Aus der Wirtschaft

Modernisierung von Biogasanlagen

Biogas: Optimierung macht Biogasanlage wieder rentabel

In der Gemeinde Ivenack hat die Schmack Biogas Service GmbH eine Biogasanlage wirtschaftlich auf Kurs gebracht, u.a. mit der Umstellung auf Wirtschaftsdüngervergärung.

Seit dem Jahr 2006 erzeugt eine Biogasanlage in der mecklenburgischen Gemeinde Ivenack mit einer installierten Leistung von 626 kW aus einem Substratmix von Rindergülle (30 %), Mais und Getreide (70 %) nicht nur den Strom, sondern auch die Wärme für das eigens errichtete lokale Wärmenetz. Eigentümer der Anlage ist seit 2018 die Balance Erneuerbare Energien GmbH, eine 100-prozentige Tochtergesellschaft des Energiekonzerns VNG AG mit Hauptsitz in Leipzig.

Bestehend aus einem Fermenter und einem Gärrestlager lag die Auslastung der Anlage bei 90 Prozent und mehr. Dennoch führten beispielsweise steigende Substratpreise dazu, dass die Anlage in den vergangenen Jahren nicht wirtschaftlich betrieben werden konnte.

Unwirtschaftliche Investitionen drohten

Aufgrund gesetzlicher Anforderungen, beispielsweise der neuen Düngeverordnung, drohten dem Betrieb der Biogasanlage einschneidende wirtschaftliche Einbußen. Um die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen, wäre der Neubau eines Gärrestlagers notwendig geworden. Der Austausch des Einbringsystems und des Gasspeichers kamen als erforderliche Modernisierungsmaßnahmen ergänzend hinzu. Die Betreiber sahen sich somit der Problematik konfrontiert, dass den damit verbundenen Gesamtinvestitionen keinerlei zusätzliche Erlöse gegenüberstanden.

Umstellung auf Trockenfermentation

Mithilfe der Schmack Biogas Service GmbH haben die Betreiber ein Lösungskonzept erarbeitet. Die Spezialisten ermittelten Potenziale, entwickelten ein schlüssiges Optimierungskonzept und ergriffen die folgenden Maßnahmen, um die Anlage zukunftsfähig und profitabel zu machen:

  1. Umstellung der Substrate auf Geflügelkot und Rinderfestmist anstelle von Rindergülle: Damit verringerte sich die Substratmenge und damit das benötigte Fermentations- und Lagervolumen, sodass der Bau eines teuren Gärrestlagers hinfällig war. Dank der Vergärung des stapelbaren Substratmixes erhält die Anlage, für die das EEG 2004 gilt, nun den Technologiebonus für die Trockenfermentation von 2 Cent/KWh. Dies führte zu Zusatzerlösen.
  2. Umfassende technische Umrüstungen wie der Austausch der Rührwerke, Gasspeicher und Beschicker, sowie die Einbindung der Separation in die Anlagentechnik. Ergebnis: Senkung der Betriebskosten auf Grund des deutlich geringeren Energieeigenverbrauchs und der höheren Standzeiten der neuen Komponenten.

Mit der Umsetzung des Optimierungskonzepts und der Umrüstung auf den Technologiebonus sei laut Schmack Biogas eine Amortisation der Investitionskosten und ein wirtschaftlicher Betrieb unter den neuen genehmigungsrechtlichen Anforderungen möglich. Somit sei die Anlage gut gerüstet für einen Weiterbetrieb mindestens bis zum Ablauf der EEG-Laufzeit Ende 2026.

Die Redaktion empfiehlt

Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE) stellt in einem Positionspapier seine Empfehlungen für eine umfassende Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) vor.

Wie lässt sich der Anteil von Gülle in Biogasanlagen erhöhen? Auf einer Fachtagung des DBFZ in Leipzig diskutierten darüber Experten mehreren.

Mit dem Thema Güllevergärung beschäftigten sich mehrere Vorträge beim 1. Teil der Online-Tagung „Heiden digital: Biogas aus Stroh, Gülle & Co.“


Sie müssen sich anmelden um Kommentare zu bewerten

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen

Kommentar melden

Abbrechen

Sie haben noch kein Benutzerkonto?

Benutzerkonto erstellen