EEG-Novelle 2020

Wissenschaftler fordern Anreize für Bioenergie

Im Vorfeld der anstehenden EEG-Novellierung 2020 fordert das Deutsche Biomasseforschungszentrum in einem Positionspapier eine wirtschaftliche Perspektive für Biomasseanlagen.

Die bedarfsgerechte Stromerzeugung aus Biomasse muss eine wichtige Zukunftsoption im Energiesystem bleiben. Das fordern Wissenschaftler um die Leipziger Bioenergie-Expertin Prof. Dr. Daniela Thrän von Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ). „Bioenergie kann bei steigenden Anteilen von Wind- und Solarstrom im Energiesystem den nötigen Bedarf an flexibler Stromerzeugung decken und somit die Energiewende beschleunigen. Durch das Verdrängen fossiler Energien und zusätzliche Emissionsminderungen durch die energetische Nutzung von Wirtschaftsdüngern unterstützt Bioenergie außerdem das Erreichen der nationalen Klimaziele“, unterstreicht Thrän. Aus diesen Gründen sollte das künftige EEG Biomasse-Anlagen weiterhin eine wirtschaftliche Perspektive geben. Diese und andere Forderungen hat das DBFZ in ihrem Positionspapier „Empfehlungen zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) 2020 und zur zukünftigen Förderung von Bioenergie“ zusammengefasst.

DBFZ fordert Nachhaltigkeitskriterien

Konkret schlagen die Wissenschaftler hierzu die Festlegung neuer Ausschreibungsvolumina vor, wobei temporäre Mehrkosten im Energiesystem mit der Sicherung von Akzeptanz und technischem Know-How für den Betrieb von Biomasseanlagen abzuwägen sind. Daneben sollte die Nachhaltigkeit der Biomasseverstromung gestärkt werden, indem die weitere Förderung an die Einhaltung der RED II-Kriterien für Biomasseverstromung verknüpft wird. Um weitere Fortschritte bei der Emissionsminderung aus Gülle zu ermöglichen und gleichzeitig die Kosten zu begrenzen, wird zudem eine Differenzierung der Vergütung anhand der Bemessungsleistung empfohlen.

Fokus auf Technologien mit Mehrwert

Mit Ihren Vorschlägen für die zukünftige Förderung von Bioenergie durch das EEG verfolgen die Leipziger Forscher das Ziel, die weitere Nutzung solcher Technologiekonzepte sicherzustellen, die relevante Mehrwerte für die Transformation zu einem klimaneutralen Energiesystem im Jahr 2050 bieten können. Neben der Verringerung von Treibhausgasen sind allerdings auch Aspekte wie die Wertschöpfung und dezentrale Deckung des Eigenbedarfs an Strom und Wärme im ländlichen Raum zu berücksichtigen. Die Wissenschaftler des DBFZ plädieren darüber hinaus dafür, die Förderung der Biomassenutzung mittelfristig grundlegend zu überdenken und zu prüfen, ob eine Ausrichtung unmittelbar am Umfang vermiedener Treibhausgase möglich ist.

Das Positionspapier erhalten Sie hier.

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