreiche Fakten und Hintergründe. Deutlich wurde: So einfach, wie es sich Klimawandel-Leugner, aber auch Klimawandel-Verteidiger machen, ist es nicht.

Zunächst schilderte Bäcker, der bei der Cumulus Media GmbH angestellt ist, von welchen zahlreichen Faktoren das Wetter beeinflusst wird. Stabil sei das Wetter noch nie gewesen. Selbst die Meteorologen untereinander würden über den Einfluss des Menschen auf das Wetter streiten. Fakt ist, dass der Mensch über den CO2-Ausstoß Einfluss nimmt. Wobei 93,5 % aus natürlicher CO2-Produktion stammen und 6,5 %, das sind 34 Mrd. t, vom Menschen verursacht wurden. Wie lange dieses Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre verweilt, ist umstritten. Von den weiteren Klimagasen Methan und Lachgas weiß man, dass es 9 Jahre bzw. 114 bis 131 Jahre in der Luft bleibt.

So kam es zu der vergangenen Dürre-Wetterlage bei uns

Die drängendste Frage für die Landwirtschaft ist aber, ob wir uns an extreme Wetter gewöhnen müssen. Dazu erläuterte Bäcker anhand einer Grafik, warum es in den vergangenen Jahren zu dieser stabilen Trockenheit kam.

Normalerweise liegt die Kaltluft über dem Nordpol, die Ausläufer reichen wellenartig nach Europa hinein und verschieben sich häufiger. So entsteht ein ausgeglichener Mix aus Kaltluft sowie Warmluft aus dem Süden. Diese Rossby Wellen haben meist viele Ausläufer, z.B. acht, die nach Süden reichen. Bei der Blockierungs-Wetterlage 2018 gab es hingegen nur vier Rossby-Wellen. Der Kaltlufttropfen auf europäischer Seite lag jedoch westlich von Frankreich und Spanien über dem Atlantik, der nächste östlich über Sibirien. Dazwischen hatten wir das Hoch aus dem Süden, erklärt der Meteorologe weiter.

Durch den Stillstand dieser Lage konnte Sahara-Luft langsam nach Deutschland einströmen, die sonst übliche Durchmischung blieb aus. „Hätte sich die Wetterlage nur ein wenig gedreht und der Kaltlufttropfen wäre über Deutschland gewesen, hätte es den ganzen Sommer durch geregnet und gestürmt, so wie in Russland“, verdeutlicht Bäcker. Dies sei nicht vorhersehbar, zeige aber, dass es nicht...