Düngeverordnung

Rote Gebiete: Letzte Chance Binnendifferenzierung? Premium

Bei der neuen Düngeverordnung kommt es vor allem auf die roten Gebiete an. Um diese treffsicher abzugrenzen, setzen einige Länder nun auf die Binnendifferenzierung.

An den Maßnahmen zur Verschärfung der Düngeverordnung ab 2020 lässt sich nicht mehr rütteln. Die Bundesregierung hat diese Woche erneut korrigieren müssen und verschärfte Vorschläge nach Brüssel geschickt. Nun muss die EU-Kommission wieder darlegen, ob ihr die Liste dieses Mal reicht. Die geplanten Maßnahmen konzentrieren sich besonders auf die mit Nitrat belasteten, roten Gebiete. Unter den Landwirten ist aber gerade darüber, welche Flächen in roten Gebieten liegen, eine heftige Diskussion entbrannt. Die einzige offene Stellschraube in der gesamten Düngethematik scheint derzeit zu sein, dass die Länder mit einer Binnendifferenzierung die Flächen in den betroffenen roten Gebieten eingrenzen.

Binnendifferenzierung bisher in drei Bundesländern

Mittlerweile haben fast alle Bundesländer ihre Gebietskulissen für die roten Gebiete ausgewiesen (siehe Übersicht). Dabei haben bisher nur die Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen die Möglichkeit der Binnendifferenzierung ausgereizt. In Sachsen-Anhalt liegt der Anteil der roten Gebiete an der landwirtschaftlich genutzten Fläche damit bei 12%. In Niedersachsen haben sich dadurch die roten Gebiete von 60 auf 39% der landwirtschaftlichen Fläche reduziert. In Sachsen sind mit der Binnendifferenzierung 17,4% der landwirtschaftlichen Fläche rotes Gebiet.

Musterbeispiel Sachsen-Anhalt

Möglich macht die Binnendifferenzierung eine Passage in der Düngeverordnung, laut der die Länder Teilgebiete eines roten Grundwasserkörpers, in denen weder mehr als 37,5 mg Nitrat je Liter und eine ansteigende Tendenz des Nitratgehaltes noch mehr als 50 mg Nitrat je Liter festgestellt werden, von den Verschärfungen ausnehmen können. Sachsen-Anhalt hat über die Binnendifferenzierung die...

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Artikel geschrieben von

Stefanie Awater-Esper

Korrespondentin Berlin

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Diskussionen zum Artikel

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von Martin Forster

http://www.keckl.de/texte/Nitratverwaltungszirkus.pdf

von Martin Forster

Hoffentlich muß Deutschland zahlen

Gerichte sollten dann prüfen müssen wer betrogen hat in der ganzen Sache, und auch wer immer noch damit durchkommt. Wenn das UBA selbstherrlich arbeitet sollte es auch zur Rechenschaft gezogen werden.

von Johann Hinrich Steilen

Willkürliche Festsetzung der Roten Gebiete

Wir wirtschaften mit unseren Betrieb zu 90% im Wasserschutzgebiet und haben Top Werte in dem Gebiet . Nun noch das Rote Gebiet oben drauf , warum!!!!!!! Da sollte man die Grenzen schon genauer betrachten.

von Wilhelm Grimm

Keine Korrelation, das wollte ich hören T

Aber wir alle sollen unser Vermögen verlieren. Dummheit darf nicht siegen !!!!!

von Andrea Rahn-Farr

Keine Korrelation zur Viehzahl in Hessen

Hier ist keine Korrelation zur Viehzahl („Gülleverbleib“) nachweisbar. Die Wetterau und ganz Südhessen sind fast nutztierfrei und trotzdem rotes Gebiet mit teils unerklärlichen Messwerten. Das können und werden wir so nicht akzeptieren!

von Wilhelm Grimm

Viehzahl und Gülleverbleib

sind die alleingen Kriterien. Mehr braucht nicht.

von Wilhelm Grimm

Egal was man macht, es bleibt immer ungerecht für Einzelne !

Das muss anders gemacht werden. Unser Berufsstand ist tief gesunken, dass er sich derartigen immer noch willkürlichen Maßnahmen beugt !

von Willy Toft

Wenn es hilft die Gebiete einzugrenzen, sollte es jedes Bundesland umsetzen!

Es kann doch nicht angehen, dass es schon in der BRD Wettbewerbsnachteile einzelner Regionen gibt! Das Thema ist Komplex, aber machbar! Ob es uns wirklich hilft, bei den jetzigen Voraussetzungen und Vorgaben, steht auf einem anderen Blatt!

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