Interview

Wegen der Preisexplosion lautet die Devise: Strategisch düngen!

Dr. Ulrich Lehrke, LWK Niedersachsen, sieht vielfältige Ursachen für die gestiegenen Düngerpreise. Aber Landwirte haben Möglichkeiten, sich darauf einzustellen.

Die Düngerpreise steigen und steigen. Landwirte befürchten für die Gaben im Frühjahr leer auszugehen. Dr. Ulrich Lehrke, Pflenbauberater von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen erklärt die Hintergrunde des aktuellen Anstiegs und gibt Tipps wie Landwirte reagieren können.

Worauf führen Sie die massiven ­Preissteigerungen bei Mineraldüngern zurück?

Lehrke: Ein Haupttreiber sind die enorm gestiegenen Energiekosten. Die Preise für Erdgas haben sich vervielfacht. Dadurch hat sich auch die Stickstoffproduktion stark verteuert. Einige Produzenten stellen deshalb die Produktion ein. Beim Phosphat ist es etwas anders. Wegen Corona kam die Förderung in China zum Erliegen, die Importe brachen ein. Das konnte aus den anderen Ländern nicht kompensiert werden. Hinzu kommen die globalen Probleme im Transportwesen.

Und warum war Kalium bisher nicht im gleichen Maße betroffen?

Lehrke: Kalium wird vor allem im ­Inland gefördert. Corona und die Energiepreise haben daher auf die Kaliumpreise einen nicht ganz so großen Einfluss. Stattdessen haben die Sank­tionen der EU gegen Belarus, einem der größten Kali-Exporteure, die Kalikurse nach oben getrieben.

Von der Geopolitik zum Landwirt: Was raten Sie Landwirten in der ­jetzigen Situation?

Lehrke: Parallel zu den hohen Düngerpreisen sind auch die Produktpreise sehr hoch. Landwirte konnten z. B. Raps für über 50 €/dt vermarkten. Daher verschiebt sich die...


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