Biogas

Praxistipps: Mehr Gas aus dem Maisstroh Premium

Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft hat den Einsatz von Körnermaisstroh in Biogasanlagen untersucht. Wir fassen zusammen, was Sie bei Bergung, Silierung und Vergärung beachten sollten.

Körnermaisstroh ist ein interessanter Reststoff für Biogasanlagen, der bislang nur wenig genutzt wird. Dieser könnte künftig vermehrt eingesetzt werden, da das Stroh nicht unter den sogenannten „Maisdeckel“ im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) fällt.

Pro Hektar Körnermaisfläche lassen sich im Schnitt etwa 5 t Stroh mit ca. 30–40% Trockenmasse-(TM-)Gehalt ernten. Das Stroh erreicht beim Methanertrag etwa 90% der Ausbeute von Silomais. Rund 1 ha Körnermaisstroh kann somit etwa 0,2 bis 0,25 ha Silomais ersetzen, zeigten Untersuchungen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zum Körnermaiseinsatz in Biogasanlagen.

Die Wissenschaftler haben in verschiedenen Arbeitsgruppen zahlreiche Aspekte des Körnermaiseinsatzes untersucht. Tipps zu folgenden Punkten lassen sich für den praktischen Einsatz aus den Ergebnissen ableiten:

  • Sortenwahl,
  • Erntetermin,
  • Strohbergetechnik,
  • Silierung,
  • Dosierung.

Wenig Einfluss der Sorten

Das Korn-zu-Stroh-Verhältnis lag bei den Versuchen im Mittel bei 1:0,9. Dabei gab es Sortenunterschiede. Im Mittel wurde der Mais bei einem Korn-TM-Gehalt von 68,4% geerntet, wobei die Restpflanze einen TM-Gehalt von 34,5% aufwies. Dabei brachten Stay-Green-Sorten beim TM-Gehalt im Maisstroh keinen Vorteil. Tipp für Praktiker: Die Sortenwahl sollte sich nach der Hauptnutzungsrichtung, also der Körnernutzung, richten, da das Korn-Stroh-Verhältnis nicht nur zwischen den Sorten, sondern auch zwischen den Jahren sehr stark variierte.

Frühe Bergung wichtig

Der Ernte- bzw. Bergetermin des Körnermaisstrohs hat einen deutlichen Einfluss auf die Gasausbeute. Wartet man zu lange, reift die Pflanze mehr ab, der Strohertrag und die Methanausbeute sinken.

Die Wissenschaftler haben beim Korn-TM-Gehalt deutliche Zunahmen für jeden Erntetermin ermittelt. Vom ersten Termin bei einer Kornfeuchte von 35% stieg der TM-Gehalt des Maisstrohs bis zum mittleren Erntetermin rund zwei Wochen später an, nahm aber beim späten Erntetermin zwei Wochen später nur kaum noch zu.

Die Bergetechnik

Die LfL hat über drei Jahre vier unterschiedliche Schwadtechniken in Kombination mit zwei Bergetechniken untersucht, darunter das zweitstufige Verfahren mit dem Mais Star-Collect (ein modifizierter Pflücker, der das Stroh im Schwad ablegt). Unter den dreistufigen Verfahren testeten die Wissenschaftler den BioChipper (eine Kombination aus Mulcher und Bandschwader) und ...

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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