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Akzeptanzprobleme

CDU Niedersachsen plötzlich für Windräder im Wald

Die CDU in Niedersachsen war bislang gegen den Windradbau im Wald. Da in der Fläche aber kaum noch neue Genehmigungen realistisch sind, denkt die Partei um.

Lesezeit: 3 Minuten

Bislang sind Windkraftanlagen im Wald in Niedersachsen eher die Ausnahme. Aufgrund der bekannten Schwierigkeiten, im Offenland neue Anlagen zu errichten, will die CDU-Landtagsfraktion deshalb in Zukunft die Wälder in Niedersachsen für Windkraft freigeben. Das habe ein umweltpolitischer Sprecher der Fraktion dem NDR am Mittwoch gesagt. Das ist überraschend, war die CDU doch bislang eindeutig dagegen.

Wie der NDR daraufhin vom Fraktionsvorsitzenden Dirk Toepffer erfuhr, solle der größte Teil des Waldes in Niedersachsen aber auch künftig frei von Windkraftanlagen sein; Natur- oder Landschaftsschutzgebiete sowie Biosphärenreservate seien ohnehin ausgenommen. Außerdem müssten mindestens 10 % der Fläche einer Kommune bewaldet sein, nur dann dürfe dort gebaut werden, sagte Toepffer.

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Laut NDR begründet die CDU ihre Initiative mit der schwindenden Akzeptanz für Windkraft. Wenn Windräder zunehmend nicht mehr nah an Wohngebiete gebaut werden könnten, dann stelle sich die Frage: "Wo sollen sie dann hin?"

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) zeigte sich für die CDU-Initiative offen. Ein Ministeriumssprecher sagte dem NDR, es seien schon Anträge von Kommunen eingegangen, zum Beispiel aus dem Wendland. Selbst der Naturschutzbund in Niedersachsen lehnt Windräder im Wald nicht grundsätzlich ab. Allerdings müsse man "sehr, sehr vorsichtig vorgehen", betonte der Landesvorsitzende Holger Buschmann. Er könne sich Windräder an Waldrändern, an Wäldern direkt an Autobahnen oder in der Nähe von Gewerbegebieten vorstellen.

Kritik vom NABU

Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender NABU Niedersachsen, sieht den Vorstoß dagegen sehr kritisch: „Der Umstieg auf eine regenerative Energieversorgung ist notwendig, bedeutet aber auch einen tiefgreifenden Transformationsprozess. Dieser erfordert eine zuverlässige Raumplanung und kann nicht ernsthaft meteorologischen Zufälligkeiten oder dem Borkenkäfer überlassen werden.“

Nur weil Sturm und Borkenkäfer nicht vor Landschaftsschutzgebieten oder Naturparken Halt gemacht haben, dürften diese jetzt nicht geopfert werden, um mit Aktionismus über anderweitige Versäumnisse hinweg zu täuschen.

Zahlreiche internationale Studien würden belegen, dass der Wert des Waldes für den Klimaschutz im Aufbau naturnaher, möglichst anpassungsfähiger und geschlossener Ökosysteme liegt, welche Wetterextreme abmildern, klimaschädliche Treibhausgase binden und damit bei schonender Bewirtschaftung oder als Naturwälder effektive CO2-Senken sein können.

Dr. Carsten Böhm, stellvertretender Vorsitzender des NABU Niedersachsen, ergänzt: „Naturnahe Bestände, Lebensräume seltener Arten, historisch alte Waldstandorte und geschlossene Waldgebiete müssen, ebenso wie Schutzgebiete aller Art, unangetastet bleiben. Gerade die Landschaftsschutzgebiete leisten dabei unverzichtbare Dienste. Eine brachiale Energiewende auf Kosten unserer letzten Landschaftsreserven würde irreparable Schäden verursachen und die Akzeptanz der Energiewende zerstören.“

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