Interview

„Pauschale Kritik am Heizen mit Holz ist nicht gerechtfertigt“

Matthias Held erklärt, warum Energieholz als klimaschädlich in Verruf geraten ist und welche Verwendungswege nachhaltig und zukunftsfähig sind.

Herr Held, die Verwendung von Holz als Brennstoff wird von einigen Organisationen abgelehnt, weil es dem Klima schade. Wie sehen Sie das?

Held: Es gibt in der Tat seit geraumer Zeit Kampagnen, um der Bioenergie ihren festen Platz im erneuerbaren Energiesystem streitig zu machen. Der Zeitpunkt jetzt ist kein Zufall, da in Brüssel der Green Deal verhandelt wird und sich bestimmte Organisationen Medienaufmerksamkeit erhoffen. Dabei konzentrieren diese sich auf Biomasseimporte und die Umrüstung von Kohlekraftwerken auf Industriepellets. Es gibt aber nicht die eine Holzenergie, sondern viele Spielarten und Technologien, die nicht alle mit der Biomassenutzung in Deutschland zu vergleichen sind.

Und welche „Spielarten“ und Holzsortimente sehen Sie als zukunftsfähig an?

Held: Hierzu sind kürzlich einige Studien erschienen, wie z.B. ein Bericht der EU zur energetischen Nutzung von Holz. Er soll Grundlage für anstehende Gesetzesvorhaben der EU sein, wie der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED III). Unsere Holzenergienutzung aus Waldrest- und Abfallholz schneidet dabei sehr gut ab. Plantagenholz, das auf gerodeten Regenwaldflächen wächst, wird dagegen negativ gesehen und hat die Holznutzung insgesamt in Verruf gebracht. Daneben spielt Holz aber auch in nationalen Studien wie...