Windkraftkrise

Enercon will 3000 Stellen streichen Premium

Die Krise in der Windbranche hat den Branchenprimus voll erwischt. Enercon reagiert am Standort Aurich und Magdeburg mit Entlassungen sowie mit Auftragsstopps.

Aufgrund des dramatischen Einbruchs des deutschen Onshore-Windenergiemarktes will der Hersteller von Windenergieanlagen, Enercon, massiv Jobs abbauen. Nach einem Bericht im Jeverschen Wochenblatt sind mehr als 3000 Arbeitsplätze betroffen, jeweils 1500 an den Standorten Aurich und Magdeburg. In den zentralen Konzernbereichen könnten im Laufe des Jahres 2020 weitere rund 300 Stellen wegfallen. Der Stellenabbau trifft das strukturschwache Ostfriesland ins Mark. Enercon gehört hier zu den größten Arbeitgebern.

Vergabestopp bei Zulieferern

Nach eigenen Angaben sehe sich der Hersteller gezwungen, die Zusammenarbeit mit mehreren Produktionspartnern im Inland zu beenden. Der Vergabestopp für Produktionsaufträge betrifft in erster Linie die Lieferung von Rotorblättern – die Vergabe von Fertigungsaufträgen für weitere Komponenten wird deutlich reduziert. Enercon hat für die kooperierenden Blattwerke in Aurich und Magdeburg keine Aufträge mehr, da wegen „verfehlter politischer Reformen die Auftragslage für neue Windenergie-Projekte in Deutschland nahezu zum Erliegen gekommen ist“. Nach der Einführung von Ausschreibungen durch die Bundesregierung habe sich das Marktvolumen im Jahr 2019 um knapp 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahr reduziert, so Enercon mit Bezug auf Daten der „Fachagentur Wind an Land“. Enercons Aufbauleistung schrumpfte durch den Kollaps auf das Niveau von vor rund 30 Jahren, als sich die Windindustrie noch im Anfangsstadium befand. In den ersten zehn Monaten 2019 konnte das Unternehmen deutschlandweit lediglich 65 WEA (rund 210 MW) installieren – so wenig wie zuletzt Anfang der 1990er Jahre. Während der Hochphase in 2017 hatte Enercon in Deutschland noch 711 WEA (2004 MW) errichtet.

Enercon: "Knowhow und Klimaschutz bleiben auf der Strecke"

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Kaum ein Unternehmen traut sich momentan an den Windernergiebau zu Land. Zwei Drittel der Ausschreibungen blieben ohne Gebot.

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Die fehlenden Entscheidungen der Bundesregierung provozieren weiteren Stellenabbau, befürchtet die Branche.

Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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Diskussionen zum Artikel

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von Henning Nissen

Zu Bothe

Die Windmühlenflügel brauchen nicht entsorgt werden,da noch viel Strom für die Energiewende gebraucht wird, dieses haben wohl noch nicht alle begriffen

von Christian Bothe

Wind...

@Mansholt,und wer und wo entsorgt man die 15-20000to Windmühlenflügel ab 2020???Rückfahrt von Prag nicht ein einziges Windrad überm Erzgebirgskamm in der Tschechei,Okt. in Wisconsin dasselbe!Nur mal so...

von Rudolf Rößle

Katastrophe

für alle Bürgerwindräder. Bewusst wird unsere Energiepolitik so gesteuert, dass am Ende der Laufzeiten kein Gewinn mehr erwirtschaftet wird. Was für eine Schande, dass z.B. auch Schüler ihre paar investierten Groschen verlieren. Entweder werden sie abgebaut oder ein Energieriese kauft sie zu einem Hungerlohn und verdient noch mal 20 Jahre ohne je fleißig gewesen zu sein. Ich hoffe der Bürgerstrom findet noch eine intelligente Lösung mit Vermarktungspotential

von Egge Mansholt

@Bothe

Was ist an einer AKW emissionsfrei? Das dicke Ende kommt noch. Wir sind das Atomklo der Nation, siehe z.B. Asse, Gorleben.... Die Entsorgungskosten(zahlt der Steuerzahler zum größten teil) von veraltenen Atommailer sind enorm. Und nebenbei, ich finde die Dinger potthässlich und verschandeln die Landschaft extrem. Bei Windenergie habe ich und auch viele Urlauber das Gefühl in einer sauberen Umwelt zu leben. Frankreichs AKW´s sind dermaßen marode, das es einem wundert, das da noch nichts hoch gegangen ist. Störfälle gibt es jedenfalls genug.

von Egge Mansholt

@Bothe

Was ist an einer AKW emissionsfrei? Das dicke Ende kommt noch. Wir sind das Atomklo der Nation, siehe z.B. Asse, Gorleben.... Die Entsorgungskosten(zahlt der Steuerzahler zum größten teil) von veraltenen Atommailer sind enorm. Und nebenbei, ich finde die Dinger potthässlich und verschandeln die Landschaft extrem. Bei Windenergie habe ich und auch viele Urlauber das Gefühl in einer sauberen Umwelt zu leben. Frankreichs AKW´s sind dermaßen marode, das es einem wundert, das da noch nichts hoch gegangen ist. Störfälle gibt es jedenfalls genug.

von Egge Mansholt

Da

wo viel Wind ist sollten die meisten Anlagen stehen, die brauchen dann auch nicht so hoch gebaut werden, aber leider verhindert unsere vollgefressende Wohlstandsgesellschaft hier an der Küste mit Rückendeckung der Politik vor Ort weitere Genehmigungen und Repowering von Einzelanlagen.

von Christian Bothe

Korrektur

...emissionsfrei

von Christian Bothe

Windmüll...

Sehr gute Entwicklung!Hoffentlich kommt dieser Industriezweig zum Erliegen und diese Verspargelung der Landschaft hat ein Ende!Es gibt genug Alternativen(konv.+renew.)und man kann die AKWs weiter laufen lassen(Frankreich hat48) und das Emissionspreis.

von Heinrich Albo

Es ist doch ganz klar

das es in Deutschland immer mehr Widerstände gegen die Verspargelung der Landschaft gibt.Die heutigen Anlagengrößen von über 250 Meter rechtfertigen tatsächlich die 1000 Meter Abstand auch wegen der optisch bedrängenden Wirkung. Enercon bietet bis heute keine Offshore Anlagen an während andere Firmen wie Nordex oder Vestas längst Werke in der ganzen Welt verteilt haben...Deutschland ist eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt ....da gibt es noch ganz andere geeignetere Landstriche ....das muss man doch sehen..

von Wilhelm Grimm

Auch von mir traurige Glückwünsche.

Die Lobbyisten der Stromkonzerne sind noch mächtiger und einflussreicher als die Lobbyisten der vereinigten Grünen. Am Anfang war es Gabriel, jetzt ist es Altmaier und die an den Konzernen beteiligten Kommunen und Landesregierungen. Auch die massive Förderung der Elektromobilität bedeutet Unterstützung für die Großkonzerne und Abkehr von einer dezentralen Energieversorgung.

von Renke Renken

Glückwunsch

Herr Altmaier, so viel Schaden wie sie mit ihren Lobbyisten und Kabinettskollegen machen, schafft nicht mal ein Elefant im Porzellanladen

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