Konferenz „Kraftstoffe der Zukunft“

UFOP pocht auf Verstetigung der Steuerentlastung für Biokraftstoffe

Weil sich die Treibhausgase im Agrarsektor damit rasch und kostengünstig senken lassen, fordert UFOP-Geschäftsführer Stephan Arens eine dauerhafte Steuerentlastung für nachhaltige Biokraftstoffe.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) pocht auf eine Verstetigung der Steuerentlastung für in der Land- und Forstwirtschaft verwendete Biokraftstoffe. „Angesichts ambitionierter Klimaschutzziele muss die neue Bundesregierung diesbezüglich schnell in Aktion treten“, forderte UFOP-Geschäftsführer Stephan Arens beim 19. Fachkongresses für erneuerbare Mobilität „Kraftstoffe der Zukunft“, wo bei einer der 15 digitalen Sessions am vorigen Freitag (28.1.) über Biokraftstoffen in der Land- und Forstwirtschaft diskutiert wurde. Für ihn zählen nachhaltig produzierte Biokraftstoffe zu den „niedrig hängenden Früchten“, um Treibhausgase im Agrarsektor rasch und kostengünstig zu senken.

Arens: Bundesprogramm Energieeffizienz und CO2-Einsparung in Landwirtschaft und Gartenbau aufstocken

Als zweiten Hebel mit ebenfalls rascher Klimaschutzwirkung empfahl Arens, das Bundesprogramm Energieeffizienz und CO2-Einsparung in Landwirtschaft und Gartenbau aufzustocken. Die bisherige Mittelausstattung sei gemessen an der Vielzahl an Betrieben mit Bedarf an Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz bei Weitem nicht ausreichend.

Arens: Verwendung von Biokraftstoffen nicht beschränken

Der UFOP-Geschäftsführer warnte gleichzeitig davor, die Verwendung von Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse über das bisher beschlossene Maß hinaus zu beschränken. „Die Energiebereitstellung aus Biokraftstoffen entspricht derzeit ungefähr der Leistung von 7.500 Windkraftanlagen“, rechnete Arens vor. Eine zusätzliche Beschränkung der Biokraftstoffe bedeute automatisch einen verstärkten Ausbau anderer Bereiche, insbesondere der in der Bevölkerung umstrittenen Windkraft, gab er zu bedenken.

Gieseke: Anrechnungssystem für erneuerbare Kraftstoffe statt Verbrenner-Verbot

In einer anderen Kongress-Session hatte sich der deutsche EVP-Europaabgeordnete und stellvertretende Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Jens Gieseke, klar gegen ein de-facto-Verbot des Verbrennungsmotors ab 2035 ausgesprochen. Er forderte stattdessen ein Anrechnungssystem für erneuerbare Kraftstoffe. Gieseke plädierte angesichts der aktuell in Brüssel laufenden Verhandlungen zum “Fit for 55”-Paket für Technologieneutralität beim Klimaschutz im Verkehr und warnte angesichts der großen Herausforderung bei der Transformation davor, allein auf Elektromobilität zu setzen. Ein „All Electric“-Ansatz hätte zudem negative Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt und würde anstelle einer fossilen eine strombasierte Abhängigkeit forcieren, so der CDU-Politiker.


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