Aus der Wirtschaft

Eigenstromversorung

Unabhängige Stromnetze für die Landwirtschaft

Rolls-Royce zeigt auf der Agritechnica dezentrale MTU-Microgrid-Lösungen für den Agrarbereich mit Batteriecontainer und Steuerung.

Rolls-Royce will mit seiner Marke MTU erstmals klimaschonende und dezentrale Energielösungen für die Landwirtschaft anbieten. Unabhängigen Stromnetze (Microgrids) kombinieren mit Hilfe einer von Rolls-Royce entwickelten Microgrid-Steuerung erneuerbare Energiequellen mit Batteriespeichern sowie Gas- und Dieselaggregaten und reduzieren dadurch CO₂-Emssionen bei der Stromerzeugung. Landwirte würden außerdem unabhängiger vom Stromnetz und könnten bereits vorhandene Energiequellen wie Solar- und Biogasanlagen integrieren, was finanzielle Vorteile bietet. Rolls-Royce informiert vom 10. bis 16. November auf der Landtechnikmesse Agritechnica über seine Microgrid-Lösungen für den Agrarbereich. „Viele Landwirte besitzen bereits große Photovoltaik- oder Biogasanlagen und haben dadurch ideale Voraussetzungen, ein Microgrid zu betreiben. Mit unserem MTU EnergyPack, dem Batteriecontainer, und mit intelligentem Energiemanagement steuern wir den Einsatz aus den unterschiedlichen Quellen“, erklärt Cordelia Thielitz, Vice President für den Bereich Microgrids bei Rolls-Royce.

Drei Anwendungsbeispiele

Die Einsatzmöglichkeiten seien in der Landwirtschaft vielfältig und böten Vorteile in puncto Return-on-Investment (ROI), Dezentralisierung und Dekarbonisierung. Drei Beispiele:

  • Spitzenstrom aus Biomasse: Statt elektrische Energie, die mit biogasbetriebenen Anlagen gewonnen wird, kontinuierlich ins öffentliche Stromnetz einzuspeisen, wird sie im MTU-EnergyPack gespeichert. Vom intelligenten Energiemanagement gesteuert, gibt das System die Energie erst dann ins Netz, wenn sie zu Spitzenzeiten gebraucht wird – und besonders hohe Preise erzielt.
  • Gewächshäuser autark betreiben: Gewächshaus-Pflanzen benötigen möglichst gleichmäßige Temperaturen und Lichtverhältnisse, um optimal zu wachsen. Der dafür benötigte Strom und die Wärme sind enorm teuer. Eine kombinierte Stromerzeugung aus Photovoltaik-Anlage und MTU-Aggregat, gekoppelt mit einer Batterie und der intelligenten Steuerung macht das Gewächshaus rund um die Uhr unabhängig vom Stromnetz. Tagsüber von der Photovoltaikanlage und einem Gas-Blockheizkraftwerk in den Batteriespeicher eingespeiste elektrische Energie wird zur Beleuchtung der Pflanzen und für andere elektrische Verbraucher eingesetzt. Die Wärme des BHKWs heizt die Gewächshäuser, das aus dem Abgas abgeschiedene CO₂ düngt die Pflanzen.
  • Rentabilität für Post-EEG-Anlagen: Auch für Landwirte in Deutschland, die mit Photovoltaik- oder Biogasanlagen Strom für das öffentliche Stromnetz produzieren und nach dem „Gesetz zur Förderung der erneuerbaren Energien (EEG)“ gefördert werden, kann ein Microgrid eine lohnende Investition sein. Denn die Fördersätze sinken kontinuierlich und viele Förderungen laufen nach 20 Jahren bald aus. Zusätzlich müssen Betreiber größerer PV-Anlagen auf den eigenverbrauchten Strom eine EEG- Umlage zahlen. Hier kann durch die Integration eines Batteriespeichers und der intelligenten Steuerung ein neuer Kostenvorteil entstehen bei gleichzeitiger CO₂-Reduktion.

„Die Erweiterung bestehender erneuerbarer Energiequellen zu einem Microgrid führen zu einer klimaschonenden, unabhängigen und zuverlässigen Energieversorgung, die Kosten spart. Für nicht wenige Landwirte kann ein Microgrid neue Verdienstmöglichkeiten eröffnen“, verspricht Armin Fürderer, Direktor für kundenspezifische Energielösungen bei Rolls-Royce.

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Artikel geschrieben von

Hinrich Neumann

Redakteur Energie

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