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Pflanzenschutzempfehlungen vom 20.4.2016

Gelbrost und Septoria in Weizen bekämpfen, Gerste einkürzen und gesund halten, Rhynchosporium tritt in Roggen auf, Keine Chance für Unkräuter in Mais, Kartoffeln und Rüben.

Lesezeit: 10 Minuten

(in Zusammenarbeit mit proPlant und der Landwirtschaftskammer NRW)


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Aktuelle Situation


In der Wochenmitte scheint bundesweit die Sonne. Am Donnerstag klettern die Temperaturen im Süden auf sogar 20°C. Im Norden bleibt es trotz der sonnigen Witterung mit unter 15°C deutlich kühler. In klaren Nächte wird es teils empfindlich kalt. Regional ist leichter Bodenfrost und Reif möglich.

Zum Wochenende kündigt sich ein Wetterumschwung an. Am Samstag wird es im Süden, ab Sonntag auch im Norden wechselhaft. Bei niedrigeren Temperaturen von kaum mehr als 10°C wird es voraussichtlich oft regnen. Sonniges Wetter mit Frühlingswärme ist erst einmal nicht in Sicht.


Gerste: Vermehrt Rhynchosporium


Vor allem im Süden (z.B. in Mittelfranken und Tübingen) tritt neben Zwergrost verstärkt Rhynchosporium in der Gerste auf. Doch auch im Nordwesten kann man Befall beobachten. Gute Wirkungsgrade gegen den Pilz erreichen Sie mit dem Wirkstoff Prothioconazol. Dieser hält auch Zwergrost in Schach.

In einzelnen, anfälligen Sorten, wie z.B. Ketos, zeigen sich erste Netzflecken. Geeignete Fungizide dagegen sind z.B. 0,5 l/ha Input Classic oder 0,8 l/ha Fandango oder 0,5 l/ha Proline. Die Behandlung können Sie zusammen mit der ersten Einkürzung durchführen. Um die Versorgung mit Mikronährstoffen abzusichern, empfiehlt es sich, 5 bis 10 kg/ha Epso Microtop mit in den Tank zu geben.



Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Gerste auch bei Kälte einkürzen?


In warmen Regionen ist Gerste oft weit über EC 32 hinaus entwickelt und befindet sich im Übergang zu EC 37 (Fahnenblatt schiebt). Die erste Einkürzung ist in diesen Beständen häufig bereits erfolgt. Auf kalten Standorten oder in Höhenlagen erreicht die Gerste dagegen oft erst EC 30/31.

Für eine gute Wirkung von Wachstumsreglern sind die angekündigten niedrigen Temperaturen ungünstig. Setzen Sie daher Moddus oder Nachbauten wie Calma, Countdown und Flexa nur noch heute ein, um den warmen Donnerstag noch mitnehmen zu können. Sicherer ist es allerdings, Medax Top + Turbo zu nutzen. Denn Medax Top hat geringere Ansprüche an die Temperatur. In dichten Beständen bzw. wackeligen Sorten wie  Lomerit oder Nerz empfehlen sich 1,0 l/ha. In standfesteren Sorten reichen 0,75 l/ha aus.



Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Weizen: Frühsaaten gesund halten


Für die erste breitwirksame Behandlung ist es in fast allen Regionen noch zu früh. Befindet sich Ihr Weizen allerdings sicher in EC 32 (Frühsaaten) und sind in Ihrer Region länger anhaltende Niederschläge angekündigt, sollten Sie vorbeugend gegen Septoria tritici vorgehen. Anfällig für Septoria sind z.B. die Sorten Akteur und Asano.

Behandeln Sie in diesen Fällen unbedingt noch vor den angekündigten Niederschlägen. Geeignet sind 1,0 l/ha Bravo oder 1,25 l/ha Amistar Opti oder 1,0 kg/ha Dithane Neotec. Wer zusätzlich Halmbruch und weitere Rostkrankheiten bekämpfen will, muss noch 0,6 l/ha Gladio + 0,6 kg/ha Unix (Vorteil Mehltau) oder 0,8 l/ha Mirage + 0,6 l/ha Epoxion/Rubric oder 1,8 l/ha Eleando zumischen.

Setzen Sie die hochpreisigen Carboxamide wie z.B. Adexar, Aviator Xpro oder Seguris jetzt noch nicht ein. Dieser Wirkstoff sollte je nach Situation vorzugsweise zur zweiten Maßnahme oder zur Abschlussbehandlung zum Einsatz kommen. Gleichzeitig können Sie den Weizen mit CCC solo oder CCC + Moddus zum zweiten Mal einkürzen (siehe Übersicht).





Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Gegen Gelbrost in Weizen eine Zwischenbehandlung?


Die meisten Weizenbestände befindet sich in EC 29 bis 31. In den hoch anfälligen Sorten Asano, Trapez, Loft, Primus, Matrix, Inspiration und teils auch in Rumor empfiehlt es sich, gegen Gelbrost eine Zwischenbehandlung zu fahren. Sonniges Wetter und Tau fördern die Infektionen. Nutzen Sie dafür z.B. 50 bis 75% der vollen Aufwandmenge von Capalo, Rubrik, Epoxion, Orius, Matador, Helocur, Pronto Plus oder Ceralo.

Die Sorte Reform zeigt auf vielen Schlägen beginnenden Gelbrost. Den Epidemieverlauf des Gelbrostes kann man in dieser Sorte nicht sicher einschätzen. Bei Befall empfehlen sich auch hier reduzierte Mengen eines Fungizids. Alternativ können Sie täglich den Befallsverlauf durch Feldkontrollen beobachten, um bei stärkerem Gelbrostbefall ab EC 31/32 breit wirksame Fungizide einzusetzen.

In weniger Gelbrost anfälligen Sorten wie Elixer, Tobak, Benchmark, Winnetou, Pionier können Sie auch bei geringem Befall noch warten. Der Gelbrost wird in diesen Weizensorten nicht explodieren. Behandlungen in EC 31/32 sind noch früh genug.



Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Roggen vor Lager und Krankheiten schützen


Auch in Roggenbeständen steht die erste Kürzung an. Kombinationen aus CCC + Moddus sind bei ausreichender Bodenfeuchte oft die beste Wahl. Setzen Sie bei kühler Witterung ausreichend hohe Aufwandmengen von z.B. 1,0 l/ha CCC + 0,2 l/ha Moddus ein, auf sehr guten Böden sind 0,3 l/ha Moddus besser. Behandeln Sie möglichst an wärmeren Tagen.

Braunrost spielt bei der kalten Witterung noch keine Rolle. Vereinzelt tritt aber starker Befall durch Rhynchosporium-Blattflecken auf. Fallen kontinuierlich Schauer, empfiehlt es sich, ein Fungizid mitzunehmen. Der Wirkstoff Prothioconazol erreicht die besten Wirkungsgrade. Mischen Sie demnach bei hohem Ausgangsbefall den Wachstumsreglern noch 0,8 l/ha Input Classic zu. Bei geringerem Befall reichen 1,0 l/ha Ampera aus.




Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Vorsicht: Gelbrost in Triticale!


Gelbrost ist in Triticale nach wie vor die Hauptkrankheit in fast allen Sorten. Bleibt die Witterung anhaltend kalt und feucht, spielt auch Halmbruch eine Rolle. Das gilt vor allem, wenn die Triticale nach Getreide steht. Wer nach einer Vorbehandlung zusammen mit Wachstumsreglern den Gelbrost unter Kontrolle hat und auf den oberen drei Blättern keinen Befall findet, kann mit der Behandlung noch warten. In diesen Fällen kann man ab EC 32 (drittletztes Blatt kommt bzw. ist geschoben) z.B. 2,0 l/ha Viverda oder 1,6 l/ha Capalo oder 0,6 kg/ha Unix + 0,6 l/ha Gladio einsetzen. Damit erzielen Sie eine Dauerwirkung bis zur Abschlussbehandlung.

Falls der Gelbrost aber mit neuen Pusteln auf den oberen Blättern erscheint oder wenn die Triticale bei zunehmendem Gelbrostbefall erst EC 31 erreicht hat, müssen Sie zwei Mal vor der Abschlussbehandlung fahren (Splitting). Gegen Halmbruch können Sie z.B. 1,25 l/ha Capalo oder 1,75 l/ha Viverda oder 0,6 kg/ha Unix + 0,4 l/ha Epoxion/bzw. 0,5 l/ha Orius vorlegen. Eine Nachlage von z.B. 0,6 l/ha Gladio kann dann in EC 34 erfolgen.




Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Zweite Einkürzung in Triticale


In den meisten Fällen steht Triticale nicht sehr dicht, sodass Sie Wachstumsregler nur  gezielt nachlegen müssen. Vielfach reicht eine Nachlage von 0,3 bis 0,5 l/ha CCC aus. In üppigeren Beständen sind 0,3 l/ha CCC + 0,15 l/ha Moddus bzw. + 0,25 Cerone (nur bei höheren Temperaturen über 14°C) notwendig. Schäden durch zusätzlichen Stress müssen Sie bei guter Bodenfeuchte nicht befürchten.



Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Läusegefahr vor allem in Sommergetreide


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Im Nordwesten treten verstärkt Läuse im Getreide auf. In Gerste, Triticale und Roggen richten die Läuse allenfalls noch geringe Saugschäden an. Die Gefahr einer ertragswirksamen Virusübertragung ist wegen der weit entwickelten Bestände nicht mehr gegeben.




Vorsicht ist jedoch in wenig entwickelten Weizenbeständen (Bestockung) geboten. Hier lässt sich eine Virusübertragung mit Ertragsschäden nicht sicher ausschließen. Dasselbe gilt für Sommergetreide. Falls Sie in diesen Beständen ohne längeres Suchen einige Läuse finden, empfiehlt sich eine Maßnahme. Geeignet sind z.B. 150 g/ha Hunter/Kaiso Sorbie. Behandeln Sie keinesfalls pauschal! Auf den meisten Schlägen werden Sie keine Läuse finden.


Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Mais: Erste Unkrautwelle im Vorauflauf ausschalten


Wer seinen Mais bereits gesät hat, kann im Vorauflauf mit 3 l/ha Gardo Gold die erste Unkrautwelle ausschalten. Die feuchten Böden bieten optimale Bedingungen für Bodenherbizide. Diese Maßnahme empfiehlt sich besonders auf Standorten mit Hirsen. Bei zunehmendem Maisanteil in der Fruchtfolge steigt die Gefahr, dass auf sonst „Hirse-freien“ Standorten verschiedene Hirsearten auftreten. Bei Problemen mit Nachtschatten hat eine Mischung aus 2,5 l/ha Gardo Gold + 0,5 l/ha Sulcogan Vorteile. Die Nachbehandlung können Sie später flexibel an das Unkrautspektrum anpassen.


Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Mais: Schnecken weiterhin aktiv


Die wiederkehrenden Niederschläge begünstigen Schnecken. Gefährdet sind in erster Linie schwere, klutige Böden und Mais, der nach einer Zwischenfrucht in Mulchsaat bestellt wird. Achten Sie vorbeugend auf eine gute Rückverfestigung des Saatbetts. Um das Auftreten von Schnecken zu kontrollieren, können Sie z.B. Schneckenfolien oder ein Schalbrett auslegen. Sobald Sie darauf Schnecken finden, empfiehlt es sich, Schneckenkorn zu streuen. Zugelassen sind z.B. 5 kg/ha Metarex Inov oder 7 kg/ha Sluxx HP. Gefährdet ist Mais ab dem Legen bis zum 4-Blattstadium.


Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Kartoffeln: Unkräuter ausschalten


Verträgt Ihre Kartoffelsorte Metribuzin und spielt Nachtschatten keine Rolle, können Sie bei momentan feuchten Böden 3,5 bis 4,0 l/ha Boxer + 0,5 kg/ha Mistral einsetzen. Das breite Spritzfenster hat den Vorteil, dass Sie bei einem späten Termin auch die Blattwirkung gegen bereits aufgelaufene Unkräuter nutzen können.

Vorsicht: In unverträglichen Sorten kann der Wirkstoff Metribuzin erhebliche Ertragseinbußen verursachen. Bei vielen neuen Kartoffelsorten kann man diesen Wirkstoff sowohl im Vorauflauf als auch im Nachauflauf nur eingeschränkt oder überhaupt nicht einsetzen. Einige Sorten reagieren nur im Nachauflauf. Bei normaler Verunkrautung mit Gänsefuß, Kamille, Vogelmiere und Klette hat sich in empfindlichen Sorten eine Mischung aus 2,5 l/ha Bandur + 2,5 l/ha Boxer im Vorauflauf bewährt. Spritzen Sie diese Mischung einige Tage vor dem Durchstoßen der Kartoffeln bei feuchten Bedingungen. Tritt zusätzlich Windenknöterich auf, sollten Sie das neue Mittel Proman (Metbromuron, 500 g/l) mit 2 l/ha zumischen. Proman darf man in Kartoffeln der Reifegruppe 3 (mittelfrüh) und 4 (mittelspät) mit maximal 3,0 l/ha einsetzen. Beachten Sie beim Einsatz von Boxer unbedingt die neuen Auflagen!



Gebrauchsanweisung und regionale Hinweise beachten!


Rüben: NAK 1 verträglich fahren


In früh gesäten Rüben steht die NAK 1 an. Beachten Sie dabei die Witterung 2 Tage vor der Spritzung und das prognostizierte Wetter nach der Behandlung. Dies ist entscheidend für die Verträglichkeit und den Wirkungsgrad der Maßnahme. Ist das Wetter vor der ersten NAK  sonnig und trocken, sind ausreichend blattaktive Wirkstoffe wie Phenmedipham oder Debut gegen Ausfallraps oder Bingelkraut einzusetzen. Geben Sie besonders bei Eigenmischungen Additive wie Access, Hasten oder Trend mit ins Fass. Ist es vor dem angesetzten Spritztermin dagegen eher feucht-kühl, sollten Sie die Aufwandmenge der blattaktiven Präparate oder der Additive reduzieren bzw. bei Betanal MaxxPro kein Additiv hinzugeben. Bei feuchten Böden sind die Wirkungsgrade insbesondere der Bodenherbizide wie Metamitron oder Ethofumesat ohnehin höher.

Sind Frostnächte angekündigt, sollte man den Herbizideinsatz verschieben. Unter kritischen Witterungsbedingungen sind Eigenmischungen z.B. aus 1,2 l/ha Betasana SC + 1,5 l/ha Metafol SC + 0,4 l/ha Stemat + 50% Additiv oder 1,0 l/ha Belvedere Extra + 1,5 l/ha Metafol SC + 50% Additiv deutlich besser verträglich.






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