Solarbatterie-Boom  

Jetzt 270.000 Solarspeicher in Deutschland

Die Zahl der Solarstromspeicher wuchs das dritte Jahr in Folge um rund 50 Prozent. Speicher tragen auch zum Klimaschutz im Haushalt bei, zeigt eine neue Studie.

Im vergangenen Jahr verzeichnete die Solarbranche erneut ein Nachfrage-Plus bei Solarbatterien in Höhe von 47 Prozent. Damit wuchs die Zahl der Solarstromspeicher das dritte Jahr in Folge um rund 50 Prozent. Dies gab der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW) bekannt, in dem neben der Solarwirtschaft führende Anbieter von Solarspeichern organisiert sind.

Batterie lädt auch Elektroautos

Im vergangenen Jahr habe der Speichermarkt davon profitiert, dass sich doppelt so viele Eigenheimbesitzer eine Photovoltaikanlage angeschafft haben wie im Vorjahr. Rund jeder zweite von ihnen habe gleich noch in eine Solarbatterie investiert, um den selbst erzeugten Solarstrom rund um die Uhr nutzen zu können, zunehmend auch für das Laden von E-Autos. Allein im Eigenheimbereich seien im vergangenen Jahr nach BSW-Schätzungen rund 88.000 neue Heimspeicher in Deutschland neu installiert worden. Insgesamt erhöhte sich der Bestand der Solarstromspeicher damit auf rund 270.000 Exemplare.

Markt könnte sich bis 2030 verfünffachen

Zur Umsetzung der Klimaziele, zur Sicherstellung einer bedarfsgerechten Bereitstellung von Ökostrom und den Ausgleich kurzfristiger witterungs- und tageszeitbedingter Erzeugungsschwankungen der Solar- und Windenergie muss die derzeitige Batteriespeicherkapazität nach Berechnungen von Marktforschern bis zum Jahr 2030 nahezu versiebenfacht werden, von derzeit 2,4 Gigawattstunden (GWh) auf rund 18 GWh. In der Folge werde sich der jährliche Markt für stationäre Batteriespeicher bis 2025 verdoppeln, bis zum Ende des Jahrzehnts voraussichtlich sogar verfünffache, so die BSW-Erwartung.

Auch für Unternehmen werden Solarstromspeicher zunehmend interessanter. Nach BSW-Angaben dürfte dazu beitragen, dass seit Jahresbeginn dreimal mehr Solarstrom selbst verbraucht werden darf, ohne dass Betreiber von Solarstromanlagen dafür eine EEG-Umlage abführen müssen. Im Sinne der Energiewende wurde die ,Sonnensteuer´ -Freigrenze zum Jahreswechsel von der Bundesregierung von 10 auf 30 Megawattstunden pro Jahr angehoben.

Auch interessant für Ü20-Anlagen

Dies vereinfache auch die Speichernachrüstung bei Solarstromanlagen, die nach 20 Jahren aus der EEG-Förderung fallen. Für Betreiber dieser ausgeförderten Ü20-Anlagen sei es am wirtschaftlichsten, möglichst viele Kilowattstunden ihrer abgeschriebenen Solarstromanlagen selbst zu verbrauchen, so Körnig. Bis zum Jahr 2030 fallen nach BSW-Angaben rund eine halbe Million Solarstromanlagen aus der Förderung.

Um die notwendige weitere Beschleunigung des Speicherausbaus und die intelligente Nutzung dieser Speicherkapazitäten zur Stabilisierung des Stromnetzes zu erreichen, setzt sich der BSW für weitere Gesetzesreformen ein. Dazu zählt unter anderem ein konsequenter Abbau wettbewerbsverzerrender Doppelbelastungen von ein- und wieder ausgespeichertem Netzstrom von Prosumern mit Entgelten, Umlagen und Abgaben.

Kostenfreie und firmenunabhängige Infos rund um Solarbatterien finden Verbraucher unter www.die-sonne-speichern.de.

Weniger CO₂-Emissionen

Mit Solarstrom der eigenen Photovoltaik-Anlage können private Haushalte nicht nur Stromkosten einsparen, sondern auch aktiv zur CO2-Reduktion beitragen. In einem durchschnittlichen privaten Haushalt mit 4.500 kWh Jahresstromverbrauch vermindert bereits die Nutzung des selbst erzeugten Stroms einer 7,5 kWp Solaranlage die CO2-Emissionen des Strombezuges um 45 Prozent – ohne Berücksichtigung der Einspeisung von Solarstromüberschüssen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Bonner Beratungsunternehmens EUPD Research im Auftrag des Heimspeicherspezialisten E3/DC Wird die Photovoltaik-Anlage um einen Heimspeicher mit 8 kWh Nettokapazität ergänzt, so verdoppeln sich die Einsparungen des Treibhausgases nahezu. Eine größere Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 10 kWp in Kombination mit einem Heimspeicher mit 12 kWh Kapazität erreicht in diesem Verbrauchsprofil sogar 85 Prozent CO2-Minderung.

Termine zu Webinaren, Tagungen und Messen zu erneuerbaren Energien finden Sie übrigens unter www.topagrar.com/messen-und-termine/


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