CO2-Reduktion

Zertifikatehandel macht Agrarlogistik teurer - DRV für schnelle europäische Lösung

Durch den CO2-Zertifikatehandel rechnet der Raiffeisenverband mit Mehrkosten für die Logistik in der genossenschaftlichen Agrarwirtschaft.

Die am Freitag vom Klimakabinett beschlossene Ausweitung des CO2-Zertifikatehandels wird nach Ansicht des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) zu Mehrkosten für die Logistik in der genossenschaftlichen Agrarwirtschaft führen.

Verbandspräsident Franz-Josef Holzenkamp sieht drohende Wettbewerbsverzerrungen und mahnt deshalb eine schnelle europäische Harmonisierung des Zertifikatehandels an: „Nur so kann die jetzt getroffene Entscheidung gleichermaßen zu einem Gewinn für den Klimaschutz werden und zur Stärkung der Leistungsfähigkeit unserer 2.000 Mitgliedsunternehmen beitragen.“

Die Raiffeisen-Genossenschaften fühlen sich nach eigenem Verständnis dem Klimaschutz verpflichtet. Sie wollen ein breites Spektrum an Dienstleistungen anbieten, um den Ausstoß klimarelevanter Gase im Bereich der Agrar- und Ernährungswirtschaft entscheidend zu verringern, heißt es aus Münster. Dazu gehörten Klimaschutzberatungen in der Milchviehhaltung ebenso wie der Ausbau des Handels mit erneuerbaren Kraft- und Brennstoffen und der Vertrieb hocheffizienter Technologien. Der DRV-Präsident ist überzeugt: „Die Bedeutung der Genossenschaften als Klimaschutzdienstleister wird deutlich wachsen.“

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Diskussionen zum Artikel

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von Rudolf Rößle

Firmen

kaufen sich Zertifikate und Grünen Strom ein. Das Produkt, dass sie herstellen bleibt aber die gleiche Dreckschleuder. Ein Landwirtschaftlicher Betrieb der seine Futtermittel selbst herstellt und nichts zukauft wird im Gegenzug nicht belohnt. Gerechtigkeit und Leistungen für die, die jetzt schon nachhaltig handeln sieht anders aus.

von Jens Geveke

...deswegen muss man sich nicht nur schauen, ob jeder ein Zertifikat hat, sondern dass der Abbau der Zertifikatmengen parallel zu dem Abbau der Klimagasemissionen durchgeführt wird. Wenn es immer soviel Zertifikate gibt, wie die Wirtschaft gerade braucht, dann bringt das System nichts. So war es leider in den letzten Jahren. Die Tonne CO2 hat da nur 5EUR gekostet und ist jetzt zumindest auf 30EUR gestiegen. Entscheidend ist nicht, ob irgendwo auf der Welt ansonsten etwas mit fossilem CO2 gemacht worden wäre, sondern die aktuellen fossilen CO2 Emissionen müssen gesenkt werden. Ein Zertifikat nützt dem Klima erst einmal nichts...

von Erwin Schmidbauer

Verschiebung macht frei

Das ist doch der Sinn der ganzen Übung: man verschiebt die Emissionen ins Ausland und kann somit eine schöne nationale Klimabilanz vorweisen. Wartet ab, der Trick wird in Zukunft immer wichtiger. Bei vielen anderen Industrieprozessen, die hohe Emissionen oder Umweltschäden verursachen, hat man das schon gemacht.

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