Stromnetzausbau

Tennet startet Untersuchung von Erdkabeln in landwirtschaftlichen Flächen

Das erste von drei Untersuchungsfeldern soll wissenschaftliche Erkenntnisse für den Betrieb der SuedLink-Erdkabel bringen. Der Netzbetreiber will damit die Forderung der Landwirtschaft umsetzen.

Mit einem symbolischen ersten Spatenstich haben gestern Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil und TenneT-Vorstand Tim Meyerjürgens den Aufbau eines Erdkabel-Untersuchungsfeldes in Gut Dunau bei Seelze (Region Hannover) in Gang gesetzt. Dieses soll zeigen, wie sich das SuedLink-Kabel in den spezifischen Böden verhält.

Drei Untersuchungsfelder in Niedersachsen

SuedLink wird als Gleichstrom-Kabelverbindung errichtet. Mit einer Länge von rund 700 Kilometern und einer Investitionssumme von zehn Milliarden Euro ist es das größte Infrastrukturprojekt der Energiewende in Deutschland. Die Leitung soll ab 2028 Windenergie aus dem Norden Deutschlands nach Bayern und Baden-Württemberg transportieren. TenneT ist einer der beiden Vorhabensträger und richtet insgesamt drei Erdkabeluntersuchungsfelder in Niedersachsen ein: in Heeslingen (Landkreis Rotenburg/Wümme), Walsrode (Landkreis Heidekreis) und Seelze. Dort wird wissenschaftlich betrachtet, wie sich der Boden vom Baueingriff erholt und welche Wechselwirkungen es zwischen Bau und Betrieb einerseits und dem Pflanzenertrag andererseits gibt.

Die Tests überprüfen zudem die vorgenommenen Berechnungen zum Wärmeeintrag der SuedLink-Kabel in den Boden. Die Standorte wurden so gewählt, dass sie möglichst repräsentative Böden abdecken, durch die SuedLink später verlaufen soll.

Untersuchungsfeld

Die Felduntersuchungen werden von unabhängigen Experten der Leibniz Universität Hannover, der Fachhochschule Kiel und der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg, umgesetzt und wissenschaftlich begleitet. (Bildquelle: Tennet)

Die Felduntersuchungen werden von unabhängigen Experten der Leibniz Universität Hannover, der Fachhochschule Kiel und der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) Erlangen-Nürnberg, umgesetzt und wissenschaftlich begleitet.

Alle drei Untersuchungsfelder sollen bis Ende 2022 eingerichtet werden und danach vier Jahre lang kontinuierlich untersucht werden. In dieser Zeit werden die Flächen von den Landwirten voll in die umliegende Bewirtschaftung integriert.

Wissenschaftliches Konsortium für die Felduntersuchungen

Federführend für die Planung und Bauausführung der Felduntersuchungen ist der Übertragungsnetzbetreiber TenneT. Mit den Felduntersuchungen setzt Tennet eine zentrale Forderung aus der Landwirtschaft um. Ein Konsortium unter der Leitung der FAU Erlangen-Nürnberg hat zusammen mit der Leibniz Universität Hannover und der Fachhochschule Kiel das Forschungsdesign auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher und technischer Erkenntnisse erstellt:

  • Der Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Kiel beschäftigt sich mit sämtlichen pflanzenbaulichen Fragen und Untersuchungen.
  • Das Institut für Bodenkunde der Leibniz Universität Hannover deckt den Bereich der Bodenregeneration ab.
  • Die Arbeitsgruppe Oberflächennahe Geothermie der FAU Erlangen-Nürnberg übernimmt die geothermischen und bodenkundlichen Untersuchungen im Unterboden.
  • Überwacht wird der Bau der Versuchsfelder von der Vössing Ingenieurgesellschaft mbH in Zusammenarbeit mit dem geotechnischen Ingenieurbüro für Standorterkundungen Geries GmbH.

Landvolk begrüßt Untersuchungen

Torsten Nordmann, Geschäftsführer des Landvolks Hannover e.V. sagte: „Das Landvolk Hannover begrüßt die Einrichtung des Untersuchungsfeldes Gut Dunau sowie der weiteren Untersuchungsfelder und hat sich stets dafür stark gemacht, die künftigen Auswirkungen des Baus und des Betriebes der Erdkabelleitung SuedLink fundiert untersuchen zu lassen. Damit setzt Tennet eine von der Landwirtschaft seit Beginn der Planungen zum SuedLink gewünschte Maßnahme um.“


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